E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 21°C

Seit 1982 gibt’s hier Theater

Vor 30 Jahren wurden die Frankfurter Schultheatertage erstmals initiiert. Sie sind seitdem ein fester Termin bei Schultheatergruppen aus Frankfurt und angrenzenden Städten.
Celina, Vanessa,Lehrer Martin Schüler, Philipp und Alex (v. l.) von der Theater AG der Liebigschule sind ein eingespieltes Team. Ihr Stück "Adoleszenz 3.0 in the mix" thematisiert das Aufbegehren der Jugend gegen die Erziehungsmethoden und Erwartungen ihrer Eltern	Foto: Rainer Rüffer Celina, Vanessa,Lehrer Martin Schüler, Philipp und Alex (v. l.) von der Theater AG der Liebigschule sind ein eingespieltes Team. Ihr Stück "Adoleszenz 3.0 in the mix" thematisiert das Aufbegehren der Jugend gegen die Erziehungsmethoden und Erwartungen ihrer Eltern Foto: Rainer Rüffer
Nordweststadt. 

Lampenfieber kenen Alex, Celina, Vanessa und Philipp (alle 18 Jahre) von der Theater AG der Liebigschule nicht. Sie warten gelassen auf ihren Auftritt, lassen sich schminken und ziehen ihr Bühnenoutfit an. Ihr Lehrer Martin Schüler gibt noch letzte Anweisungen. Die Jugendlichen sind ein eingespieltes Team, führen ihr Stück "Adoleszenz 3.0 in the mix" auf. Es ist angelehnt an das Drama "Frühlingserwachen" nach Frank Wedekind. Dieses handelt unter anderem vom Aufbegehren der Jugend Ende des 19. Jahrhunderts gegen die Erziehungsmethoden und Erwartungen ihrer Eltern.

"Nach dem Lesen der Lektüre haben die Schüler die Grundkonflikte in die Gegenwart übersetzt und ihr eigenes Stück daraus gemacht", sagt Martin Schüler. Ihr Auftritt bei den Schultheatertagen stellt sie dieses Mal vor eine besondere Herausforderung. Das Konzept sieht erstmals vor, dass jede Gruppe nur 30 Minuten auf der Bühne steht, viele Inszenierungen müssen also gekürzt werden.

Mousonturm wird saniert

Das hat einen Grund: Weil der Mousonturm derzeit umgebaut wird, musste auf die Bühne des Schultheater Studios auf dem Gelände der Ernst-Reuter-Schule im Hammarskjöldring 17a ausgewichen werden. "Für die zweitägige Veranstaltung wurden Blöcke gebildet, unter anderem aufgeteilt nach Grundschule, Mittel- und Oberstufe. Insgesamt 14 Schultheatergruppen, rund 300 Schüler, machen dieses Mal mit", sagt Klaus Belz, der seit 20 Jahren die Schultheatertage leitet. Die Möglichkeit, ein vollständiges Stück aufzuführen, sei in diesem Jahr aufgrund der räumlichen Situation unmöglich. "Jede Gruppe soll sich daher auf 30 Minuten beschränken und das Wesentliches aus ihrem Stück auf die Bühne bringen", erklärt Belz. Mit dabei sind Inszenierungen, die sowohl auf klassischen als auch auf modernen Stücken basieren sowie solche, die zum Teil selbst- beziehungsweise umgeschrieben wurden.

Die Idee der Frankfurter Schultheatertage basiert auf dem gegenseitigen Austausch zwischen den Teilnehmern – jede Gruppe spielt ihr Stück vor, während die anderen Schüler zuschauen. Da wird genau geschaut, Ideen und Inspirationen gesammelt – nicht nur für das eigene Spiel, sondern auch für das Bühnenbild oder die Kostüme.

Über Tellerrand blicken

In den vergangenen 30 Jahren hat sich vieles geändert. So kann etwa Darstellende Spiel als Unterrichtsfach in der Oberstufe gewählt werden. Lehrer, die das Fach unterrichten möchten, müssen eine zweieinhalbjährige Ausbildung machen, die mit einer Examensprüfung abgeschlossen wird. Einer hiervon ist auch Martin Schüler. "Ich bin damals auf einem Wochenendseminar für Referendare auf die Zusatzausbildung aufmerksam geworden", erzählt er. Vor zwei Jahren habe er das Examen abgelegt. Neben der Schultheater AG der Oberstufe der Liebigschule unterrichtet er dort auch Deutsch sowie Politik und Wirtschaft. Er findet, dass die Teilnehmer durch die Schultheatertage die Möglichkeit bekommen, "über den Tellerrand hinauszublicken und einen Eindruck von dem erhalten, was Schultheater eigentlich ausmacht."

Für manche Schultheatergruppen hat sich das Mitmachen auch finanziell gelohnt. Die 1822-Stiftung der Frankfurter Sparkasse, die die Veranstaltung mitfördert, hat aus allen Teilnehmern sechs Gruppen ausgelost, die je 250 Euro als Zuschuss für ihre Produktionskosten bekommen. Glück gehabt haben die Schultheatergruppen der Peter-Petersen-Schule, der Louise- von-Rothschild-Schule, des Goethe- Gymnasiums, der Diesterwegschule, der Rudolph-Koch-Schule und der Berthold-Otto-Schule.alf

Weitere Informationen gibt es im unter www.schultheater.de.

(Alexandra Flieth)
Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen