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Stadtplanung: So soll günstiges Wohnen im Frankfurter Hilgenfeld möglich werden

Von Die Preise für Eigentumswohnungen und Mieten steigen immer weiter. Die Diskussion um bezahlbaren Wohnraum bestimmt deshalb seit Jahren die Diskussion in Frankfurt. Jetzt nimmt sich erstmals ein Architekturpreis dem Thema günstiges Bauen an.
850 Wohnungen entstehen im Neubaugebiet Im Hilgenfeld. Baubeginn soll Ende 2019 sein. Drei Baufelder sind für die Sieger eines Architektenwettbewerbes reserviert. Ansicht: ABG Bilder > 850 Wohnungen entstehen im Neubaugebiet Im Hilgenfeld. Baubeginn soll Ende 2019 sein. Drei Baufelder sind für die Sieger eines Architektenwettbewerbes reserviert. Ansicht: ABG
Frankfurt. 

Diese Premiere ist wahrlich gelungen: 108 Architekten und Büros aus dem In- und Ausland haben ihre Beiträge zum Wettbewerb „Wohnen für alle“ für das Frankfurter Hilgenfeld eingereicht. Mit einer derart großen Beteiligung hätte Planungsdezernent Mike Josef (SPD) nicht gerechnet. Alle Beiträge sind bereits woanders realisierte Projekte und seit gestern im Deutschen Architekturmuseum (DAM) ausgestellt. „Willkommen zur Frankfurter Bauausstellung“, sagte Josef gestern, als er die zehn Sieger vorstellte.

Eckehart Loidolt erklärt den Entwurf Wohnhausanlage Podhagskygasse, Wien. Das Projekt ist eines der zehn Siegerentwürfe.
Wohnflächen reduziert, Miete gespart

„Wohnhausanlage Podhagskygasse, Wien “ ist eines der Siegerprojekte beim Wettbewerb „Wohnen für alle“. 2011 gewann Schneider + Schumacher damit den ersten Preis im Bauträgerwettbewerb „Kostengünstiges

clearing

Grundlage für den Wettbewerb ist die bevorstehende Entwicklung des Neubaugebietes Im Hilgenfeld am Frankfurter Berg. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft ABG Frankfurt Holding hat sich das 17,2 Hektar große Areal gesichert und baut dort in den kommenden Jahren 850 Mietwohnungen für rund 2000 Menschen. Baubeginn soll voraussichtlich Ende 2019, Anfang 2020 sein. Drei Baufelder entlang der Homburger Landstraße sind für die Entwürfe von bis zu drei Siegern des Wettbewerbs „Wohnen für alle“ reserviert. In diesen drei Blöcken sollen laut Josef 120 Wohnungen entstehen. Der Fokus liegt auf preisbewusstem Bauen oder anders ausgedrückt: Künftige Bewohner sollen möglichst viel Wohnraum für möglichst wenig Miete bekommen.

Neues Konzeptverfahren

Bei dem Wettbewerb ist aber – und deshalb ist er eine Premiere – erst Halbzeit. Die Arbeit der zehn ausgewählten Büros beginnt erst jetzt, sie sollen in dem nun anstehenden Konzeptverfahren ihre Ideen für das zu bebauende Gebiet im Hilgenfeld entwickeln. Dies geschehe natürlich in enger Absprache mit dem Stadtplanungsamt und der ABG, wie Josef erklärte. Ausgelobt haben den Architekturpreis das Dezernat für Planen und Wohnen, das Deutsche Architekturmuseum und die ABG Frankfurt Holding. Ende des Jahres sollen dann die drei besten Entwürfe gekürt werden. „Wenn auch ein vierter Entwurf gut ist, lässt sich sicher darüber reden, kündigte ABG-Chef Frank Junker noch Spielraum an.

Baukosten senken

Josef verspricht sich durch den Wettbewerb kreative und innovative Ideen, die vor allem bezahlbar sind. Die Planer seien jetzt gefordert, Ideen zu entwickeln, wie Baukosten gesenkt werden können, ohne dass die Wohnqualität leide. Grundsätzlich würden für die drei Musterblöcke Mietpreise von zehn Euro angestrebt. Allerdings, so erklärte Junker, könne er nicht garantieren, dass das auch gelinge.

Peter Cachola Schaml, Direktor des DAM, hofft das inständig. Denn immer weniger Menschen könnten sich die Kosten fürs Wohnen leisten. Eigentumswohnungen würden mittlerweile durchschnittlich 6000 Euro pro Quadratmeter kosten, Mieten von 15 Euro seien auch keine Seltenheit. „Die Konsequenz ist, dass die Menschen aus der Stadt ziehen müssen“, kritisierte er. Das ziehe aber einen ganzen Rattenschwanz von Problemen nach sich – lange Wege zur Arbeit oder Umweltverschmutzung, weil dafür das Auto genutzt werde, seien nur einige Beispiele.

Grundsätzlich sind im Hilgenfeld 40 Prozent geförderter Wohnraum geplant, 15 Prozent davon für gemeinschaftliches Wohnen, reserviert. „Es ergeht hiermit also die Aufforderung an Wohngruppen, sich zu bewerben“, sagte Junker.

„Wir führen im Moment aber auch eine schwierige und kontroverse Diskussion über die Qualität des Bauens in Frankfurt“, sagte Planungsdezernent Josef. Damit spielte er auch auf die Diskussion an, die Architekt Stefan Forster mit seinen Äußerungen über den Neubau an der Stelle des früheren Rundschau-Hauses an der Großen Eschenheimer Straße losgetreten hat. Das „Flare of Frankfurt“ ordnet Forster auf seiner Internetseite der Kategorie „Bauten in Frankfurt, vor der Fertigstellung zum Abriss freigeben“ zu. Ein Blick über den Tellerrand, wie Probleme in anderen Städten gelöst werden, schade jedenfalls nicht, erklärte Josef.

Der Titel „Wohnen für alle – das neue Frankfurt 2018“ ist laut Josef angelehnt an die Tradition von Siedlungsdezernent Ernst May, der mit der Römerstadt und weiteren Projekten neue Wohnformen für das wachsende Frankfurt schuf.

Wohnen für alle

Die Ausstellung ist vom 18. Mai bis zum 9. September in der Galerie des Deutschen Architekturmuseums, Schaumainkai 43, zu sehen.

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