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Standesamt: Sie wollen ihr Geschlecht selbst bestimmen: Aktivisten machen Druck auf die Behörden

Menschen, die sich weder als Mann noch als Frau fühlen, haben gestern für ein drittes Geschlecht demonstriert.
Demonstranten ziehen von Standesamt zu Standesamt. Foto: Heike Lyding (imago stock&people) Demonstranten ziehen von Standesamt zu Standesamt.
Frankfurt. 

Zum ersten Jahrestag der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur „Dritten Option“ haben mehrere Personen am Donnerstag in Frankfurt einen Antrag auf einen Geschlechtseintrag im Geburtsregister gestellt, der nicht männlich oder weiblich ist. In einem Demonstrationszug vom Standesamt West zum Standesamt Mitte forderten sie: „Geschlecht muss selbst bestimmt sein!“

Das Bundesverfassungsgerichts hat im Oktober 2017 festgestellt, dass die aktuelle Rechtslage die Grundrechte von Personen, die sich weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zugehörig fühlen, verletzt. Deshalb haben sich nun zahlreiche intergeschlechtliche, transgeschlechtliche und andere Personen zur Aktion „Standesamt 2018“ zusammengeschlossen, um einen „selbstbestimmten Geschlechtseintrag“ zu fordern.

Mit dem aktuellen Gesetzesentwurf der Bundesregierung zur Möglichkeit einer Eintragung als „divers“ sind die Aktivisten nicht zufrieden. „Das Recht auf Selbstbestimmung über die eigene Geschlechtsidentität – also das Recht, selbst zu entscheiden, wie eine Person in dieser Gesellschaft auftritt – hat das Bundesverfassungsgericht bestätigt. Es kann nicht sein, dass die Bundesregierung ein Gesetz vorlegt, in dem die Medizin darüber entscheidet, ob Personen Zugang zu Rechten bekommen oder nicht“, so die Frankfurter Rechtsanwältin Friederike Boll. Mit den Anträgen soll der selbstbestimmte Geschlechtseintrag durchgesetzt werden, ohne auf den Gesetzgeber warten zu müssen. red

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