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Design aus Frankreich: So sehen Frankfurts Straßenbahnen der Zukunft aus

Neue Straßenbahnen werden ab 2020 das Bild auf den oberirdischen Schienenwegen in der Stadt bestimmen. Gestern unterzeichnete die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) symbolisch den Vertrag mit der französischen Firma Alstom.
Ein Entwurf der neuen Straßenbahnen. Foto: VGF Ein Entwurf der neuen Straßenbahnen.
Frankfurt. 

Frankfurt. Der neue Straßenbahnwagen vom Typ „T“ hat ein „sehr modernes Design, das zur Internationalität von Frankfurt passt“, freut sich Klaus Oesterling (SPD), Verkehrsdezernent und Aufsichtsratsvorsitzender der städtischen VGF. „Das neue Erscheinungsbild wird sicherlich zu einem Markenzeichen für Frankfurt am Main werden.“

 

Das Design wurde sogar eigens für Frankfurt entwickelt, vom Chefdesigner des Marktführers im Straßenbahnbau, der Firma Alstom, die nahe Paris ansässig ist. Diese gewann die Ausschreibung für 38 neue Niederflurwagen der VGF im Jahr 2017. Es war die erste Ausschreibung für neue Straßenbahnen seit dem Jahr 2001. Die Wagen sind bereits bestellt, es gibt eine Option auf den Kauf von zehn weiteren Wagen je nach Bedarf, die Zusatzbestellung müsste die Stadtholding aber erst beschließen. Für 38 Wagen, die von 2020 bis 2023 ausgeliefert werden sollen, gibt die Stadt 100 Millionen Euro aus, bei weiteren zehn käme der Kaufpreis auf insgesamt 113,5 Millionen Euro.

Mehr Platz für Kinderwagen

Die neuen Straßenbahnen werden schnittiger aussehen, die Front wird etwas schmaler und runder, weg vom Prinzip „rechteckig, praktisch, gut“. Bei aller Modernität im Design sähen die neuen Wagen aber nicht „überkandidelt“ aus, sondern zurückhaltend „ohne viele Spielereien“, sagte Oesterling. „Man soll sich nicht nach fünf Jahren sattgesehen haben.“

Alstom, von dem das neue Design stammt, ist vor allem als Produzent des französischen Hochgeschwindigkeitszugs TGV bekannt. Bild-Zoom
Alstom, von dem das neue Design stammt, ist vor allem als Produzent des französischen Hochgeschwindigkeitszugs TGV bekannt.

Auch VGF-Geschäftsführer Michael Rüffer ist restlos begeistert vom neuen Design, besonders aber vom gut durchdachten Innenraum. „Es wird keine Stufen mehr in der Bahn geben, der Boden ist durchgängig niederflurig.“ Der Platz für Kinderwägen, Rollstuhlfahrer und Fahrräder wird vergrößert, da die Nachfrage nach diesen in den letzten Jahren gestiegen sei. Dafür wird es weniger Sitzplätze geben, pro Bahn acht Plätze weniger. Damit wird Raum für stehende Fahrgäste gewonnen: Bislang passten 172 Personen in eine Straßenbahn, künftig ist Platz für 197.

Ein Wagen vom Typ „T“ ist eine normal lange Straßenbahn mit drei Abschnitten, wie sie heute schon fahren. Die neuen Fahrzeuge werden 31,5 Meter lang sein und können mit einem zusätzlichen Wagenteil auf 38 Meter ausgedehnt werden, dann können insgesamt 244 Menschen transportiert werden. „Die verlängerten Bahnen wären dann aber zu lang für manche Haltestellen, zum Beispiel am Hauptbahnhof“, räumt Rüffer ein. Alle „T“-Wagen verfügen über vier Türen statt den bisherigen drei. Das soll das Ein- und Aussteigen zu Stoßzeiten beschleunigen. Die Bahnen verfügen über Rampen für Rollstuhlfahrer für jene Haltestellen, die noch nicht barrierefrei umgebaut sind. Das Innere der Straßenbahn sei luftiger, die Fensterflächen werden größer. Auf Bildschirmen werden Informationen wie die nächsten Haltestellen eingeblendet.

Komplett mit Öko-Strom

Alstom ist weltweit führend im Straßenbahnbau. Nicht zuletzt, weil in Frankreich in den letzten 20 Jahren eine Renaissance der Straßenbahn gab, dort hat jede mittelgroße Stadt auf die Schiene gesetzt. Die Frankfurter Straßenbahn ist die erste, die Alstom für eine deutsche Stadt neu entworfen hat. Alstom-Bahnen fahren in Paris, Lyon, Reims, Straßburg und Bordeaux, außerdem in Rabat, Tunis, Jerusalem und Sydney. Frankfurt will dem Trend folgen und die umweltfreundliche Transportweise per Strom aus der Oberleitung beibehalten und modernisieren, sagte Oesterling. Ab 2020 sollen alle Frankfurter Straßenbahnen mit Ökostrom fahren.

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