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Viele Verstöße: Speedmarathon: Verkehrssünder im Visier

Von Beim „Europäischen Speedmarathon“, besser bekannt als „Blitzermarathon“, sind der Landespolizei in Frankfurt gestern zahlreiche Temposünder ins Netz gegangen. Parallel zur Kontrolle der Autofahrer knöpfte sich die Städtische Verkehrspolizei die Radler vor.
Verkehrskontrolle an der Zeppelinallee: Polizeioberkommissar Sven Daume (l.) hat einen VW Passat ohne Umweltplakette herausgewinkt. Der Fahrer kann keinen Führerschein vorweisen, gibt an, das Dokument vergessen zu haben. Bilder > Foto: Leonhard Hamerski Verkehrskontrolle an der Zeppelinallee: Polizeioberkommissar Sven Daume (l.) hat einen VW Passat ohne Umweltplakette herausgewinkt. Der Fahrer kann keinen Führerschein vorweisen, gibt an, das Dokument vergessen zu haben.
Frankfurt. 

Die blasse Dame mit dem knallroten Lippenstift ist zu schnell gefahren. 50 Kilometer pro Stunde hätte ihr Honda Civic auf der Verbindung zwischen der Miquel- und Zeppelinallee drauf haben dürfen, laut Messgerät waren es aber 63. Auf die Frage der Polizisten, ob sie ihr Verwarnungsgeld in Höhe von 15 Euro lieber sofort bezahlen oder später überweisen möchte, zeigt sich die Autofahrerin abgebrüht: „Schicken Sie den Bescheid nach Hause, wie immer!“

Beim „Europäischen Speedmarathon“, den der Volksmund gern „Blitzermarathon“ nennt, hat die Landespolizei in Frankfurt gestern an sechs verschiedenen Stellen die Geschwindigkeit der Autos gemessen. Dabei gingen den Beamten der Verkehrsüberwachung auch etliche Temposünder ins Netz. Eine abschließende Bilanz der Kontrollaktion, die von 6 bis 22 Uhr dauerte, hat das Frankfurter Polizeipräsidium für heute angekündigt.

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Die 18 Polizisten, die sich zwischen 11.30 und 14 Uhr an der Zeppelinallee postiert hatten, winkten 16 Autos heraus, von denen zehn zu schnell gewesen waren. In einem Fall ergab die Messung ein Tempo von 75 Stundenkilometern – für eine einfache Verwarnung war das zu schnell, die Beamten erstatteten gegen den Mann am Steuer eine Anzeige wegen der Verkehrsordnungswidrigkeit.

„Überhöhte Geschwindigkeit ist neben zu geringem Abstand die häufigste Unfallursache“, sagt Polizeihauptkommissar Thomas Karger, der die Kontrolle leitet. Die Stelle an der Zeppelinallee, wo Fahrzeuge von der Autobahn 66, Rosa-Luxemburg-Straße und Miquelallee zusammentreffen, sei ein Unfallschwerpunkt, früher habe es dort sogar Todesopfer gegeben. „Aber auch heute scheppert es hier immer wieder“, sagt Karger.

Den weißen VW Passat mit Gießener Kennzeichen winkt Polizeioberkommissar Sven Daume nicht wegen zu hohen Tempos, sondern wegen der fehlenden Umweltplakette raus. „Ich dachte, so eine Plakette brauchen nur Dieselfahrzeuge“, sagt der 40 Jahre alte Mann am Steuer. Nach seiner Fahrerlaubnis befragt, sucht er in verschiedenen Taschen und wird nicht fündig: „Ich habe ihn nicht dabei.“ Daume zeigt sich gnädig: Er setzt dem Fahrer eine Frist. Bis zum Ablauf muss der Fahrer die Plakette und den Führerschein nachweisen.

Polizeioberkommissar Andreas Parnet überprüft derweil einen Kleinlaster. Auf der Ladefläche, die hinten keine Klappe hat, stehen offene Werkzeugkisten, die teils gar nicht, teils nur schlecht gesichert sind. Die Beamten weisen den Fahrer auf den Missstand hin. Der zeigt sich einsichtig, gelobt Besserung und darf nach Sicherung der Ladung mit Gurten weiterfahren.

200 Meter von der Kontrollstelle entfernt stehen die Oberkommissare Christina Gutenberger und Yul Baumann an der Straße. Sie bedienen ein laserbasiertes Messsystem, das aus einer Kamera, einem Monitor und einem Schaltpult besteht. Wenn das System ein zu schnelles Auto fotografiert, funken die Beamten das Kennzeichen an ihre Kollegen durch. Dicke Fische sind ihnen heute noch nicht ins Netz gegangen: „Ich habe aber mal einen Pkw in einer Autobahnbaustelle gemessen, der 190 km/h fuhr“, sagt Baumann. „80 wären erlaubt gewesen.“

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