Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer

Evangelische Gemeinde: Seine halbe Stelle ist ein Volltreffer

Von Für den neuen Pfarrer der Bethaniengemeinde, Joachim Winkler, ist das Pfarramt Teamarbeit. Das religiöse Leben will er daher mit allen gemeinsam gestalten.
Wird die andere Hälfte seiner Zeit an seiner Dissertation sitzen: Pfarrer Joachim Winkler, hier in seiner neuen Heimat, der Bethanienkirche.	Foto: Salome Roessler Foto: Salome Roessler Wird die andere Hälfte seiner Zeit an seiner Dissertation sitzen: Pfarrer Joachim Winkler, hier in seiner neuen Heimat, der Bethanienkirche. Foto: Salome Roessler
Frankfurter Berg. 

Schön sei die Kirche der Bethaniengemeinde, sagt Joachim Winkler (42), gemütlich mit ihrem Inneren aus Holz. Auch dass sie etwas ganz Besonderes ist, weiß der neue Gemeindepfarrer am Frankfurter Berg längst: Nach Entwürfen von Otto Bartning gebaut, entstand sie nach dem Zweiten Weltkrieg als Notkirche und steht unter Denkmalschutz. Hier hält er nun seine Gottesdienste ab, es ist „die erste Gemeinde, in der ich mich selbst beworben habe“ – und prompt wurde er vom Kirchenvorstand auch gewählt.

 

Obertshausener Junge

 

Zuvor war er Gemeindepfarrer in Nassau, zwischen Limburg und Koblenz gelegen. „Das war meine erste Pfarrstelle, und auf die wird man vom Regionalverband geschickt.“ Frankfurt kennt er gut – aus Studienzeiten und weil er „ein Stück hinter Offenbach“, in Obertshausen, aufgewachsen ist. Den Frankfurter Berg allerdings „gilt es noch zu entdecken“. Erste Kontakte hat er natürlich bereits, hat am Sonntag, 1. Februar, dem Tag seiner Amtsübernahme, den ersten Gottesdienst gehalten, nahm an der Gemeindeversammlung jenes Tages teil und war auch schon bei der jährlichen Konfirmanden-Fahrt mit dabei.

Zwei Gründe waren es vor allem gewesen, weshalb er sich hier bewarb. „Zum einen, weil die Gemeinde eine halbe Pfarrstelle zu bieten hat. Denn das gibt mir Zeit, ein wissenschaftliches Projekt wieder anzugehen, das lange auf Eis lag: Meine Dissertation.“ Neben Theologie hat er in Frankfurt, Bochum und Heidelberg im Grundstudium auch Philosophie studiert. So widmet er sich in seiner Dissertation Friedrich Schleiermacher, einem Theologen des 19. Jahrhunderts. „Es geht um Sinnlichkeit und Verstand, um Leib und Seele. Eine Arbeit am Rande zur Philosophie.“

Er sei froh, dass er in der Bethaniengemeinde künftig beides verbinden könne: Die Seelsorge in einer Pfarrei und die wissenschaftliche Arbeit, sagt Winkler. Und selbst nach getaner Doktorarbeit wolle er am Frankfurter Berg bleiben. „In Frankfurt gibt es relativ viele halbe Pfarrstellen, auf die ich mich zusätzlich bewerben könnte. Darunter nicht nur in Gemeinden, sondern auch Sonder-Pfarrstellen.“ Eine solche Kombination aus einer halben Stelle als Gemeindepfarrer und einer Sonder-Pfarrstelle stelle er sich reizvoll vor.

Bislang hatte der Bethaniengemeinde eine ganze Pfarrstelle zugestanden, nun ist es nur noch eine halbe. „Das darf man aber nicht als Defizit begreifen, sondern einfach als neuen Rahmen, dessen Möglichkeiten man ausloten muss. Genau das wird in der ersten Zeit in der Zusammenarbeit zwischen dem Kirchenvorstand und mir wichtig sein“, sagt Winkler. Womit er beim zweiten Grund für seine Bewerbung ist: „Ich fand die Gemeinde attraktiv, weil der Kirchenvorstand viel auf die Beine stellt, weil auch viel in den einzelnen Gruppen der Gemeinde passiert.“

Vor allem in Fragen der Verwaltung engagiere sich der Kirchenvorstand sehr, sagt Winkler. Etwa auch beim neuen Gemeindehaus, „ein großes Projekt“, wie der neue Pfarrer betont. Das Gemeindehaus soll neu entstehen und künftig den Kindergarten mit aufnehmen. Das Grundstück des bisherigen Kindergartens soll verkauft werden. „Auch gibt es ein prima Sekretariat.“

 

Persönliche Gespräche

 

Das alles sei eine große Hilfe, gar eine Notwendigkeit, damit er selbst sich auf seine eigentlichen Aufgaben konzentrieren könne, so Winkler für den persönliche Gespräche zu diesen Aufgaben und zu einer lebendigen Gemeinde dazugehören.

So würde er sich auch wünschen, „wenn ich die verschiedenen Gruppen der Gemeinde möglichst viel in die Gestaltung der Gottesdienste mit einbinden könnte“. Das gehe nicht jedes Mal, sonst überfordere er die Gemeindemitglieder. „Aber es gibt viel Musik in der Gemeinde. Das ist schön und lässt sich recht leicht in den Gottesdienst einbringen.“

Die offizielle Amtseinführung durch Prodekan Holger Kamlah findet im Gottesdienst am Sonntag. 8. März, ab 18 Uhr statt.

Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse