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IAA: So viel Schönheit auf einer Bühne

Von Viel PS, wenig Kleid – so lautet das Klischee über die IAA und die Frauen. Diese Zeitung hat mit vielen von ihnen gesprochen und erfahren: Stimmt nicht unbedingt. Hübsch sein reicht nicht. Man muss mindestens zwei Sprache sprechen, wird vor jedem Einsatz geschult und ist Studentin – oder Student.
Studentin Stephanie Bender fährt auch privat einen Audi. Bilder > Foto: Holger Menzel Studentin Stephanie Bender fährt auch privat einen Audi.
Frankfurt. 

Mehrere Tausend Hostessen und Hosts, Promoter und Models sind auf der Messe im Einsatz. Wichtig für sie: bequemes Schuhwerk. Da haben es Models wie die 25-jährige Jana Vindriehova schwerer. „Ich bin nur für zwei Tage hier“, sagte die Tschechin am Stand des Reifenherstellers Hankook. Schön zu sein, ein „Eyecatcher“ für die (überwiegend) männlichen Besucher, und natürlich geht das nur in hochhackigen Schuhen. Für Jana ist es nicht der erste Auftrag dieser Art. Sie ist Profi-Model.

Daneben gibt es auch Promoter, junge Leute, die von den Autoherstellern oder deren Vertragspartnern entsendet werden. Wie Chantal Vier (25) aus Essen, die bei einem großen deutschen Hersteller ein Fahrzeug betreut. „Ich bin Autohändlerin, habe gerade meine Prüfung bestanden. Mein Arbeitgeber hat mich gefragt, ob ich zur IAA möchte.“

Lukrativer Verdienst

Hosts und Hostessen kommen anders als Promoter nicht aus der Autobranche. Es sind meist Studenten, die bei Werbeagenturen unter Vertrag stehen. Schon vor Monaten casteten die Agenturen den Hostess-Nachwuchs. Wer es geschafft hat, dessen Foto wird den Agentur-Kunden zur Auswahl vorgelegt. So bekommen die Studenten oft mehrere Aufträge im Jahr, stehen bei unterschiedlichen Messen an den Ständen. „Es ist lukrativ für Studenten, man verdient gut“, sagt ein Host. Für 13 Tage IAA gibt es je nach Auftraggeber 1700 bis 2400 Euro.

Auch Stephanie Bender (30) ist Studentin. Sie ist bei Audi in Halle 3. „Ich bin Überzeugungstäterin. „Früher habe ich einen Golf GTI gehabt. Mit meinem Freund habe ich ihn umgebaut und gepflegt“, sagt sie. „Jetzt fahre ich einen Audi, identifiziere mich voll mit der Marke.“ Die Sächsin betreut einen blauen RS4 Kombi. „Es macht Spaß auf der IAA“, sagte sie.

Bilderstrecke IAA 2017: Elektroautos drängen in den Mittelpunkt
Elektroautos gehören zu den Schwerpunkten der diesjährigen IAA in Frankfurt. In unserer Bildergalerie stellen wir die Highlights vor - auch von Fahrzeugen mit Hybridmotoren.<b>BMW i Vision Dynamics</b>: <br><br>BMW will Tesla Paroli bieten und stellt auf der IAA das Elektro-Coupé mit 600 Kilometern Reichweite vor. Wann das Fahrzeug in Serie geht, bleibt allerdings offen. Dieses E-Auto hat eine Reichweite von 600 Kilometern, erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von über 200 km/h und beschleunigt in vier Sekunden von 0 auf 100.<b>Audi Aicon</b>: <br><br>Der Hersteller verspricht bei diesem autonom fahrenden E-Auto eine Reichweite von mehr als 800 Kilometern. Die angegebene Spitzengeschwindigkeit vo 130 km/h könnte allerdings für manchen deutschen Autofahrer enttäuschend sein.

Der Messe-Job ist ziemlich anstrengend. Nett sein den ganzen Tag über, auch auf doofe Fragen geduldig antworten, und das elf Stunden am Tag: Das zehrt an den Kräften. Auch die Schuhe müssen bequem sein.

Wie viele Hostessen und Hosts im Einsatz sind, ist schwer zu schätzen. Bis zu hundert dürften es alleine je großem Hersteller sein – zumindest eine niedrige vierstellige Zahl von Hosts und Hostessen sind auf der IAA im Einsatz. Einer, Robin Stauche (24), ist schon bei der vierten Messe dabei. „Wir wurden mehrere Tage vom Hersteller geschult“, sagt er.

Ein Eindruck beim Messerundgang an einem der Pressetage: Wer Hostessen in kurzen Kleidchen sucht, wird in Halle 8 fündig. Wo viele Autohersteller auf einer einzigen Fläche um die Aufmerksamkeit der Kunden kämpfen müssen, wird oft mit einem Schuss Erotik geworben. Große Hersteller wie Mercedes, BMW oder VW und seine Marken, die je eine eigene Halle für sich haben, konzentrieren die Aufmerksamkeit der Besucher stärker auf die Fahrzeuge selbst.

Anders bei den Sportwagen. Francesca Benz (30) wirbt im weißen Kleid für ihre Marke: „Lamborghini“. Das Model aus Italien reist zu den Automessen: „Ich war schon in Genf, jetzt in Frankfurt. Ich bin seit vier Jahren dabei.“

Nicht nur Sex-Appeal

Bei den Sportwagen zählt Sex-Appeal. Andere Fahrzeuge werden eher rustikal beworben, durchaus auch von Männern. So steht Robert Peretzki (23) mit einer Schwimmboje vor dem „Lifeguard“-Smart. „Es ist ein Showfahrzeug, das die Einsatzmöglichkeiten von Smart zeigt. Peretzki beginnt im Herbst ein Masterstudium. Etwas Geld dafür verdient der Frankfurter auf der IAA. Einen Kia Soul EV, ein Elektrofahrzeug, hat Alexander Löffler (19) in den kommenden Tagen zu betreuen. Es ist seine erste IAA. „Ich habe gerade Abitur gemacht“, sagt der Rheinland-Pfälzer, „und möchte erst einmal ein paar Erfahrungen sammeln, ehe ich mich für einen Studiengang oder eine Ausbildung entscheide“. Die IAA ist für ihn ein Einblick in die Berufswelt.

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