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Neues Eltern-Kind-Zentrum: So reagiert die Frankfurter Uni-Klinik auf den Baby-Boom

Im Herbst kommenden Jahres soll das neue Eltern-Kind-Zentrum der Uniklinik eröffnen. Darin werden Kinder- und Jugendmedizin, Kinderchirurgie und Geburtshilfe zusammengeführt.
Babys in einem Kreißsaal. Foto: dpa Babys in einem Kreißsaal. Foto: dpa
Frankfurt. 

Überfüllte Wartezimmer, ausgelastete Notaufnahmen und quengelnde Kinder – das möchte die Universitäts-Klinik Frankfurt nun ändern. Im südlichen Teil des Geländes in Niederrad entsteht ein Eltern-Kind-Zentrum, das bereits im Herbst 2018 eröffnet werden und die Patientenaufnahme von Kindern und Jugendlichen im gesamten Rhein-Main-Gebiet erhöhen soll.

Doch warum ausgerechnet in Frankfurt? „Die Anzahl der Frankfurter Kinder und Jugendlichen unter 16 Jahren steigt überproportional bis zum Jahr 2030 – das entspricht dem Gegenteil des derzeitigen Trends in Deutschland. Außerdem kommen in der Frankfurter Uniklinik mit etwa 85 Fällen die meisten deutschen „Level-1“ Patienten der Neonatologie zur Welt, also Frühgeburten mit einem Gewicht von unter 1500 Gramm. Da ist eine ganz spezielle Versorgung notwendig“, erklärt Jürgen Graf, ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Frankfurt.

Das neue Eltern-Kind-Zentrum soll mit der Kinderklinik verbunden werden.

In der Uniklinik Frankfurt habe die Geburtenzahl im letzten Jahr bei 1900 Kindern gelegen. „Das ist der höchste Wert seit Jahrzehnten. Auf diese Entwicklung wollte der Vorstand des Klinikums deshalb sofort reagieren, um den Anforderungen der Perinatalmedizin, also der Versorgung von Schwangeren und Kindern, zu entsprechen“, betont Graf.

Bessere Zusammenarbeit

Das neue winkelförmige Gebäude soll direkt an das Bestandsgebäude der Kinder- und Jugendmedizin angeschlossen und mit einer Modulbauweise errichtet werden. Auf etwa 4000 Quadratmetern Neubau werden eine Ambulanz für Schwangere, eine geburtshilfliche Station, eine Intensivstation für Früh- und Neugeborene sowie Kreiß- und Operationssäle eingerichtet.

Noch sei die Geburtshilfe von der Kinder- und Jugendmedizin räumlich voneinander getrennt. „Bei einem Abstand von etwa einem Kilometer ist die Zusammenarbeit dieser Bereiche derzeit nicht möglich“, erklärt Thomas Klingebiel, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin. Außerdem seien die Flurbereiche im alten Gebäude viel zu schmal und würden die Laufwege behindern. Das neue Eltern-Kind-Zentrum sowie der Umbau des bestehenden Gebäudes würden also nicht nur die Kapazitäten aufstocken, sondern auch die Zusammenarbeit der Kinder- und Jugendmedizin verbessern, indem die Wege kürzer werden.

Info: Die Versorgung in Frankfurt

Entgegen dem bundesweiten Trend steigt die Geburtenzahl in Frankfurt überproportional. Im Jahr 2000 waren noch 95 098 Einwohner jünger als 18 Jahre, 15 Jahre später waren es bereits 118 605.

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„Die Aufnahmezahl der Patienten wird sich für die Bereiche der Neonatologie, Geburtshilfe und Aufnahme- sowie Kurzliegerstation sicher um die 15 bis 20 Prozent steigern“, vermutet Graf. Hierfür werden einige Funktionen vom Bestandsgebäude in das neue Eltern-Kind-Zentrum ziehen, während im alten Gebäude Platz für die Kindernotaufnahme und die Aufnahmestation geschaffen wird.

20 Millionen Euro Kosten

Die Kosten der Neugestaltung liegen bei über 20 Millionen Euro und werden vom Land Hessen sowie von zahlreichen Vereinen und Stiftungen getragen. Auch die Uni-Klinik beteiligt sich an der Finanzierung. Ein weiteres geplantes Projekt ist ein Elternhotel. Dort sollen Eltern untergebracht werden, die von weiter weg kommen und so ihren Liebsten nahe sein können. „Doch das ist bisher nur eine Idee“, sagt Graf. Es handele sich nur um einige wenige Zimmer.

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