E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 21°C

Zing-Reporter im Seniorenheim: Singen, tanzen und Fotos machen

Was machen die Menschen in einem Seniorenheim eigentlich den ganzen Tag? Dort ist es doch sicherlich ziemlich langweilig. Weit gefehlt, wie die Recherche der ZING-Reporter aus der Klasse 4c der Riedhofschule ergab.
Eine schöne Begegnung: Seniorin Hannelore Knuth erzählte den ZING-Reporterinnen Anna (links) und Liya viel aus ihrem Leben. Eine schöne Begegnung: Seniorin Hannelore Knuth erzählte den ZING-Reporterinnen Anna (links) und Liya viel aus ihrem Leben.
Frankfurt. 

Als die Nachwuchsjournalisten nach einem halbstündigen Fußmarsch im Bürgermeister-Gräf-Haus ankommen, sind die Jungen und Mädchen auf einmal ganz ruhig und andächtig. Viele von ihnen haben noch nie ein Altersheim von innen gesehen. Der leichte Geruch von Chlor und Desinfektionsmittel kitzelt sie in der Nase.

Freundlich werden sie von dem Heimleiter Olaf Höwer begrüßt und treffen direkt im Frühstücksraum auf einige Senioren, die sich bereit erklärt haben, den kleinen Reportern Frage und Antwort zu stehen. Die Schüler sind begeistert von dem großzügigen Raum mit dem Kronleuchter und dem weißen Flügel, der neben einer Bühne steht. „So schön habe ich mir das nicht vorgestellt.“ Ein Raunen geht durch die Klasse.

Nun werden die Reporterblöcke gezückt und Fragen gestellt. Schnell kommen die Kinder mit den Heimbewohnern ins Gespräch. Unter anderen auch mit Klaus Enselein, der gern Bingo und Tschako spielt und an dem Heim eigentlich alles mag – außer manchmal das Essen, gibt er zu.

Oder mit Hannelore Knuth, die von Kiki und Koko, den Kanarienvögeln im 1.Stock erzählt und davon, dass sie gern in der hauseigenen Kegelbahn kegelt. Dagmar Dörner erzählt Cathleen von einem Bombenanschlag im 2. Weltkrieg, bei dem sie ihre schlafende Schwester gerade noch in Sicherheit bringen konnte, und schließlich gibt es da auch noch Peter Stößl, der vor 60 Jahren selbst Schüler an der Riedhofschule war. Wie die Heimbewohner hier einen Geburtstag feiern, will Mahnoor von Dagmar Dörner wissen. „Das ist immer sehr lustig. Wir singen, tanzen und machen Fotos.“

Nach den Interviews wird die Klasse 4c durch das Haus geführt und erlebt manche Überraschung: So verfügt das Bürgermeister-Gräf-Haus über einen eigenen Swimmingpool und in den Räumlichkeiten im Untergeschoss ist auch eine Kita untergebracht. Farbenfrohe Bilder an den Wänden zeugen von gemeinsamen Mal-Projekten der Senioren mit den Kindern.

Im 1. Stock befindet sich die Pflegestation, auf der die Senioren leben, die eine umfangreiche Pflege benötigen und die die Station nicht mehr verlassen können. An den Türen der Zimmer hängen Fotos von jungen Frauen und Männern. „Wer sind die Leute auf den Fotos?“ möchte Marcel wissen. „Das sind die Leute, die jetzt auf dieser Station leben. Viele wissen nicht mehr, wie sie heute aussehen, erinnern sich aber daran, wie sie aussahen, als sie noch jung waren.“, erklärt Olaf Höwer. „Die Bilder helfen ihnen das Zimmer wiederzufinden, in dem sie wohnen.“

Viel zu schnell ist der Vormittag im Altersheim vergangen und Kinder und Senioren verbschieden sich herzlich voneinander. Alle haben den Austausch sichtlich genossen. Auf dem Rückweg sagt Beyzanur: „Das war der schönste Ausflug, den wir bis jetzt gemacht haben. Weil wir die Menschen so glücklich gemacht haben.“

Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen