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Knorrstraße: Spielplatz soll Wohnungsbau verhindern

Von Frankfurt wächst, viele Wohnungsbaugesellschaften verdichten nach: Grünflächen zwischen den Häusern werden bebaut. Das wollen Mieter in der Knorrstraße verhindern und haben jetzt einfach einen Spielplatz angelegt.
Roberto Stojanoski (links) und Wafi Dahman haben Geld gesammelt und ein Spielgerüst auf der Grünfläche in der Knorrstraße aufgestellt. Damit wollen sie verhindern, dass die Fläche bebaut wird. Foto: Leonhard Hamerski Roberto Stojanoski (links) und Wafi Dahman haben Geld gesammelt und ein Spielgerüst auf der Grünfläche in der Knorrstraße aufgestellt. Damit wollen sie verhindern, dass die Fläche bebaut wird.
Gallus. 

Gegen weitere Wohnungen seien sie nicht, betont Roberto Stojanoski (38). Er ist einer von mehreren Mietern in der Knorrstraße, die sich gegen die Bebauung der letzten großen Grünfläche in der kurzen Wohnstraße wehren. Umgeben von Häusern und einem Parkplatz, steht hier seit einigen Tagen ein Klettergerüst mit Schaukel.

„Es gibt etwa 30 Kinder unter zwölf Jahren hier“, sagt Stojanoski. Für das Spielgerät sammelten die Mieter 500 Euro und stellten es selbst auf, sagt Wafi Dahman. Nicht nur, weil es dringend gebraucht wird: Es ist auch ein Symbol dafür, dass hier nicht noch ein Haus entstehen soll. Eine Protestaktion der Anwohner gegen eine von der Wohnungsbaugesellschaft Vonovia geplante Nachverdichtung. „Wo sollen denn die Kinder spielen, wo denn die Mieter alle parken, wenn nachverdichtet wird? Es gibt hier keine Tiefgaragen“, sagt Wafi Dahman.

Nicht alles zubauen

Der Vonovia gehört das ganze Areal an der Knorrstraße mit 110 Wohnungen aus den 1950er Jahren. Einst waren hier und in der angrenzenden Stephensonstraße Eisenbahnerwohnungen, die die Deutsche Bahn aber verkaufte. „Wir müssen nachverdichten“, sagt Vonovia-Sprecher Max Niklas Gille. Das Gelände sei dazu gut geeignet. Er betont, dass es dem Unternehmen nicht darauf ankomme, auf jeder freien Fläche noch ein Haus zu bauen. Alles müsse mit Maß geschehen, schon um die Siedlung für künftige Mieter attraktiv zu halten.

„Hier stehen drei Häuser, die um einen riesigen Platz herumgebaut sind. Die Fläche kann man unter Einhaltung aller Abstandsregeln besser nutzen“, sagt Gille. Bei der Nachverdichtung sollen 40 Wohnungen hinzukommen.

Gärten und ein Spielplatz

Zurzeit sei es hier „auch nicht paradiesisch“, sagt Gille. Es gebe viele Brachen, zwischen den Häusern werde wild geparkt. Das Unternehmen wolle mehr als nur neue Wohnungen bauen: Das Umfeld solle schöner werden, indem ein Spielplatz und kleine Gärten für die Mieter entstünden. Um die angespannte Parksituation zu verbessern, werden 52 klar gekennzeichnete Parkplätze angelegt.

Auch würden bestehende Mietverträge nicht gekündigt, sagt Gille. „In der Knorrstraße haben wir eine gute soziale Mischung, und das soll auch so bleiben“, sagt Gille. Eine Wohnung von 59 Quadratmetern kostet 545 Euro. Das sei nur die halbe Wahrheit, sagt Stojanski: „Leere Wohnungen werden jedoch für mehr als 800 Euro neu vermietet“, ärgert sich Stojanoski.

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