Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 20°C

Museum Angewandte Kunst: Seht her, das haben wir gehört!

Von Ám ersten Sonntag des Jahres startete das Museum Angewandte Kunst ein neues Angebot für Kinder: Als „Gestalterkids“ erkundeten junge Besucher die Klänge des Hauses.
Stolz zeigt Daniel, was ihm durch den Kopf gegangen ist, als er sich im Museum Angewandte Kunst die Licht- und Klanginstallationen von Brian Eno angesehen hat. An Meer und Segelboote musste er denken und malte sie danach auf. Foto: Michael Faust Stolz zeigt Daniel, was ihm durch den Kopf gegangen ist, als er sich im Museum Angewandte Kunst die Licht- und Klanginstallationen von Brian Eno angesehen hat. An Meer und Segelboote musste er denken und malte sie danach auf.
Sachsenhausen. 

In diesem Moment soll man sie nicht stören, die Kindergruppe, die sich gestern in einem Arbeitsraum im Untergeschoss des Museums Angewandte Kunst versammelt hat. Sie hören sehr konzentriert zu, wie Jil Hingott die Geschichte vorliest, die sie sich zuvor gemeinsam ausgedacht haben. Ein richtiges Abenteuer, geschehen in einer stürmischen Nacht, in der die Zootiere ihre Gehege verlassen, um die Stadt zu erkunden. Die Kinder hören nicht nur zu, sie machen Regengeräusche mit Hilfe von Alufolie nach, imitieren Tierstimmen und lassen Donner grollen, indem sie mit den Fäusten auf die Tische trommeln. Zusammen mit Hingotts Worten entsteht so ein Hörspiel.

Die Premiere des neuen Angebots „Gestalterkids“ im Museum für Angewandte Kunst hat also ein hörbares Ergebnis. Und sie war für die teilnehmenden Kinder ein ungewöhnliches Erlebnis, das wenig zu tun hatte mit einem typischen Sonntag im Museum.

Inspiriert von Brian Eno

Wobei auch die Gruppe der „Gestalterkids“, zu der Kinder zwischen fünf und zehn Jahren gehörten, sich erst einmal im Museum umsah. Gemeinsam mit der Kunstpädagogikstudentin Jil Hingott erkundeten sie die Ausstellung „My Life in Light“ des Künstlers Brian Eno, die nur noch wenige Tage im Museum für Angewandte Kunst gezeigt wird. Gemeinsam saßen sie in dem dunklen Ausstellungsraum auf dem Boden oder Sitzsäcken, um sich Lichtinstallationen anzusehen und die Geräusche anzuhören, die der Künstler dazu komponiert hat. Um sie ging es, die Pädagogen hatten den Nachmittag unter das Motto „Geräuschemaler“ gestellt.

Die Fantasie der Kinder kurbelte das Erlebte an, so sehr, dass sie aufmalen konnten, woran sie die Klänge erinnerten. Der neunjährige Daniel zeichnete ein Segelschiff, seine Sitznachbarn Autos und eine Eisenbahn. Die Mädchen aus der Gruppe von etwa 30 Kindern assoziierten eher an Musikinstrumente mit dem Gehörten. „Um Kindern in diesem Alter Spaß an der Kunst zu bereiten, ist mehr nötig, als sie nur durch eine Ausstellung zu führen“, sagte Museumssprecherin Julia Quedzuweit, die beim Projektauftakt dabei war. Begeistert beobachtete sie, wie sich aus den Ideen der Kinder die kleine Geschichte entwickelte und im Raum immer neue Geräuschkulisse auszogen: erst Stille, dann die Kakophonie auf einem Bauernhof, die Kinder ahmten dafür Esel, Schweine und Hunde nach. Für die Kursleiterin Hingott war die Debütveranstaltung ein großer Erfolg. „Es hat Spaß gemacht, zu sehen, wie die Kinder mit Feuereifer bei der Sache waren, ihre Konzentration gar nicht nachließ. Der Ansturm war so groß, dass ich weitere Materialien besorgen musste, weil wir nicht mit so vielen Teilnehmern gerechnet hatten.“ Dass sich das Konzept des Museums gleich beim ersten Termin so bewährt hat, zeige ihr, dass der Ansatz der richtige sei.

Ohne Anmeldung

Jeden ersten Sonntag im Monat von 15 bis 16.30 Uhr sollen die kleinen Museumsbesucher am Schaumainkai 17 von nun an zu „Gestalterkids“ werden können, die auf kreative Weise die Ausstellungen und die Architektur des Hauses entdecken, während ihre Eltern sich in Ruhe das Museum ansehen. Beim nächsten Termin am 7. Februar dreht sich etwa alles um das Thema „Geheimschrift“. Weitere Themen der Veranstaltung, zu der man sich nicht vorher anmelden muss, lauten „Zeitreise“, „Architektour“ und „Typensuche“. Die Teilnahme für Kinder kostet 3 Euro, die zusätzlich zu den 4,50 Euro Museumseintritt bezahlt werden müssen. Für die siebenjährige Lilou und den zwei Jahre älteren Oskar hätten die Eltern das Geld an diesem Tag für nichts Besseres ausgeben können. „Ich war schon ein paar Mal im Museum. So viel Spaß gemacht wie heute hat es aber noch nie“, betont Oskar, und Lilou gibt ihm schnell recht, dann läuft sie, den Eltern von ihren Erlebnissen zu berichten. Viele der Kinder wollen nach dem Workshop noch eine Weile bleiben, um den Eltern die Ausstellung aus Kinderaugen zu zeigen und so dafür zu sorgen, dass alle Beteiligten vom neuen Angebot des Museums profitieren.

Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse