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Kein Ort zum Spielen: Spielplatz auf dem Gustavsburgplatz wird vorerst nicht saniert

Von Der Ortsbeirat 1 möchte die Kita „Lahn’sche Höfe“ bei ihrem Wunsch unterstützen, den Spielplatz auf dem Gustavsburgplatz zu sanieren und aufzuwerten. Doch die Fläche ist auch für eine mögliche Schule vorgesehen.
Thomas Sock, Katharina Schreiner, Julia Urbahn und Anna Tippmann (v.l.) stehen an der Holzhütte, die von Jugendlichen genutzt wird. Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA Thomas Sock, Katharina Schreiner, Julia Urbahn und Anna Tippmann (v.l.) stehen an der Holzhütte, die von Jugendlichen genutzt wird.
Gallus. 

In den beiden Holzhütten am Spielplatz Gustavsburgplatz könnten sich die Kinder durchaus wohlfühlen. Doch so lange dort die Hinterlassenschaften nächtlicher Partys und Gelage zu finden sind, schickt die Leiterin Anna Tippmann die Kinder der Kita „Lahn’sche Höfe“ dorthin lieber nicht. „Eigentlich bräuchten wir die Hütten nicht und stattdessen eher einen Sandkasten oder ein Wasserspiel“, sagt sie. Wünschenswert wären auch eine nächtliche Beleuchtung und eine Aufpflasterung der nahe gelegenen Bushaltestelle „Rebstöcker Straße“.

Gleich ein ganzes Paket an Maßnahmen fordert nun auch der Ortsbeirat 1 (Innenstadt, Bahnhofsviertel, Gallus, Gutleut) vom Magistrat. Grünen-Sprecher Andreas Laeuen fordert mehrere Spielgeräte, die für Drei- bis Sechsjährige geeignet sind, einen barrierefreien Ausbau der Haltestelle „Rebstöcker Straße“ und eine verstärkte nächtliche Überwachung des Spielplatzes durch die Mitarbeiter des Ordnungsamtes. Anna Pause, Fraktionsvorsitzende der SPD, setzt sich für eine Verbesserung der Verkehrssituation durch eine Verkehrsinsel mit besseren Querungs- und Parkmöglichkeiten ein.

Beschwerden

Katharina Schreiner (FDP) machte sich bei einem Ortstermin persönlich ein Bild von der Situation auf dem Spielplatz und war erst einmal entsetzt, als sie unter einer der Hütten die Reste einer toten Ratte fand. „Ein klarer Hinweis darauf, dass hier sehr viel Unrat herumliegt, der diese Tiere anzieht“, ist sie überzeugt. „Wir sind vor zwei Jahren hierher gezogen und erleben immer häufiger, dass hier schon am Vormittag Jugendliche herumhängen und wir den Spielplatz auch außerhalb der Öffnungszeiten der Kita mit unseren Kindern gar nicht mehr nutzen können“, klagt Elternbeirätin Julia Urbahn.

Doch während der Öffnungszeiten ist der Spielplatz unverzichtbar: „Wir brauchen ihn als Bewegungsfläche für unsere Kinder, da wir sonst nur einen kleinen Innenhof für unsere Krabbelkinder haben“, berichtet Tippmann, die seit September die Kita leitet. Zumal auf dem Gustavsburgplatz nicht nur die rund 60 Kinder der „Lahn’schen Höfe“ spielen, sondern auch viele Kinder der Kita „Mainkrabben“ und der Gemeinde Maria Hilf.

„Auch am Nachmittag und Abend halten sich hier Erwachsene auf, verrichten ihre Geschäfte, auch Drogenutensilien haben wir schon gefunden“, berichtet Tippmann weiter. „Eine Mutter, die einen Mann deshalb angesprochen hat, hat sich sogar eine Ohrfeige eingehandelt.“ Auf Anfrage dieser Zeitung erklärt Ordnungsamt-Sprecher Ralph Rohr, dass ihm bislang jedoch keine Beschwerden über nächtliche Fremdnutzungen des Spielplatzes vorliegen. Eine Routinekontrolle durch das Ordnungsamt im Februar habe keinen Anlass zur Beanstandung gegeben. „Wenn uns nun verstärkt Beschwerden über die Bürger und den Ortsbeirat erreichen, werden wir auf den Gustavsburgplatz unser Augenmerk richten“, stellt Rohr in Aussicht.

Sanierung zurückgestellt

Derweil hat sich Tippmann schon mit dem Grünflächenamt wegen der Sanierung des Spielplatzes in Verbindung gesetzt: „An einigen Spielgeräten wie der Rutschen oder den Wipptieren sind Renovierungsarbeiten nötig, damit sich die Kinder daran nicht verletzen“, stellt sie fest. Das hätte man ihr auch im Grünflächenamt bestätigt, sie jedoch darauf hingewiesen, dass der Gustavsburgplatz derzeit noch als möglicher Standort für eine weitere Schule im Gallus geführt werde. Während der Abstimmung mit den Schulbehörden werden größere Sanierungsmaßnahmen zurückgestellt. Tippmann möchte daher den Spielplatz durch Patenschaften pflegen und aufwerten.

Ein weiterer Schwachpunkt ist die Bushaltestelle Rebstöcker Straße: Tippmann demonstriert mit einem Buggy für mehrere Kinder, dass der Einstieg vom ebenerdigen Straßenpflaster aus kaum möglich ist. „Wir setzen uns mit 1150 Unterschriften dafür ein, dass die Haltestellen auf der Mainzer Landstraße barrierefrei umgebaut werden, was nach Rückmeldung des Verkehrsdezernats zum Ende des Jahres in Angriff genommen werden soll“, erklärt Thomas Sock, der im Auftrag der Arbeiterwohlfahrt (Awo) eine Liste mit den umzubauenden Stationen erstellt hat. „Die genaueren Prüfungen werden zeigen, ob wir dann dort auch eine Verkehrsinsel einrichten werden“, erklärt Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) auf Anfrage und bezieht sich dabei auch auf den Antrag von Anna Pause. Dieser Antrag sieht eine Verkehrsinsel mit zwei Fußgängerüberwegen vor, die den Spielplatz am Gustavsburplatz mit dem Weg vor der Rebstöckerstraße 20 verbinden soll.

 

Der Ortsbeirat 1 tagt am Dienstag, 25. April, um 19.30 Uhr in der Stadtbücherei in der Hasengasse 4.

 

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