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1119 Teilnehmer erklimmen Messeturm: Sky-Run: Einmal Himmel und zurück

Von 1202 Stufen, 222 Höhenmeter und 61 Etagen: Noch nie hat den Messeturm jemand so schnell erklommen wie Christian Riedl. Mit 6 Minuten 25 Sekunden hat der Erlanger gestern beim Sky-Run einen neuen Rekord aufgestellt. Auch die Zahl der Teilnehmer war mit 1119 so groß wie nie. Mindestens rekordverdächtig war die Leistung der 412 Feuerwehrleute, die mit schwerem Atemschutz an den Start gingen.
Sind bereit für den Aufstieg: Michael Beltke, Tristan Jung und Philipp Pohl (von links) von der Frankfurter Berufsfeuerwehr wollen die 1202  Stufen des Frankfurter Messeturms mit schwerem Atemschutz in weniger als 15  Minuten zurücklegen. Bilder > Foto: Michael Faust Sind bereit für den Aufstieg: Michael Beltke, Tristan Jung und Philipp Pohl (von links) von der Frankfurter Berufsfeuerwehr wollen die 1202 Stufen des Frankfurter Messeturms mit schwerem Atemschutz in weniger als 15 Minuten zurücklegen.
Frankfurt. 

Eine Zeit unter 15 Minuten – für Michael Beltke (32), Tristan Jung (27) und Philipp Pohl (26) von der Frankfurter Berufsfeuerwehr ist das Ehrensache. „Wir sind ja die Lokalmatadore hier“, scherzt Beltke, hinter dem der Messeturm an diesem Sonntag besonders bedrohlich in den Himmel zu ragen scheint. 222 Höhenmeter gilt es beim Sky-Run zurückzulegen, 1202 Stufen zu erklimmen.

Neuer Streckenrekord

Sportler wie der diesjährige Sieger des „Towerrun“ Christian Riedl – mit 6:25:5 Minuten hat der Erlanger einen neuen Streckenrekord aufgestellt – schlüpfen dafür in ihren Laufdress und die Sportschuhe.

Bilderstrecke Sky-Run: 1119 Teilnehmer erklimmen den Messeturm
202 Stufen, 222 Höhenmeter und 61  Etagen: Noch nie hat den Messeturm jemand so schnell erklommen wie Christian Riedl. Mit 6  Minuten 25  Sekunden hat der Erlanger gestern beim Sky-Run einen neuen Rekord aufgestellt. Auch die Zahl der Teilnehmer war mit 1119 so groß wie nie. Mindestens rekordverdächtig war die Leistung der 412  Feuerwehrleute, die mit schwerem Atemschutz an den Start gingen. Unsere Bilderstrecke zeigt Impressionen.Frankfurt 12.6.2016 SkyRun

Nicht so Beltke und seine Kameraden: Alle drei tragen Schutzanzug, Feuerwehrhelm und Atemschutz, haben Sauerstoffflaschen auf den Rücken geschnallt. Die Füße stecken in schweren Feuerwehrstiefeln. Auf „um die 15 Kilo“ schätzt Beltke das Gewicht der Ausrüstung. Und die schleppen er und seine Kameraden nicht nur die 61 Etagen hoch, sie atmen dabei auch über die Maske.

Während Beltke und Jung zum ersten Mal dabei sind, weiß Pohl, worauf er sich einlässt, und dass es „anstrengend“ wird. „Aber es ist ein cooles Gefühl, oben anzukommen.“ Einmal pro Woche haben die Männer dafür im Trianon-Hochhaus trainiert, das hat immerhin 48 Stockwerke.

Mit etwas anderen Trainingbedingungen musste sich da die „Konkurrenz“ aus Rüsselsheim zufrieden geben: Sven Kresalek (27), Jonas Gimbel (26) und Ferdinand Kirchner (24) von der Freiwilligen Feuerwehr Bauschheim haben sich in einem zwölfstöckigen Gebäude der Rüsselsheimer Gewo-Bau fit gemacht für den Messeturm, sind einmal pro Woche die zwölf Etagen immer wieder hoch- und runtergelaufen. „Das ist ein super Training, wenn man höhere Gebäude im Einsatzgebiet hat“, findet Gimbel, der vor drei Jahren schon mal beim Sky-Run dabei war – „eine tolle Erfahrung“. Erklärtes Ziel des angehenden Bauingenieurs: die Zeit vom letzten Mal (16:14 Minuten) unterbieten. Einen Konkurrenzkampf mit anderen Wehren sieht er nicht, wobei er schon stolz ist, dass es beim letzten Mal immerhin für Platz 10 von 36 gereicht hat. „Da war nur eine Freiwillige Feuerwehr vor uns“, erinnert sich Gimbel.

In diesem Jahr sind mehr als 100 Feuerwehr-Mannschaften am Start. Allein aus Frankfurt sind elf Teams gemeldet, viele weitere kommen aus der Region – aus Hattersheim, Kriftel, Kelkheim, Nidderau. Andere sind extra aus Berlin, Hamburg oder Düsseldorf angereist.

Eins haben sie alle gemein: Wer oben im 61. Stockwerk ankommt, schweißgebadet, keuchend und mit hochrotem Kopf, ist fix und fertig. Während Nicole Herzberger kaum hinterher kommt, Apfelschorle und Wasser in Plastikbecher auszuschenken, reißen sich Feuerwehrmänner im Zieleinlauf die Masken vom Gesicht und die Helme vom Kopf, werfen die Sauerstoffflaschen ab, sacken erschöpft auf den nassen Boden, feucht vom Wasser, das sich ihre Vorgänger zum Abkühlen übergeschüttet haben.

Ohrenbetäubend

Die müden Beine, sagt Paul von Egidy, seien gar nicht so schlimm. „Ich spüre meinen Rücken kaum noch“, erzählt der Bad Homburger. „Mit dem Gewicht hatte ich keine Probleme, aber mit der Wärme“, berichtet hingegen Jennifer Krimm (18) von der Feuerwehr Sachsenhausen. Und dann noch dieser ohrenbetäubende Pfeifton – die Atemschutz-Geräte schlagen schon während dem Aufstieg Alarm, dass die Luft knapp wird. Das mache Kopfschmerzen, sagt Krimm.

Wer wieder einigermaßen bei Kräften ist, schart sich um zwei Bildschirme, auf denen die Zeiten zu lesen sind. Unter 15 Minuten, wie es sich die Frankfurter Beltke, Jung und Pohl vorgenommen haben, das schaffen nur die wenigsten. Viele brauchen doppelt so lange. Doch die Zeit ist für die meisten ohnehin Nebensache. Ankommen zählt. Und schließlich kann nicht jeder so schnell sein wie Titelverteidigerin Suzi Walsham aus Singapur, auch in diesem Jahr mit 7:47 Minuten wieder schnellste Frau beim Sky-Run. Platz 4 und 5 belegten mit Helen Hemmling (9:48) und Anna Lena Böckel (9:53) übrigens zwei Frankfurterinnen.

Mit insgesamt 1119 Teilnehmer waren bei der zehnten Auflage des Sky-Runs so viele Läufer dabei wie nie zuvor. Gut so, schließlich kommen die Startgebühren der gemeinnützigen Arbeit des Vereins Arque zugute, der sich für Menschen mit angeborener Querschnittlähmung stark macht.

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