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So kommt Leben auf die Berger

Von Mit einer Imagekampagne will der Gewerbeverein Bornheim Mitte die Berger Straße lebendiger und attraktiver gestalten – und damit zugleich Identifikation stiften, die Lebensqualität steigern und den Einzelhandel ankurbeln.
Am Eingang zu Bornheim, an der Höhenstraße, soll eine von sieben Oasen stehen. Die Stände weisen auf Besonderheiten hin.	Ansicht: Seuffert Am Eingang zu Bornheim, an der Höhenstraße, soll eine von sieben Oasen stehen. Die Stände weisen auf Besonderheiten hin. Ansicht: Seuffert
Bornheim. 

Als lustiges Dorf ist Bornheim seit jeher wegen seiner Feste und aufgeschlossenen Bürger bekannt. Die vielfältige Geschäftswelt, das rege Vereinsleben und urige Kneipen tragen ihrerseits zur allseits geschätzten Lebensqualität bei. Zuletzt gerieten die Vorzüge des Stadtteils jedoch ins Hintertreffen. Ausgelöst durch das Aus der Saturn-Filiale vor zwei Jahren ist der Leerstand und der schleichende Niedergang der Berger Straße seitdem das Hauptthema.

Mit einer Imagekampagne will der Gewerbeverein Bornheim Mitte nun gegensteuern. Der zentrale Slogan lautet „Lust auf Leben – Willkommen in Bornheim“. „Die positiven Seiten des Stadtteils sollen herausgestellt werden“, sagte Marlene Haas, Inhaberin der Agentur Kultpour. Das Konzept stammt von ihr, am Dienstagabend stellte sie ihre Ideen im Ortsbeirat 4 (Bornheim, Ostend) vor.

An sogenannten Oasen werden Besuchern beim Flanieren auf der Berger Straße der Stadtteil und dessen Besonderheiten und Vorzüge vorgestellt. Die aus Europaletten zusammengezimmerten Infostände mit Sitzgelegenheit werden von Paten aus dem Stadtteil betreut. Dies sind Vertreter des Gewerbevereins und Ortsbeirates, von Marktbeschickern, der Stadtteilbücherei und von der Kirchnerschule. „Sie sorgen dafür, dass um die Oasen herum alles sauber ist“, sagte Haas.

Sieben Themen-Oasen

Insgesamt sieben solcher Oasen sind auf dem Abschnitt zwischen Höhenstraße und Kirchnerschule geplant. Jede Oase ist einem Thema gewidmet und hat eine Stadtteiltafel, auf denen relevante Akteure, Vereine oder Institutionen wie Kindergarten oder öffentlichen Flächen wie Parks vermerkt sind. Aber auch Stellplätze für Kinderwagen oder Fahrräder sind darauf verzeichnet. An der Höhenstraße ist etwa die Willkommensoase, die der Ortsbeirat betreut, zu finden. Der Standort sei der Eingang nach Bornheim und habe angesichts der Flüchtlingsströme nach Europa und auch Frankfurt eine ganz besondere Bedeutung, erklärte Haas.

Zudem gibt es Oase der fruchtbaren Gegensätze (Saturn-Filiale), der Muße zum Entdecken (Stadtteilbücherei), des bewussten Konsums (Bornheim Mitte), der urbanen Lebensqualität (Bornheim Mitte), der Gemeinschaft (Fünffingerplätzchen) und der Selbstverwirklichung (Kirchnerschule). Hermann Steib (Grüne) gab aber zu bedenken, dass einzelne Standorte angesichts der ohnehin beengten Platzverhältnisse Konkurrenzsituationen auslösen könnten. Nach Angaben von Ortsvorsteher Bodo Pfaff-Greiffenhagen (CDU) ist ein Termin mit dem Straßenverkehrsamt anberaumt, bei dem die einzelnen Standorte festgezurrt werden sollen. Im übrigen verwies er darauf, dass die Stände mobil und demzufolge leicht zu versetzen seien.

An den einzelnen Stationen sollen Besucher, Bürger und Passanten miteinander ins Gespräch kommen. Anlass dazu könnten Veranstaltungen bieten. An einigen Oasen, etwa am Fünffingerplätzchen, sind auch Bühnen für Konzerte oder andere Aufführungen vorgesehen. Die Oasen sollen aber vor allem Treffpunkte für die Bornheimer selbst sein und als eine Art Ideenschmieden gegen Leerstand etabliert werden. „Gemeinsam soll über sinnvolle Zwischennutzungen von Geschäften nachgedacht werden“, sagte Haas. Sie sieht die Oasen als Pfeiler für eine noch bessere Vernetzung einzelner Organisationen und Einrichtungen im Stadtteil. Grundsätzlich sollen sie die Basis für ein langfristig geplantes Visionsbüro sein – in dem Stadtteilbüro sollen engagierte Bürger gemeinsam Ideen für die Zukunft Bornheims entwickeln.

Pfaff-Greiffenhagen bezeichnete das Konzept als sehr schlüssig. Er setzt große Hoffnungen darauf, dass im Idealfall ein Umdenken bei Hauseigentümer einsetze und sie ihre Gewerbeflächen zu moderateren Preisen als derzeit anböten. „Die Idee der Oasen gibt es im übrigen bislang in keinem anderen Stadtteil. Wir haben also eine Art Vorreiterrolle inne“, erklärte der Ortsvorsteher.

In den Startlöchern

Das bestätigt Franz Steul, Vorsitzender des Gewerbevereins Bornheim Mitte. Er glaubt sogar, dass das Konzept auf andere Stadtteile übertragbar sei und Nachahmer finde. Mit der Umsetzung soll laut Steul noch vor den Sommerferien begonnen werden: „Spätestens zum Stadtteilsonntag am 20. September sind die Oasen besetzt“, sagt er. Das große Plus aus seiner Sicht: „Alle ziehen an einem Strang, der Schulterschluss von Vereinen, Geschäftsleuten, Ortsbeirat und auch Schule ist einmalig.“

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