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Bildung: Selbstwertgefühl steigern mit der Volkshochschule

Neben mehr als 6000 anderen Kurse umfasst das aktuelle Programm der Volkshochschule (VHS) Frankfurt auch Angebote zur Selbsthilfe. Diese eignen sich aber nicht für jedermann, erklärt Psychologe Christoph Fehr.
VHS-Lehrer Dieter Milbrandt zeigt Susanne Abdennadeur in den Räumen der Volkshochschule im Nordwestzentrum, wie man einen Tiffany-Schmetterling zusammenlötet. Foto: Holger Menzel VHS-Lehrer Dieter Milbrandt zeigt Susanne Abdennadeur in den Räumen der Volkshochschule im Nordwestzentrum, wie man einen Tiffany-Schmetterling zusammenlötet.
Frankfurt. 

Die Volkshochschule (VHS) bietet viel: Wirtschaftskurse, Computerhilfe für Senioren, Berufsorientierung, Gymnastik – aber auch Angebote zur Selbsthilfe. Rund 40 meist ein- bis zweitägige Kurse, die helfen sollen, das Selbstwertgefühl zu stärken, Ängste abzulegen oder zwischenmenschliche Bindungen zu stärken, hat die VHS in ihr aktuelles Programm für Frühjahr und Sommer 2018 aufgenommen.

Darunter fallen beispielsweise „Achtsamkeit & Selbstfürsorge“, „Selbstmanagement“ und „Kommunikation & Beziehung“. Aber: Wer sollte solche Kurse überhaupt besuchen – und wer nicht?

Kein Ersatz für Therapie

„Solche Kurse sind für Menschen geeignet, die zum Beispiel an vorübergehenden Stimmungsschwankungen leiden. Sie könnten dort ihre Stabilität verbessern“, erklärt Dr. Christoph Fehr, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Markus-Krankenhaus. Der Experte sagt, die Kurse seien nicht für Menschen gedacht, die an schweren psychischen Erkrankungen leiden, wie zum Beispiel Ängste mit gravierenden Auswirkungen auf das alltägliche Leben. „Wenn man beispielsweise Angst hat, den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen“, so Fehr, „ist man bei einem Facharzt besser aufgehoben.“ Bei einer ernst zu nehmenden psychischen Erkrankung können die Kurse nicht helfen. „Und auch sonst sind sie allenfalls ein Wegweiser“, so Fehr.

Weiterempfehlen würde er das Angebot der VHS an Menschen, die grundsätzlich viel grübeln und sich für Psychologie interessieren. „So etwas kann ein guter Einstieg in das Thema sein“, erklärt er.

Kurse wie „Warum nervt mich der Andere so?“, „Hilfe, mein Gehirn macht, was es will!“ oder „Starke Löwen auf sanften Pfoten“, richten sich grundsätzlich aber an alle interessierten Bürger. „Hinter dem Programm steht der kommunale Bildungsauftrag“, erklärt VHS-Sprecherin Annette Remy. Teils zielten die Selbsthilfe-Kurse natürlich auch auf bestimmte Berufsgruppen ab – „oder auf die, die an ihrer persönlichen Beziehung arbeiten möchten.“ Mindestens sieben oder acht Teilnehmer müssen sich für einen Kurs anmelden, damit dieser stattfinden kann. Bei Dreiviertel der Kursen sei das auch der Fall, erklärt die VHS-Sprecherin.

Drei Monate Planung

Insgesamt umfasst das aktuelle Programm der VHS mehr als 6000 Kurse. Es erscheint zweimal im Jahr, das Programm für den Winter wird Ende Juni veröffentlicht. Die Planungen dauern immer rund drei Monate: „In dieser Zeit wird von den rund 30 hauptamtlich pädagogisch tätigen Mitarbeitern das neue Programm konzipiert und geplant“, erklärt Remy. Das beinhaltet auch die finanziellen Kalkulationen und die Verpflichtung von Kursleitern.

Die Mitarbeiter haben dabei die Fachhoheit über ihren Themenbereich, zum Beispiel Computer und Internet, Kunst, Literatur und Film oder Aktiv im Alter. „Neben den pädagogischen Mitarbeitern beschäftigen sich unter anderem die Verwaltungsmitarbeiter oder Kollegen der Abteilung Raummanagement mit dem Programm“, erklärt Remy, und fügt mit einem Lachen an: „Und natürlich auch wir von der Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation.“

Beliebte Bildungsurlaube

Doch welche VHS-Kurse sind aktuell besonders beliebt? „Wir haben festgestellt, dass unsere rund 150 halbjährlich angebotenen Bildungsurlaube groß im Trend liegen“, erklärt die VHS-Sprecherin. Diese umfassen verschiedene Themen – von Sprachen und Gesundheit über Bildbearbeitung bis hin zu Psychologie, Webdesign und BWL. Die VHS freue sich aber auch, dass das Theaterseminar mit circa 40 Teilnehmern gut besucht ist. „2016 war beispielsweise ein erfolgreiches Jahr für die Angebote unseres Gesundheitsbereichs. Rund 9000 Belegungen haben wir damals gezählt“, so Remy weiter.

Insgesamt arbeiten für die VHS 137 hauptamtliche Mitarbeiter in Teil- und Vollzeit, dazu kommen 1021 nebenberufliche Kursleiter. Die Kurse finden in verschiedenen Stadtteilen und Unterrichtszentren statt: im Ostend, im VHS-Zentrum West, im Bikuz in Frankfurt-Höchst, im VHS-Zentrum Nord im Nordwestzentrum und im Unterrichtszentrum Leipziger Straße in Bockenheim.

Die VHS nutzt außerdem Räume im gesamten Stadtgebiet, in Schulen, Turnhallen, Schwimmbädern oder Veranstaltungssälen.

Heute Schnuppertag

Am Samstag findet in der VHS Sonnemannstraße 13 ein Schnuppertag statt. Dort können vor der Kursbuchung verschiedene Kurse zum Thema Bewegung ausprobiert werden. Einlass ist ab 12.30 Uhr, die Veranstaltung beginnt um 13 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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