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Schüler haben eigene Trickfilme gedreht

Von Fällt das Essen vom Himmel? 72 Kinder der Hellerhofschule haben in einem Trickfilm nachgestellt, woher Nahrungsmittel kommen und was mit ihren Verpackungen geschieht.
Die Mensa der Hellerhofschule wurde zur Premiere kurzerhand zum Kinosaal umfunktioniert.	Fotos: Rüffer Bilder > Die Mensa der Hellerhofschule wurde zur Premiere kurzerhand zum Kinosaal umfunktioniert. Fotos: Rüffer
Gallus. 

Der Weg aus der Sahara in die Großstadt ist weit. Doch im Trickfilm bewegt sich die Brieftaube aus Einpackpapier nur Zentimeter um Zentimeter vorwärts, wenn sie zu ihrem Flug in die Zivilisation abhebt. „Das mit dem Computer zu animieren hat richtig Spaß gemacht“, schwärmt Jessi (8) aus der Klasse 3 b der Hellerhofschule. Und nicht nur das: Zusammen mit Daniel (8), Samet (8) und den anderen Kameraden Figuren und Kulissen zu basteln, zu bewegen und die mit der Kamera gefilmten Einzelbilder zu bearbeiten fördert auch Disziplin und Teamgeist.

Acht Filme

Dabei herausgekommen ist der dreieinhalbminütige Film „Rettung in der Wüste“ aus 500 Einzelbildern. Nun war Premiere für diesen und sieben andere Trickfilme der Reihe „Das Essen fällt nicht vom Himmel“. Dazu gehören Produktionen wie „Ein Essensdieb in Frankfurt“, „Fisch Larry und der große Döner“ über Heißhunger auf Fast Food oder „Vegetable Man“ um die tapfere Zitrone, die als Retterin vor dem Einkaufswagen auftritt, als rassistische Kartoffeln gegen Bananen und Mandarinen hetzen.

Es sind durchaus lustige Filme, die bei den Schülern und Eltern für einige Lacher sorgten – etwa, wenn in „Die behilfliche Familie“ ein grimmiger Wolf mal eben außer Gefecht gesetzt wird. Und doch soll der Inhalt etwa bei „In der Zukunft“ über die Zerstörung des Urwalds mehr in die Tiefe gehen: „Beim Einkaufen werden wir mit großen Mengen von Lebensmitteln sowie Verpackungsmüll konfrontiert und verlieren oft den Bezug, was wir essen und wo das alles herkommt“, sagt Sabine Hofmann, die Leiterin des Gallus-Zentrums. Möglich wurde das Projekt durch innovative Mittel des Jugend- und Sozialamtes, die die Stadt Frankfurt zur Verfügung gestellt hat.

In drei Projektwochen haben drei Grundschulklassen des dritten und vierten Jahrgangs Verpackungsmüll zu Hause gesammelt, denn dies war das Material, aus dem die Trickfilme entstehen sollten. „Wir haben uns auch im Unterricht mit dem Thema Müll und kreativem Schreiben beschäftigt“, berichtet Lehrerin Rosalia Weidmann. „Häufig kommen den Kindern spontane Geistesblitze. Aber dann braucht es einen Anschub von außen zur Dramaturgie, um die Ideen zu richtigen Geschichten zusammenzusetzen“, sagt Dominik Landwehr, Teamer der Gruppe für den Wüstenfilm.

So hatte etwa Anel (8) die Idee, dass für die Rettung in der Wüste unbedingt ein Militärflugzeug her muss. „Denn so eine Maschine ist einfach cool“, sagt er. „Dann haben wir uns überlegt, dass in der Sahara eine Familie oder auch ein Stamm an Hunger und Durst leidet, und dass die Rettung aus einer fernen Stadt etwa in Europa kommen soll“, ergänzt Landwehr. Danach ging es ans Basteln: Aus Joghurtbechern wurden menschliche Körper, aus Flaschendeckeln Köpfe, aus Buntpapier und Alufolie die Wüsten- und Großstadtlandschaft – klar, dass sich die Kinder bei der Skyline auch von den Frankfurter Wolkenkratzern inspirieren ließen.

Ein spezielles Computerprogramm half beim Animieren, das Überlappen einzelner Kamerabilder zu vermeiden. „Auch hier entwickelten die Kinder erstaunliches Verständnis für Technik und Arbeitsteilung“, erklärt Dominik Landwehr. „Uns Teamern blieb dann nur der professionelle Schnitt und die passende Musikauswahl.“

Lampenfieber zur Premiere

Ein Erlebnis für sich war freilich die Premiere: Trotz Lampenfieber schafften es einige Kinder, ihre Beiträge gut verständlich anzukündigen und auch zu erklären. „Vielleicht sehen wir ja einige von euch bald als Fernsehmoderatoren“, lobte Sabine Hofmann.

Einen Bogen zum Ausgangsthema spannte schließlich die Mensa, die kurzerhand zum Kino wurde. „Denn gesunde Ernährung und Umweltbewusstsein spielen für unsere 350 Schüler im Unterrichtsalltag eh eine große Rolle“, erklärt die Leiterin der Hellerhofschule Felicitas Hendreich-Punsch. Auch wenn man die Zusammenhänge natürlich grundschulgerecht und eher spielerisch vermitteln müsse. „Aber nun wissen die Kinder einmal mehr, was es bedeutet, die richtige Menge an Essen in einer wiederverwendbaren Box mitzubringen“, sagt Lehrerin Weidmann. Und ob das Essen wirklich in die Sahara fällt, kann jeder jetzt in der Internetpräsentation unter www.gallustrickfilme.wordpress.com herausfinden.

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