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Riedberger SV will mehr als nur Fußball bieten: Sport und Kultur in einem Verein

Von Mit dem Riedberger SV ist jetzt ein zweiter Sportverein im jungen Frankfurter Stadtteil aktiv. Der versteht sich jedoch mehr als Gemeinschaftsverein, wo der Sport nur selten die erste Geige spielt. Auf der Agenda für die nächsten Monate stehen neben dem Rundeneinstieg der ersten Fußball-Herrenmannschaft und einer Ballsportgruppe für Kinder auch Ausflüge und ein Frauenkochtreff.
Das Vorstandsteam im Riedberger SV: Katja Domert, Andreas Müller und Gabriele Nagel (von links). Foto: Leonhard Hamerski Das Vorstandsteam im Riedberger SV: Katja Domert, Andreas Müller und Gabriele Nagel (von links).
Riedberg. 

Die mit Bleistift geschriebene Liste, die Gabriele Nagel, Vorsitzende des Riedberger SV, bei unserem Treffen vor sich liegen hat, ist lang. „Ich habe mich selbst gewundert, als ich vorhin alles zusammengeschrieben habe, was wir seit unserer Gründung im September 2015 alles umgesetzt und geplant haben“, erzählt die 43-Jährige lachend, bevor sie anfängt, auf die einzelnen Punkte einzugehen und von der Gründungsgeschichte zu erzählen.

Tatsächlich können sich die Erfolge des Riedberger Sport- und Kulturvereins der vergangenen sechs Monate sehen lassen: Der Verein, der von einer Gruppe über Facebook vernetzter Sportbegeisterter gegründet worden war, hat mittlerweile 140 Mitglieder. Die Webseite registriert über 50 000 Klicks. Angeboten werden neben Fußball auch sporadisch oder regelmäßig Sportarten wie Curling, Speedminton oder Cross-Boccia. Dazu kommt ein breites Kulturangebot mit Fotokursen, Kochtreffs, Handarbeitsgruppen, Spieleabenden und Wandertagen, das den Verein mehr als Gemeinschaftsverein denn als reinen Sportverein aufstellt.

Die erste Amtshandlung des Vereins, den Nagel im September mit einigen Mitstreitern gegründet hatte, gab es bereits Wochen nach dem ersten Treffen, als die Gruppe eine Sammelaktion für Flüchtlinge am Riedberg organisierte. „Wir waren noch nicht als Verein eingetragen, konnten also auch noch keine festen Trainingszeiten anbieten. Dennoch wollten wir auf uns aufmerksam machen und die Sache hat eingeschlagen wie eine Bombe“, erinnert sich Nagel. Die Johanniter, für die die Sammlung gedacht war, holten die gesammelten Kleidungsstücke am Ende mit einem großen Laster ab.

Alle bringen sich ein

Das Konzept, mit dem der Vorstand arbeitet, setzt viel auf aktive Beteiligung der Mitglieder: „Bei uns geht es vor allem darum, dass jeder von den Kenntnissen, Fähigkeiten und Ideen der anderen profitieren kann. Darum lehnen wir auch kaum Vorschläge ab. Solange sich jemand findet, der den Kurs auch tatsächlich anbieten will, bleibt unser Programm bunt“, erklärt Nagels Stellvertreter Andreas Müller, der mit der ersten Herren-Fußballmannschaft ab diesem Jahr Rundenspiele absolviert.

So bunt eben wie die Bewohner des Riedbergs es sind. Hier wohnen neben jungen Familien auch Studenten und Senioren, für die der Verein ein vielfältiges Programm auf die Beine stellen will. „Wichtig ist uns dabei auch, dass wir Möglichkeiten schaffen, wie die Menschen verschiedener Generationen und Kulturen sich kennenlernen, denn durch die Neuschaffung des Stadtteils fehlen die natürlich gewachsenen Strukturen, die es andernorts gibt. Das wurde anfangs auch unter Anwohnern häufig kritisiert, was uns eigentlich erst auf die Idee brachte mit dem Riedberger SV einen zweiten Sportverein zu gründen“, so Schatzmeisterin Katja Domert.

Kinder-Vorstand

Sie und Müller unterstützen Nagel im Vorstand erst seit wenigen Wochen, gehen aber ebenfalls schon einige Zeit selbst mit gutem Beispiel voran und sind als Fußballtrainer tätig. Gemeinsam wollen sie in den nächsten Wochen einen Kinder-Vorstand auf den Weg bringen, der sie mit Ideen unterstützen und für die Kinder des Vereins ein Sprachrohr sein soll. „Unser Konzept lautet hier, dass alle auf Augenhöhe miteinander umgehen“, betont Nagel, die entschlossen ist, auch diese Idee umzusetzen.

Was dem Verein jetzt noch fehlt, sind feste Plätze und Hallenzeiten, die dringend gebraucht werden, denn die meisten Trainingseinheiten finden zurzeit noch auf dem Riedberger Bolzplatz sowie diversen Parkanlagen und Bewegungsräumen in Kitas statt. „Das wird sich aber sicherlich in den nächsten Wochen und Monaten klären“, sind sich die Vorstandsmitglieder einig, die schon eng mit anderen Vereinen, etwa aus Kalbach und Niederursel, zusammenarbeiten und dabei große Unterstützung erfahren haben. „Mehrere Nachbarvereine sind für uns schon zusammengerückt und haben uns so Hallen- und Trainingszeiten ermöglicht. Wir finden es schön, dass das Konkurrenzdenken dabei im Hintergrund steht und man uns ansieht als das, was wir sind: als Initiative, die einfach dafür sorgen will, dass unser neues Viertel zusammenwächst“, so Nagel.

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