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Situps mit Säbel: Skurrile Weltrekord-Versuche in Frankfurt

Die schrägsten Weltrekorde sammelt das Rekord-Institut Deutschland (RID). In Frankfurt wurden am heutigen Montag die verrücktesten Rekordversuche angestellt.
Franz Huber, stellt beim Schwertschlucken inkl Sit Ups einen Neuen Weltrekord beim Tag der Weltrekorde Made in Germany, in der Commerzbank-Arena auf. Foto: Holger Menzel Franz Huber, stellt beim Schwertschlucken inkl Sit Ups einen Neuen Weltrekord beim Tag der Weltrekorde Made in Germany, in der Commerzbank-Arena auf.
Frankfurt.  Wenn Olaf Kuchenbecker das Kommando für einen Weltrekord-Versuch gibt, blitzt hinter der Fassade des offiziellen Schiedsrichters das begeisterte Kind auf. Das Rekord-Institut Deutschland (RID) hat am Montag in Frankfurt skurrile Weltrekorde abgenommen und mit der Spaß-Veranstaltung für sein Buch «Weltrekorde made in Germany» geworben, das am Dienstag (18. Oktober) erstmals erscheint.

Bilderstrecke Skurrile Weltrekord-Versuche in Frankfurt
Vom Kokosnuss-Spalten bis hin zum Bücher-Stapeln: In Frankfurt haben am Montag mehrere Personen Rekordversuche gewagt. Hier springt Max Schram mit seinem Rad in einer Minute so oft er kann über fünf am Boden liegende Menschen, Weltrekord geschafft.


Es sind Weltrekorde, die einer kindlich-blühenden Fantasie entsprungen scheinen: Bücher stapeln, Luftballons zertreten, Kokosmilch zapfen. Vier junge Männer aus Hessen wollen etwa innerhalb einer Minute mehr als 50 Exemplare des «Weltrekord»-Buchs zu einem Turm aufschichten. Ein Team um den Gießener Unternehmer Christoph Seipp versucht, in Frankfurt mit der U-Bahn alle 86 Stationen der insgesamt neun Linien in weniger als sieben Stunden anzufahren. Der Trial-Biker Max Schrom aus Rhede in Nordrhein-Westfalen springt mit seinem Fahrrad innerhalb von einer Minute 37 Mal über am Boden liegende Menschen und bricht damit nach Angaben des RID den von ihm gehaltenen Weltrekord von 31 Sprüngen.

«Ein bisschen stolz bin ich schon», japst der 29-Jährige nach seinem aufgestellten Weltrekord, «denn das ist fast nicht mehr zu toppen». Kurz zuvor blitzte noch Panik in seinen Augen auf, denn er bleibt nicht nur an einem seiner menschlichen Hindernisse kurz hängen - Schrom verliert dabei den Überblick. «Ich habe mich genau um fünf Sprünge verzählt», sagt der Ingenieur, der sonst an Wochenende seine Fahrradkunst auf Show und im Fernsehen zum Besten gibt. «Erst als Olaf Kuchenbecker das Ergebnis bekanntgab, wusste ich, dass ich es geschafft hatte», berichtet er atemlos in die Kameras.

Dann kommt schon der nächste Weltrekord-Versuch: Franz Huber aus Bayern will so viele Situps wie möglich machen - in seinem Hals steckt dabei ein geschlucktes Schwert. «Bist Du bereit? Dann hol' Dir den Rekord!», ruft Kuchenbecker und drückt auf die Stoppuhr. Als oberster Schiedsrichter und Chefredakteur betreute er 13 Jahre lang die deutsche Buchausgabe des berühmten «Guinness»-Buchs der Rekorde. Als die Guinness World Records Ltd. (GWR) ihr Büro in Deutschland schloss, gründete er vor zwei Jahren kurzerhand sein eigenes Institut. «Ich weiß eben, wie die Rekordjäger in Deutschland funktionieren», sagt er in seinem Schiedsrichter-Blazer.

Entsprechend werden die Rekorde, die er und sein RID abnehmen, nicht zwingend auch im «Guinness»-Buch veröffentlicht. Denn das RID ist weder rechtlich noch organisatorisch mit dem GWR in London verbunden. Zudem sammelt das RID nach eigener Darstellung ausschließlich Höchstleistungen im deutschen Sprachraum. Erst im Sommer hatte es mediale Aufmerksamkeit auf sich gezogen bei einem ähnlich bizarren Weltrekord: Am 10. Juli trafen sich in der Frankfurter «Commerzbank-Arena» 7485 Musiker zum «Größten Orchester der Welt» und spielten gemeinsam Motive von John Miles und Andrew Lloyd Webber. Der Fantasie sind eben keine Grenzen gesetzt in diesem Geschäft.
 
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