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Bildungspaten feiern ihren fünften Geburtstag: Sprachförderung für die Integration

Von Die deutsche Grammatik hat ihre Tücken. Das wissen auch die Bildungspaten Fechenheim, die sich für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund engagieren. Ehrenamtlich fördern sie begleitend zum regulären Unterricht die Schüler in der deutschen Sprache – und büffeln hierfür selbst die Grammatikregeln.
Vor fünf Jahren wurden die Bildungspaten Fechenheim gegründet. Die Mitglieder der Initiative engagieren sich ehrenamtlich für Schüler mit Migrations-Biografien. Hierfür wurde die Gruppe bereits mit dem Integrationspreis der Stadt ausgezeichnet. Foto: Leonhard Hamerski Vor fünf Jahren wurden die Bildungspaten Fechenheim gegründet. Die Mitglieder der Initiative engagieren sich ehrenamtlich für Schüler mit Migrations-Biografien. Hierfür wurde die Gruppe bereits mit dem Integrationspreis der Stadt ausgezeichnet.
Fechenheim. 

Im Jahr 2014 wurden die Bildungspaten Fechenheim mit dem Integrationspreis der Stadt Frankfurt ausgezeichnet. Da gab es die Initiative gerade erst zwei Jahre. Die Urkunde hängt gerahmt im Café Jasmin in der Straße Alt-Fechenheim 80. Es ist von Anfang an der Ort, den die Bildungspaten als Treffpunkt nutzen. Sie kommen dort regelmäßig zusammen, um sich über ihre Erfahrungen auszutauschen.

36 von ihnen gibt es aktuell – fünf Jahre nach der Gründung. Sie alle engagieren sich ehrenamtlich, setzen sich ein für Schüler mit Migrations-Biografien im Alter von neun bis 16 Jahren, die in die Intensiv- oder Alphabetisierungsklassen der Heinrich-Kraft- und der Konrad-Haenisch-Schule in Fechenheim gehen. Das Motto der Bildungspaten lautet: „Ein Kind, ein Pate, eine Stunde“.

Eins-zu-Eins Förderung

„Jedes Kind hat seinen eigenen Paten über mindestens ein Schuljahr hinweg. Einmal wöchentlich trifft sich der Pate mit dem Schüler für eine Stunde“, erklärt Helga Rautenberg. Sie und ihr Mann Eugen engagieren sich seit Anfang 2013, also kurz nach Gründung der Initiative, die im zweiten Halbjahr 2012 ins Leben gerufen wurde.

Die Mitglieder der Initiative fördern die Mädchen und Jungen in der deutschen Sprache, die Grundlage für die Schule und eine spätere Berufsausbildung ist. Ziel ihrer Arbeit ist es, ihren Schützlingen zusätzlich zum regulären Unterricht Kompetenzen in der deutschen Sprache zu vermitteln, um ihnen den Besuch der Regelklassen zu ermöglichen. „Wer einen Bildungspaten zur Seite gestellt bekommt, bestimmen die Lehrer“, erklärt Gabriele Roth.

Mit ihrem Engagement tragen die Bildungspaten einen wichtigen Teil dazu bei, dass die Schüler, die aus ganz unterschiedlichen Ländern kommen, sich in Deutschland wohlfühlen und integrieren können – eben Sprache als Schlüssel zur Integration. Wolfgang Gerger, im Hauptberuf IT-Experte, bereitet für die Feier zum fünften Geburtstag der Initiative am 7. September derzeit die vergangenen Jahre auf, darunter auch Statistiken. Zwei hiervon zeigen, dass die Schüler unter anderem aus Thailand, China, Vietnam, Mazedonien, Pakistan, Syrien, Serbien, Afghanistan, Rumänien, Spanien, Italien, Gambia und dem Kosovo kommen.

Vertrauensverhältnis

„Als Bildungspate baut man ein Vertrauensverhältnis zu den Schülern auf“, sagt Gerger. „Wir bereiten uns vor, gehen auf die individuellen Kenntnisse der Schüler ein“, schildert Peter Roth und fügt hinzu: „Auch wenn wir alle keine ausgebildeten Pädagogen sind, denke ich, dass wir mittlerweile viel Erfahrung gesammelt haben.“

Und die Herausforderungen sind groß. Manche Schüler haben in ihrer Muttersprache ganz andere Schriftzeichen gelernt. Aussprache, Grammatik – vieles ist neu. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Kinder und Jugendlichen sehr motiviert und lernwillig sind“, betont Roth. Wichtig sei die Zusammenarbeit mit den beiden Schulen.

„Als es zur Rechtschreibreform kam dachte ich, nein, das lerne ich jetzt nicht noch mal“, erinnert sich Helga Rautenberg. Diese Einstellung habe sich durch ihre Aufgabe grundlegend geändert. „Schließlich möchte ich richtig erklären. Und am schönsten“, sagt sie weiter, „sind die Aha-Erlebnisse, wenn die Schüler die Regeln verstanden haben.“

 

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