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Tipps für höhere Chancen bei Vermietern: So klappt’s mit der Wohnung

Die Wohnungssuche in Frankfurt, zumal in der Innenstadt, kann frustrierend sein. Oft müssen Bewerber an Gruppenbesichtigungen teilnehmen. Wie erhöht man die Chance, trotzdem eine Wohnung zu bekommen? Die FNP-Mitarbeiter Zeynep Varan und Christophe Braun haben mit Anja Cook gesprochen. Die Maklerin vermittelt seit vier Jahren Wohnungen in und um Frankfurt am Main. Die 32-Jährige arbeitet bei Lang Immobilien in Sachsenhausen.
Foto: Fotolia

Frau Cook, stellen Sie sich vor, wir haben eine Wohnungsbesichtigung vereinbart. Ist es okay, wenn ich fünf Minuten später komme – oder habe ich dann schon verloren?
 

AnjaCook Bild-Zoom Foto: Braun, Christophe
AnjaCook
ANJA COOK: Fünf Minuten? Das ist prinzipiell okay. In Frankfurt herrscht ja starker Verkehr. Wenn es länger dauert, sollten Sie aber besser anrufen.

Jemand, der zu einem vereinbarten Termin nicht erscheint und sich auch nicht meldet …

COOK: … ist ’raus. Der bekommt auch keinen Ersatztermin.

Was war die kurioseste Verspätungsentschuldigung, die Ihnen bislang untergekommen ist?

COOK: Einmal hatte ich einen Bewerber, der auf der Hinfahrt einen Unfall hatte. Davon hat er sich aber nicht beirren lassen. 30 Minuten später war er da.

Wie wichtig ist das Outfit?

COOK: Sie sollten auf jeden Fall einen gepflegten Eindruck machen. Wenn mir gleich der Gestank von kaltem Rauch entgegenschlägt, wenn Sie fettige Haare haben und schmutzige Schuhe – das geht nicht. So jemandem möchte ich keine Wohnung anvertrauen.

Jeans und Kapuzenpulli bei der Besichtigung sind also prinzipiell okay?

COOK: Das ist meistens nicht so wichtig. Grundsätzlich gilt: Vermieter und Mieter müssen zueinander passen. Wenn der Vermieter ein, sagen wir mal sehr akkurater Typ ist, dann wäre ein Hemd wohl angebracht. Aber es gibt durchaus Vermieter, die nichts gegen Kapuzenpullis haben.

Ich kann also in Jeans und Kapuzenpulli eine Zehn-Zimmer-Wohnung im Nordend besichtigen – und habe allen Ernstes eine Chance?

COOK: Absolut. Allerdings gibt es für solche Wohnungen ohnehin viel weniger Bewerber. Da sind oft andere Kriterien entscheidend.

… nämlich?

COOK: Wir checken, ob die Leute sich eine solche Wohnung überhaupt leisten können.

Was ist Ihnen lieber: Ein Bewerber, der alleine kommt – oder einer, der Freund oder Freundin, Eltern oder Fußballkumpels mitbringt?

COOK: Zu einer Besichtigung sollten immer alle kommen, die einziehen wollen. Wenn ein Pärchen einziehen will, sollten also beide kommen. Bei einer Familie mindestens die Eltern und die größeren Kinder. Noch mehr Leute finde ich nicht so sinnvoll, ich will ja mit den Bewerbern ins Gespräch kommen. Die Fußballkumpels sollten Sie also lieber zuhause lassen.

Was geht bei einer Besichtigung gar nicht?

COOK: Ein absolutes No-Go ist, wenn jemand aus dem Auto steigt und seine Zigarette direkt vor der Tür austritt. Den streiche ich sofort von der Liste.

Wie kann ich mich außerdem noch disqualifizieren?

COOK: Wenn Sie von Anfang an herumnörgeln, überall Probleme finden und von vornherein versuchen, den Preis zu drücken – dann weiß ich auch: Das Mietverhältnis könnte schwierig werden.

Wie sollte ich mich während der Besichtigung verhalten? Möglichst viele Fragen stellen oder möglichst wenige?

COOK: Das kommt immer darauf an. Manche sagen nach fünf Minuten: Das passt. Das ist natürlich optimal, wenn die Leute gleich so ein positives Gefühl haben. Und dann gibt’s da Eltern, die eine Wohnung für ihre Kinder anmieten wollen – für Auszubildende oder Studenten. Die haben oft sehr, sehr viele Fragen, die zum Teil gar nicht entscheidend sind, ob eine Wohnung passend ist oder nicht.

Welche Frage sollte ich Ihnen auf gar keinen Fall stellen?

COOK (lacht): Einmal hat ein Bewerber mich gefragt, ob ich einen Freund habe. Das war unsachlich.

Was hat man Ihnen schon geboten, um eine Wohnung zu bekommen?

COOK: Die Leute fragen mich immer wieder „Was können wir machen, dass es klappt?“ Aber das liegt nicht in meiner Hand – die Entscheidung trifft der Vermieter. Klar, ich kann ein gutes Wort einlegen. Aber mehr nicht. Einmal hat ein schmieriger Typ versucht, mir Geld anzubieten. Den habe ich natürlich nicht beim Eigentümer empfohlen.

Helfen Sie manchmal Freunden oder Verwandten bei der Wohnungssuche?

COOK: Das ist schwierig. Man wird öfter gefragt „Habt Ihr eine schöne Drei-Zimmerwohnung, wir suchen gerade eine“. Aber es kann sein, dass man erst Monate später etwas Passendes zur Vermittlung bekommt. Da kann man nur den Tipp geben, selber immer die neuen Anzeigen der Portale im Auge zu haben, bei der Anfrage an den Makler bereits zwei bis drei Sätze zu sich zu schreiben und dann auch telefonisch erreichbar zu sein.

Angenommen, ich möchte eine Wohnung unbedingt haben. Wie sollte ich mich verhalten? Öfter durchklingeln oder einfach abwarten?

COOK: Fünfmal am Tag anrufen – davon würde ich abraten. Das ist nervig. Wir warten ja selber auf die Entscheidung des Vermieters. Was gut ankommt: Wenn Sie einen kleinen Lebenslauf mit Foto zu ihren Unterlagen legen. Dann können die Vermieter sich ein Bild machen.

Letzte Frage: Wie sind Sie selbst an Ihre Wohnung gekommen?

COOK (lacht): Das war eine Wohnung, die ich vermieten sollte. Tja – ich bin kurzerhand selbst dort eingezogen.

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