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Hindemith-Schule: Sicher zum Unterricht und zurück

Von Straßenregeln verstehen, das Fahrrad beherrschen, Reparatur erlernen: Unterstützt von lokalen Fahrradhändlern bietet die Paul-Hindemith-Schule ihren Eleven einen „Bikepool“ mit 21 Mountainbikes und wöchentlichen Unterricht im Radfahren und der Technikwartung.
Schulleiter Metthew George (rechts) macht mit den Schülern auch Ausflüge, um richtiges Verhalten im Straßenverkehr zu lehren.	Foto: Christes Schulleiter Metthew George (rechts) macht mit den Schülern auch Ausflüge, um richtiges Verhalten im Straßenverkehr zu lehren. Foto: Christes
Gallus. 

Kingsley, 13 Jahre jung, lässt sich von Hindernissen auf dem Hof der Paul-Hindemith-Schule nicht aufhalten: Er sitzt auf dem weißen Mountainbike und fährt cool über Holzrampen und umgedrehte Paletten, als wäre es das Einfachste auf der Welt. Die Fähigkeiten manches Mitschülers hingegen wirken noch ausbaufähig: Um das Gleichgewicht zu halten, tappt gelegentlich der Fuß auf den Boden, vor der Rampe wird die Geschwindigkeit gedrosselt, die Palette wird umfahren. Man sieht den Nachholbedarf, welcher in der Fahrrad AG der Schule aufgeholt werden kann und soll.

Die Schule stellt dafür einen „Bikepool“ mit 21 modernen Mountainbikes zur Verfügung, einmal wöchentlich trainiert Schulleiter Matthew George 17 Schüler in grundlegenden Disziplinen: Bremsen richtig bedienen, Gleichgewicht halten, Geschicklichkeit, Geschwindigkeit und Umsicht üben, die Straßenverkehrsregeln verstehen, in der Gruppe fahren können, Verantwortung für sich und andere zeigen. „Wir vermitteln die Grundtechniken, wie man sicher auf dem Rad fährt“, sagt George: „Viele Kinder können Radfahren, aber nicht das Rad beherrschen“. Beim Bremsen etwa komme es darauf an, dass der Hinterrad nicht ausbreche und man nicht über den Lenker fliege. „Das ist gefährlich im Straßenverkehr“.

 

Holzrampen gebaut

 

Neben der sicheren Fahrt durch den Straßenverkehr als Nahziel bleibt auch die Teilnahme an Wettbewerben ein Fernziel. Zu diesem Zweck haben die Schüler der Fahrrad AG selbst Holzrampen gebaut und konstruieren noch weitere, größere. Mit einigen Plastikhütchen und Hockern aus der Werkstatt ergeben die Rampen einen Parcours, den die Schüler möglichst schnell und fehlerlos durchqueren sollen. Stellen sie den Fuß ab oder werfen ein Hütchen um, erhalten sie fünf Sekunden Zeitstrafe. Schaffen sie es dagegen, die umgedrehte Palette auf der mittleren Leiste zu überqueren, gibt es einen Bonus von zehn Sekunden.

„Wir fahren bei Wind und Wetter“, betont Matthew George, weiß es aber auch zu schätzen, wenn es richtig regnet, weil dann Zeit für Wartung und Reparatur der Mountainbikes bleibt. Und wenn es im Frühling wärmer wird, sind auch Ausflüge ins Europaviertel, den Stadtwald oder den Grüngürtel rund um Frankfurt geplant. „Wir fahren dann auch mal raus aus dem Stadtteil, weil die Kinder sich sonst nicht allzu weit weg bewegen, auch nicht mit den Eltern“.

Auf die Idee für die Fahrrad AG kam Matthew George, der selbst begeisterter Rennradfahrer ist, bei einer Fortbildung zum Fahrradguide des hessischen Radfahrerverbands. Dort lernte er das Konzept des „Bikepool Hessen“ kennen und adaptierte es für die Hindemith-Schule, wo er vorher mit Schülern bereits alte Fahrräder reparierte und wieder in Schuss brachte. Durch finanzielle und organisatorische Hilfe von der Polytechnischen Gesellschaft, des Fördervereins der Schule, des Hessischen Kultusministeriums sowie privaten und unternehmerischen Spendern bekam George rund 14000 Euro zusammen, um den „Bikepool“ einzurichten.

 

Partner gefunden

 

Die Eschersheimer Fahrradhändler von der Gnewikow & Fülberth Radsport GmbH stellten der Schule dann die Räder zum Selbstkostenpreis zur Verfügung, mit Per Pedale aus Bockenheim wurde eine Kooperation für den günstigen Ankauf von Verschleißmaterialien getroffen. Für die Zukunft sucht George daher weitere Förderer und Sponsoren des Projekts, schließlich brauchen die Biker immer wieder Geld für neue Bremsen, Schläuche und Weiteres. „Irgendwann müssen wir die Sachen ja erneuern“, sagt der Schulleiter, der außerdem schon bald eine zweite Gruppe aufbauen möchte, um noch mehr Stadtkindern die sichere Fahrt beizubringen und die teuren Bikes so viel zu nutzen, wie möglich.

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