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Galopprennbahn: Sportvereine dürfen Rennbahn-Tribüne "ausschlachten"

Erst Schraubenzieher, dann der Abrissbagger. Bevor die Frankfurter Rennbahn mit schwerem Gerät zerlegt wird, schraubten Interessierte am Samstag ratzfatz die grünen Sitze ab.
Vereine und Frankfurter decken sich mit Rennbahn-Klappsitzen sein Foto: dpa Vereine und Frankfurter decken sich mit Rennbahn-Klappsitzen sein
Frankfurt. 

Die Frankfurter Rennbahn ist am Samstag einen weiteren Schritt auf ihren endgültigen Abriss zugegangen. Vereine und Privatleute folgten einer Einladung der Stadt Frankfurt und schraubten am Vormittag für den eigenen Bedarf zahlreiche der insgesamt rund 1000 Klappsitze auf der Tribüne ab. Die Vereine waren unter anderem aus Hochheim im Taunus und Villmar-Weyer bei Limburg angereist. «Wir wollen 200 Sitze mitnehmen, um auf unserem Sportplatz Steh- in Sitzplätze umzuwandeln. So bleiben die Sitze wenigstens einem Sportzweck erhalten», sagte Martin Koenen von der Spielvereinigung 07 Hochheim. Er war mit sechs weiteren Vereinsmitgliedern nach Niederrad gekommen, wo die bestens ausgerüsteten Männer die grünen Sitze in Windeseile abmontierten.

Bilderstrecke Einblicke in die Geschichte der Galopprennbahn
Die Frankfurter Galopprennbahn blickt einer ungewissen Zukunft entgegen. Ab 2017 soll auf dem Gelände ein DFB-Leistungszentrum entstehen. Grund für uns, ein wenig im Archiv zu stöbern und einen Blick auf die Geschichte der Rennbahn zu werfen. Alle Fotos. ArchivDie feierliche Eröffnung fand am 20. August 1865 statt. Aus aller Welt strömten mondäne Landauer, Barouchen, Kaleschen und Phaetons zum Gelände. Prächtig - und vor allem friedlich - saßen nebeneinander der Herzog von Nassau, Prinz Nikolaus, Prinz Friedrich Wilhelm von Hessen, der Prinz of Wales, Prinz Alexander . . .. . . von Hessen und andere Herrscher, die sich ansonsten in den Jahren zuvor und danach auf diversen Kriegsfeldern trafen. Die Tribüne auf dem neu erschlossenen Gelände am Forsthaus war schon Tage davor ausverkauft.

 

Nach den derzeitigen Planungen der Stadt soll die Tribüne im Frühjahr abgerissen werden. Damit könnte nach dem Rechtsstreit über mehrere Instanzen auch der Baubeginn der auf dem Gelände geplanten DFB-Akademie näher rücken. Schweres Gerät des Abrissunternehmens stand am Samstag schon auf dem Gelände bereit, wie Baudezernent Jan Schneider (CDU) vor Ort erklärte. Die Stadt wolle das Gelände noch im Laufe des Jahres an den Deutschen Fußball-Bund übergeben.

Schneider und Sportdezernent Markus Frank (CDU) hatten die Interessierten am Morgen an der Rennbahn begrüßt. «Bevor wir beim Abriss Dinge entsorgen, die noch verwertet werden können, wollen wir lieber etwas Sinnvolles damit machen», sagte Frank. Er lud die Anwesenden zudem ein: «Wenn Sie abgesehen von den Sitzen etwas entdecken, das Sie anlacht, sprechen Sie uns an.»

Bilderstrecke Geisterstadt Galopprennbahn: Rundgang über das Gelände
Die Zukunft der Rennbahn ist weiterhin ungeklärt. Am Freitag wird am Oberlandesgericht über die Räumungsklage der Stadt gegen den Renn-Klub verhandelt. Der DFB hofft, dass er endlich Planungssicherheit für seine Fußball-Akademie bekommt. Wie das verlassene Gelände aktuell aussieht, zeigen die folgenden Bilder. Hier: Zerstörter, umgeworfener Heizstrahler vor malerischer Skylinekulisse.Hier der historische Eingang zum Gelände.Verfallende, zugewucherte Pferde-Startbox im Wald unweit des Starbereichs der Rennbahn.

 

Mitglieder des RSV 1918 Weyer interessierten sich aber zunächst vor allem für 150 Klappsitze. «Unsere Vereinsfarben sind grün-weiß, da passen die grünen Sitze perfekt», freute sich Fußball-Abteilungsleiter Jürgen Erlemann. Besonders wegen des 100. Vereinsgeburtstags in diesem Jahr komme das Angebot der Stadt Frankfurt sehr gelegen. Neben den Vereinen holten sich auch Anwohner den einen oder anderen Sitz als Andenken an die Rennbahn ab.

Das Oberlandesgericht Frankfurt hatte noch am Freitag entschieden, dass die Sitze demontiert werden dürfen. Der Rennklub hatte zuvor in einer einstweiligen Verfügung beantragt, der Stadt die Entfernung von Tribünen-Inventar zu untersagen. (dpa)

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