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Urteil am Frankfurter Landgericht: Schwester vergewaltigt: Zuhälter müssen hinter Gitter

Von Die Geliebte und eine Schwester auf den Strich geschickt, die andere Schwester vergewaltigt, weil sie das nicht wollte. Ein 31 Jahre alter Mann muss dafür sieben Jahre in Haft. Auch seinen Cousin hatte er in die Verbrechen hineingezogen.
Symbolbild Symbolbild
Frankfurt. 

Sieben Jahre Haft wegen Vergewaltigung, Zuhälterei, Körperverletzung und versuchtem Menschenhandel – nach fast acht Monaten Verhandlungsdauer ist jetzt vor dem Landgericht der Prozess gegen einen 31 Jahre alten Albaner zu Ende gegangen. Der mitangeklagte Cousin (21) wurde wegen Beihilfe zu 18 Monaten Bewährungsstrafe verurteilt, die aber bereits durch die Untersuchungshaft verbüßt sind.

Die Polizei war bei großangelegten Fahndungsmaßnahmen Ende 2014 auf die Namen dreier Frauen aus Südosteuropa gekommen, die in Deutschland – zumeist im Ruhrgebiet oder in Hamburg – von Zuhältern ausgebeutet wurden. Nun dauerte es nicht mehr lange, bis die beiden gestern Verurteilten den Fahndern ins Netz gingen.

Angeklagte schweigen

Die Staatsanwaltschaft stellte eine lange Anklageschrift zusammen, die die Jugendstrafkammer des Landgerichts – der jüngere war noch Heranwachsender – ursprünglich aber nur fünf bis sechs Verhandlungstage beschäftigen sollte. Es kam aber ganz anders. Denn der Hauptangeklagte dachte gar nicht daran, die Vorwürfe einzuräumen und auch der Cousin beschloss nach anfänglicher Aussage, sich gar nicht mehr zu äußern. So stand für das Gericht eine umfangreiche Beweisaufnahme mit zahlreichen Zeugenvernehmungen an.

Die Opfer waren zwei Schwestern und die Geliebte des 31-Jährigen. Eine der Schwestern musste im Ruhrpott und in Hamburg anschaffen und dem Zuhälter die meisten ihrer Einkünfte überlassen. Dies hinderte sie nicht daran, auch die ältere Schwester von Albanien nach Deutschland zu locken. Einfach so auf den Strich gehen, das aber wollte die Schwester nicht. Also versuchte der Angeklagte, sie mit einer Vergewaltigung gefügig zu machen. Aber sie leistete weiter Widerstand. Als auch eine fünftägige Hungerstrafe nicht den gewünschten Erfolg brachte, ließ er die junge Frau schließlich ziehen. Das Aushungern wurde im Urteil als „versuchter Menschenhandel“ gewertet.

Den Dirnenlohn kassiert

Schließlich gab es da auch noch die „Geliebte“ des Zuhälters, die sich aber zumeist mit anderen Männern abzugeben hatte. Den Dirnenlohn kassierte der Angeklagte, der sich von der Frau auch noch bekochen und anderweitig betreuen ließ.

Nicht nur die Frauen kamen unter gänzlich anderen Vorstellungen nach Deutschland. Auch der Mitangeklagte wollte hier eigentlich auf dem Bau schuften und das (schwarz verdiente) Geld nach Hause schicken. Doch der Cousin hatte das Heft in der Hand und bestimmte den Verwandten zum Aufseher im Rotlichtbezirk. Drei Jahre lang trieben die Angeklagten ihr Unwesen, ehe die Handschellen klickten. Ein Umstand, der von der Strafkammer als strafschärfend berücksichtigt wurde. Im Strafmaß lag man auf der Höhe der Staatsanwaltschaft, während die Verteidiger auf Freispruch plädiert hatten.

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