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Schüler helfen bei Energiewende

Von Welche Chancen und Risiken ergeben sich durch die Energiewende? Fragen wie diese diskutierten gestern Schüler der Bettinaschule mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft zum Auftakt der Workshopreihe „S.O.S – Skyline ohne Strom“ der Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt.
Auch die mehr als 200 Schüler in der Bettinaschule durften ihre Fragen stellen. Auch die mehr als 200 Schüler in der Bettinaschule durften ihre Fragen stellen.
Westend. 

Warmes Wasser und funktionierende Heizungen in der Wohnung und am Arbeitsplatz sind heutzutage selbstverständlich. Dass dies aber auch in Zeiten der deutschlandweit vorangetriebenen Energiewende so bleibt, bedeutet technische und finanzielle Anstrengungen – neben den sich bietenden ökologischen Chancen birgt die Energiewende nämlich auch wirtschaftliche Risiken. Großflächige Stromausfälle etwa sind nicht mehr ausgeschlossen, wenn zur Stromversorgung hauptsächlich auf erneuerbare Energien gesetzt wird.

Um Jugendliche für das komplexe Thema zu sensibilisieren, bietet nun die Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt die Workshopreihe „S.O.S – Skyline ohne Strom“. An insgesamt zehn Schulen in Frankfurt und Umland werden Schüler des Fachs Politik und Wirtschaft (Powi) die Ursachen, Hintergründe und Szenarien eines möglichen großräumigen Stromausfalls erarbeiten und der IHK im Juli präsentieren.

„Jugendliche sind spontan, denken unkonventionell und stellen entsprechende Fragen. Die Schüler können daher einen guten Beitrag zur Energiewende leisten“, erklärte Detlev Osterloh, IHK-Geschäftsführer Innovation und Umwelt, bei der gestrigen Auftaktveranstaltung in der Bettinaschule. Damit die Schüler Fragen rund um die Energiewende an die richtigen Adressaten stellen konnten, hatte die IHK Prominenz zur Diskussionsrunde geladen: Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), den Mainova-Vorstandsvorsitzenden Dr. Constantin H. Alsheimer sowie Rüdiger Gaffal, Leiter Business Development von Siemens Deutschland.

Die Schüler, von denen mehr als 200 ein großes Publikum bildeten, wurden während der Diskussion von fünf Moderatoren aus dem Powi-Leistungskurs der zehnten Klasse vertreten. Diese fünf zeigten sich dabei ziemlich gut informiert: Sie erfragten präzise den politischen Gestaltungsraum der Kommunen innerhalb europäischen Rechts, die Wirksamkeit von Förderprogrammen oder das Pro und Contra von Privatisierung im Energiesektor.

 

Pointierte Fragen

 

Mitunter gelangen die Fragen sogar ziemlich pointiert, etwa wenn Marco Volic (15) feststellte, dass dem Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel (SPD), „viel Wind ins Gesicht“ wehe, der sich aber „leider nicht ins Energienetz einspeisen lässt“. Oder wenn Murat Acay (17) darauf hinwies, dass Windparks von der Bevölkerung nur erwünscht seien, wenn diese nicht vor der eigenen Haustür gebaut würden. Veera Dagbagli (16) verwies zudem auf einen Widerspruch der öffentlichen Energiewende-Diskussion, dass nämlich Windparkgegner oftmals mit Umweltzerstörung und der Tötung von Vögeln argumentieren – weil dies von Windrädern verursacht wird.

Constantin Alsheimer betonte daraufhin, dass „kein Eingriff des Menschen in die Natur ohne Nebenwirkungen“ bleiben könne: „Keine Technologie ist perfekt“, sagte er. Es gelte daher, den Schaden so gering wie möglich zu halten und die Alternativen zu bedenken: Energie durch Atomkraft und Kohleabbau, was „mindestens genauso schlimm“ sei.

 

Richtige Mixtur

 

Der Tenor von Alsheimer, Feldmann und Gaffal lautete daher, dass die Energiewende mit der richtigen Mixtur vorangetrieben werden solle. Dies, weil man Versorgungssicherheit und gleichzeitig bezahlbare Preise für Bevölkerung und Wirtschaft gewährleisten müsse. Deutsche Firmen dürften im internationalen Wettbewerb keine Nachteile erleiden, weil sie bei hohen Energiepreisen ins Ausland abwandern und Arbeitsplätze mitnehmen könnten, warnte Rüdiger Gaffal. Das Ziel der Bundesregierung, die Energieversorgung bis 2020 mit 25 Prozent aus Erneuerbaren zu leisten, sieht Gaffal dennoch gelassen: „Wir werden das sogar übererfüllen“, sagte er. Die Mainova, die in der Region etwa eine Million Menschen mit Gas, Wasser und Strom versorgt, erzeugt laut Constantin Alsheimer schon heute 35 Prozent ihrer Energie durch erneuerbare Ressourcen. Peter Feldmann sieht Frankfurt auch deswegen auf einem „guten Weg, das Ziel von 100 Prozent erneuerbarer Energien bis 2050 zu erreichen“.

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