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Sein Herz schlägt für die Kultur

Für sein ehrenamtliches Engagement als Vorsitzender des Frankfurter Künstlerclubs bekommt Ernst-Dietrich Haberland heute die Bürgermedaille von der Stadt verliehen.
Das Nebbiensche Gartenhaus ist das zweite Wohnzimmer von Ernst-Dieter Haberland.	Foto: rüf Das Nebbiensche Gartenhaus ist das zweite Wohnzimmer von Ernst-Dieter Haberland. Foto: rüf
Innenstadt. 

"Man braucht eine Aufgabe, um glücklich und zufrieden zu sein", lautet der Leitspruch von Ernst-Dietrich Haberland (80). Seit 1996 ist er Vorsitzender des Frankfurter Künstlerclubs – ein Ehrenamt, das er mit Leben füllt und dem er sich vor allem mit einer großen Leidenschaft widmet. Durch sein Engagement und sein Organisationstalent, hat er das kulturelle Leben in Frankfurt in den vergangenen Jahren intensiv mitgestaltet. "Es ist ein Vollzeitjob, rund 40 Stunden pro Woche bin ich hierfür im Einsatz, auch am Wochenende", erzählt er.

Als Ingenieur gearbeitet

Mit der Verleihung der Bürgermedaille der Stadt heute um 16 Uhr im Limpurgsaal wird dieses Engagement nun von offizieller Seite gewürdigt. "Ich bin so begeistert von Frankfurt und fühle mich jetzt wirklich wie ein Bürger der Stadt", sagt Haberland, der 1931 in Königsberg in Ostpreußen, dem heutigen Kaliningrad geboren wurde. Nach seiner Flucht vor den Russen lebte er zunächst in Norddeutschland, studierte in den 1950er Jahren an der Karosseriebauschule Kaiserslautern und war danach als Ingenieur, später als Berater tätig. 1985 kam er aus beruflichen Gründen nach Frankfurt. Seine Begeisterung für Kunst und Geschichte motivierte ihn einst, als ehrenamtlicher Stadtführer Frankfurt zu erkunden, später nahm er selbst Bleistift, Pinsel und Farben in die Hand, um zu zeichnen und zu malen.

Sein damaliger Zeichen- und Mallehrer, der Frankfurter Künstler Hans-Ludwig Wucher, schlug ihm vor, Mitglied im Frankfurter Künstlerclub zu werden. Das war 1990. Vier Jahre später hatte er seine erste Einzelausstellung im Nebbienschen Gartenhaus, dem Domizil des 1955 gegründeten Frankfurter Künstlerclubs. Als Haberland 1996 seine Aufgaben als Vorsitzender begann, hatte der Verein 120 Mitglieder, heute hat sich die Zahl auf 350 erhöht. Mit rund 140 Veranstaltungen im Jahr bietet der Frankfurter Künstlerclub ein vielfältiges Programm.

Im Stillen tätig

"Ich habe Herrn Haberland durch Veranstaltungen im Nebbienschen Gartenhaus kennengelernt. Sein Name war mir aber schon früher ein Begriff durch seine Monografie über den Frankfurter Stadt- und Dombaumeister Madern Gerthener", sagt Andreas Hansert. Er und Otto Winzen engagieren sich in der Ilse-Hannes-Gesellschaft, die ebenfalls Veranstaltungen im Nebbienschen Gartenhaus organisiert. "Wir haben schon vor geraumer Zeit wahrgenommen, dass er in einem Ausmaß ehrenamtlich tätig ist, dass dieses Engagement zu würdigen ist. Aus diesem Grund haben wir Herrn Haberland für die Bürgermedaille vorgeschlagen", betont Hansert. Haberland sei ein Mensch, der im Stillen agiere und nicht so im Blick der Öffentlichkeit stehe.

"Die ehrenamtliche Aufgabe als Vorsitzender des Frankfurter Künstlerclubs macht mir soviel Freude. Man trifft viele interessante Menschen – rund 10 000 Besucher kommen jährlich in das Nebbiensche Gartenhaus, um Ausstellungen zu besichtigen, Konzerte oder Lesungen zu besuchen", sagt Haberland. Mit seiner Lebensgefährtin Dr. Hannelore Gwildis hat er eine Partnerin gefunden, die seine Leidenschaft für den Frankfurter Künstlerclub teilt und sich um die Organisation der Konzerte kümmert. Herr Haberland hat immer schon den nächsten Zeitraum im Blick, den er organisieren muss. "Die Maler, die wir im nächsten Jahr zeigen, wurden bereits durch eine Jury festgelegt. Mit seinem Engagement möchte er Künstler und die Bürger der Stadt zusammenbringen, den Frankfurter Künstlerclub in der Kulturlandschaft der Mainmetropole noch stärker etablieren, und sich solange wie möglich hierfür einsetzen.alf

(Alexandra Flieth)
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