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DRK-Kreiswettbewerb: So kämpfen junge Ersthelfer um den Sieg

An 20 Frankfurter Schulen engagieren sich zusammen rund 500 Schüler im Sanitätsdienst. Am Samstag haben sich 50 von ihnen beim Kreiswettbewerb des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in der Ersten Hilfe gemessen. Dabei ging es um viel mehr als nur um stabile Seitenlage.
Bei einer gestellten Situation zeigen die Ersthelfer ihr Können: Sie kühlen eine Verbrennung mit Wasser und verbinden Wunden. Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA Bei einer gestellten Situation zeigen die Ersthelfer ihr Können: Sie kühlen eine Verbrennung mit Wasser und verbinden Wunden.
Innenstadt. 

Irgendwas passiert immer im Schulalltag. Wo viele Kinder rennen, raufen und herumräubern, gibt es Schrammen, Gehirnerschütterungen und manchmal auch schlimmere Verletzungen. Etwa bei dem Jungen vom Heinrich-von-Gagern-Gymnasium: Während des Fußballspielens stürzte er und rammte sich dabei den Stiel seines Lollys in den Kopf. Davon erzählt Amelie. „Da war alles voller Blut. Aber ihm ging es bald wieder gut.“

Lehrern Bescheid sagen <br>
Luisa Betz (8):<br>
„Auch bei kleinen Verletzungen kann man leicht Erste Hilfe leisten. Viele in der Schule haben zum Beispiel nur eine kleine Beule. Die kühlen wir, dann heilen sie schneller. Dafür gibt es in unserem Sanitätsbüro Kühlpads. Für kleine Platzwunden, die bluten, haben wir auch Pflaster und Mullbinden. Aber wir müssen nicht nur die Wunden behandeln. Wichtig ist auch, dass wir den Lehrern Bescheid sagen, wenn sich ein Schüler verletzt. Die können dann nämlich die Eltern anrufen. Wenn ein Schüler nach Hause geschickt wird, darf er ja nicht alleine gehen.“ msr Bild-Zoom Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA
Lehrern Bescheid sagen
Luisa Betz (8):
„Auch bei kleinen Verletzungen kann man leicht Erste Hilfe leisten. Viele in der Schule haben zum Beispiel nur eine kleine Beule. Die kühlen wir, dann heilen sie schneller. Dafür gibt es in unserem Sanitätsbüro Kühlpads. Für kleine Platzwunden, die bluten, haben wir auch Pflaster und Mullbinden. Aber wir müssen nicht nur die Wunden behandeln. Wichtig ist auch, dass wir den Lehrern Bescheid sagen, wenn sich ein Schüler verletzt. Die können dann nämlich die Eltern anrufen. Wenn ein Schüler nach Hause geschickt wird, darf er ja nicht alleine gehen.“ msr

Es ist eine Geschichte aus ihrem Alltag als Schulsanitäterin. Das ist nicht ihr Job, sondern eher ihr Hobby, denn Amelie ist 13 Jahre alt. An 20 Frankfurter Schulen gibt es Sanitätsdienste des Jugendverbands des DRK. Insgesamt rund 500 Schüler engagieren sich dort. In den Schulpausen holen sie neben den Brotdosen die Westen raus, die sie als Ersthelfer erkennbar machen. Verletzt sich jemand, sind sie zur Stelle. Mit Verbandsmaterial und vor allem dem Wissen, wie man richtig Erste Hilfe leistet.

Trösten und dokumentieren

Darin haben sich am Samstag 50 Kinder und Jugendliche beim Kreiswettbewerb der DRK-Jugend gemessen. Die Mädchen des jüngsten Teams waren gerademal zwischen sieben und neun Jahre alt. Es sind Vivienne und ihre Freundinnen von der Textorschule. Sie wissen, dass Erste Hilfe mehr sein kann, als den Krankenwagen zu rufen und den Verletzten in stabile Seitenlage zu bringen. Das zeigen sie etwa beim praktischen Teil des Wettbewerbs. Die gestellte Situation: Eine Frau hat sich beim Teekochen das Handgelenk verbrannt. Ihr Freund wollte helfen und schnitt sich an einer Scherbe böse die Hand. Eine ziemlich echt aussehende Wunde klafft auf seiner Handfläche. Während ihre Sanitätskolleginnen die Mullbinden vorbereiten, spricht Vivienne mit den Verletzten: „Was ist denn passiert?“, fragt sie, und sagt auf die Antworten stets: „Das ist nicht so schlimm.“

Ganze Situation im Blick <br>
Elena Grub (13):<br>
„Wenn wir in der Schule jemandem helfen, muss man manchmal nicht nur auf den Verletzten schauen, sondern auch auf das Drumherum. Einmal hat sich zum Beispiel ein Mädchen das Knie aufgeschlagen. Sie war hingefallen, weil ihr jemand das Bein gestellt hatte. Die Wunde war nicht schlimm, die haben wir schnell verbunden. Ins Krankenhaus musste das Mädchen nicht. Viel Arbeit hat aber die Mutter gemacht, weil sie sich so aufgeregt hat. „Die verklage ich“, hat sie immer gerufen. Die Mutter mussten wir auch beruhigen, um die ganze Situation zu entspannen.“ msr Bild-Zoom Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA
Ganze Situation im Blick
Elena Grub (13):
„Wenn wir in der Schule jemandem helfen, muss man manchmal nicht nur auf den Verletzten schauen, sondern auch auf das Drumherum. Einmal hat sich zum Beispiel ein Mädchen das Knie aufgeschlagen. Sie war hingefallen, weil ihr jemand das Bein gestellt hatte. Die Wunde war nicht schlimm, die haben wir schnell verbunden. Ins Krankenhaus musste das Mädchen nicht. Viel Arbeit hat aber die Mutter gemacht, weil sie sich so aufgeregt hat. „Die verklage ich“, hat sie immer gerufen. Die Mutter mussten wir auch beruhigen, um die ganze Situation zu entspannen.“ msr

Zur Aufgabe der Ersthelfer gehöre es, die Verletzten zu trösten, sagt Sabrina Sütö. Sie ist die Bildungsreferentin beim Frankfurter DRK. Beim beruhigenden Gespräch mache man sich zudem ein Bild von der Lage. Das sei wichtig, wenn man mit der Notrufleitstelle telefoniere und später den Unfall für die Versicherung dokumentiere.

Die Verpackung der Mullbinden macht einem der Mädchen zu schaffen. Sie zieht und reißt daran, aber sie geht nicht auf. Die Übungsleiterin hilft mit der garstigen Verpackung. Dann kommen die vier wieder in den Routine-Modus. Weniger als eine Minute brauchen sie für jeden Verband. Auch wenn die Übungsleiterin am Ende kritisiert, dass der Verband bei der Verbrennung nicht zu fest sein sollte. „Die Wunde muss nur abgedeckt werden. Darum kann der Verband lockerer sitzen.“ Außerdem hätten die vier gleich zu Beginn den Krankenwagen rufen sollen.

Lage richtig einschätzen <br>
Ludwig Höfle (16):<br>
„Fast jeden Tag hat unser Schulsanitätsdienst am Heinrich-von-Gagern-Gymnasium einen Fall. Meistens sind es Schürfwunden, Übelkeit oder Nasenbluten. Das muss man aber auch richtig einschätzen. Manche haben Nasenbluten, weil sie sich die Nase gestoßen haben, andere wegen einer Gehirnerschütterung. Die erkennt man an der Pupillen-Differenz. Dann reagieren die Augen nicht gleichmäßig auf Reize. Wenn das der Fall ist, dann sollte der Patient schnell ins Krankenhaus. Bei einfachem Bluten muss man die Notaufnahme aber nicht zusätzlich belasten.“ msr Bild-Zoom Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA
Lage richtig einschätzen
Ludwig Höfle (16):
„Fast jeden Tag hat unser Schulsanitätsdienst am Heinrich-von-Gagern-Gymnasium einen Fall. Meistens sind es Schürfwunden, Übelkeit oder Nasenbluten. Das muss man aber auch richtig einschätzen. Manche haben Nasenbluten, weil sie sich die Nase gestoßen haben, andere wegen einer Gehirnerschütterung. Die erkennt man an der Pupillen-Differenz. Dann reagieren die Augen nicht gleichmäßig auf Reize. Wenn das der Fall ist, dann sollte der Patient schnell ins Krankenhaus. Bei einfachem Bluten muss man die Notaufnahme aber nicht zusätzlich belasten.“ msr

Die Grundsätze des DRK

In den anderen Disziplinen ging es um die Geschichte der Rotes-Kreuz-Bewegung und wie der Schweizer Henry Dunant sie gründete, nachdem er 1859 Zeuge der Schlacht von Solferino und San Martino wurde und vom Leid der tausenden Verwundeten entsetzt war.

Auch die sieben Grundsätze des DRK werden abgefragt: Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität. Ebenso müssen die jungen Sanitäter ihr theoretisches Wissen unter Beweis stellen. Zum Beispiel den richtigen Takt von Beatmung und Herzdruckmassage bei der Reanimation: 30 mal drücken, zweimal beatmen. „Laien, die sich vor dem Mundkontakt ekeln, können auch nur die Herzmassage machen“, sagt Sütö. Aber nur daneben zu stehen und Fotos zu machen – das geht gar nicht.

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