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Rettungshundestaffel: So werden Vierbeiner zu Lebensrettern

Beim Infotag des Bundesverbandes Rettungshunde erfahren Hundehalter, was sie leisten müssen, damit sie gemeinsam mit ihren Vierbeinern einmal Menschenleben retten können. Im Sommer können sie sich auf die Ausbildung bewerben.
Hundehalterin Laura lässt Paula am Handschuh des Mannes schnüffeln, den sie suchen soll. Bilder > Hundehalterin Laura lässt Paula am Handschuh des Mannes schnüffeln, den sie suchen soll.
Eschersheim. 

Michael hat sich auf dem Hundeplatz am Rande Eckenheims verlaufen. Kein Mensch weiß, wo der Mann steckt. Laura (29) und ihre fünfjährige Hündin Paula sind gefragt. Einen Handschuh hat Michael hinterlassen. Laura lässt Paula daran riechen, dann gibt sie den Befehl zur Suche und Paula schnüffelt los.

Zum Glück hat sich Michael nicht wirklich verlaufen, sondern nur versteckt. Etwas mehr als eine Minute zieht Paula ihr „Frauchen“ über den Hundeplatz auf der Suche nach seiner Fährte, tendiert kurz in die falsche Richtung, schwenkt dann wieder um und entdeckt den „Vermissten“ in seinem Versteck. Applaus bekommt die kluge Hündin auch von Holger Krämer, Lauras Vater, der nun selbst überlegt, mit seinem Hund ins Training zu gehen.

Der Bundesverband Rettungshunde hat zum Infotag auf den Hundeplatz in der Niedwiesenstraße geladen, um seine Arbeit zu präsentieren. Zugleich wollte man interessierte Hundebesitzer darüber aufklären, wie die Ausbildung zum Rettungshundeführer abläuft und was Hund und Herrchen dafür mitbringen müssen.

 

Geduld ist nötig

 

Hündin Paula ist auf den Ernstfall bereits gut vorbereitet. Und doch wird sie im wahren Notfall noch nicht eingesetzt. „Wir sind noch in der Ausbildung“, sagt Laura. Die beiden wollen „Mantrailer“ werden und künftig gemeinsam auf die Suche nach vermissten Personen gehen.

Eine solche Ausbildung erfordere jede Menge Geduld, mahnt Holger Bunz, der den Frankfurter Verein des Bundesverbandes leitet. Am Infotag sollen sich deshalb interessierte Hundebesitzer ein Bild machen können über die Intensität der Ausbildung. Und sie sollen herausfinden können, ob sie und ihre Hunde sich generell als Rettungshundegespann eignen.

„In der Vergangenheit haben wir nur das Casting veranstaltet. Da kamen dann aber oft auch Hundebesitzer und Vierbeiner, die nur wenige Chancen hatten, wirklich bei uns mitzumachen“, berichtet Bunz.

Seinen Erklärungen zufolge ist das wichtigste Kriterium, dass ein Hund erfüllen muss, seine Bereitschaft, mit einem Hundeführer Aufgaben zu bewältigen. „Dies hängt meist von der Rasse ab“, erklärt der Vorsitzende. Auch sollten die Hunde eine mittelgroße Statur haben, mindestens vier Jahre alt und in der Lage sein, sich auf der Suche nach Menschen nicht von Artgenossen ablenken zu lassen.

Allerdings entscheide ein Erfolg beim Casting nicht darüber, ob Hund und Mensch der Aufgabe als Rettungshundegespann gewachsen sind. „Auf das Casting folgt ein sechswöchiges Probetraining. „Erst danach entscheiden wir uns. Vielleicht beschließt aber auch der Halter, dass die Arbeit als Rettungshundegespann für ihn und seinen Hund nicht das Wahre ist“, sagt Bunz, der seit acht Jahren Vorsitzender ist. Rund 60 Hundebesitzer wurden in dieser Zeit zu Rettungshundeführern ausgebildet, schätzt er. Pro Jahr sollen zehn neue Rettungshundeführer ausgebildet werden. „Das ist unser Ziel. Mal sind es mehr, mal weniger.“

Sind Casting und Probetraining überstanden, müssen sich die Halter Gedanken machen, ob sie sich und ihre Hunde für die Flächensuche, die Trümmersuche oder als Mantrailer ausbilden lassen. Bunz hat mit seinem Hund bereits nach Erdbebenopfern in Taiwan gesucht.

 

Notruf vom Spielplatz

 

Im Rhein-Main jedoch erbitten Polizei und Rettungsdienste die Hilfe der Rettungshundestaffeln meist für die Flächensuche. „Wenn Pflegeheime Bewohner vermissen oder Eltern ihre Kinder auf Spielplätzen aus den Augen verlieren“, erklärt Bunz. Zu etwa zehn Einsätzen würde sein Verein im Jahr gerufen.

Mitglieder des Vereins müssen 25 Euro jährlich als Beitrag zahlen, die Kosten für die Ausbildung sind darin inbegriffen. Der Verein finanziert sich über Spenden.

Mehr Informationen über den Bundesverband Rettungshunde in Frankfurt und die Ausbildung erfahren Hundebesitzer auf der Internetseite www.rhs-rm.de sowie auf dem Facebook-Auftritt des Vereins unter www.facebook.com/rhs.rheinmain.

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