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Erziehungshilfen: Stadt Frankfurt könnte 14 Millionen Euro sparen

Von Die Stadt Frankfurt kalkuliert auch im kommenden Jahr wieder mit einem dicken Minus im Haushalt. Nach Ansicht des Landesrechnungshofs gibt sie an einigen Stellen zu viel aus. Rund 14 Millionen Euro könnten jedes Jahr bei den Erziehungshilfen eingespart werden, heißt es im aktuellen „Großstädtebericht“.
Ein Beratungsgespräch bei der Erziehungshilfe der Caritas in der Nordweststadt. Ein Beratungsgespräch bei der Erziehungshilfe der Caritas in der Nordweststadt.
Frankfurt. 

Es ist ein ziemlich großer Batzen des Sozialetats, den die Ausgaben für die ambulanten und stationären Hilfen zur Erziehung im städtischen Haushalt ausmachen. 134,7 Millionen Euro wurden zum Beispiel 2014 ausgegeben. Das sind 963 Euro pro jugendlichem Einwohner. Andere hessische Großstädte kommen mit deutlich weniger Geld aus. In Darmstadt sind es zum Beispiel 591 Euro, in Wiesbaden 726 Euro. Das liegt auch daran, dass in Frankfurt relativ zur Größe der Stadt die meisten Fälle zu bearbeiten waren. Das Spektrum reicht von der Erziehungsberatung bis zur Betreuung eines Kindes im Heim, wenn die Eltern überfordert sind. Ziel ist es, eine Gefährdung des Kindeswohls zu verhindern. In Frankfurt sind damit mehrere freie Träger beauftragt, aber auch die Kommunale Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, ein städtischer Eigenbetrieb.

Honorarkräfte empfohlen

Die vom Landesrechnungshofs beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC findet, dass die Stadt dafür zu viel ausgibt. Sie haben für den jetzt veröffentlichten „Großstädtebericht“ ein Einsparpotenzial von rund 14 Millionen Euro ermittelt. Überdurchschnittlich teuer seien in Frankfurt zum Beispiel die Kosten für den Overhead, also für Leitung, Verwaltung und interne Dienste. Deshalb empfehlen die Prüfer unter anderem, weniger mit festangestellten Mitarbeitern, sondern mit Honorarkräften zu arbeiten. Das aber lehnt Frankfurts Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) ab. Ihre Sprecherin Manuela Skotnik verweist auf den Grundsatzbeschluss des Stadtparlaments, wonach bei der Vergabe städtischer Leistungen an externe Dienstleister stets darauf geachtet werden müsse, dass die Tarifbedingungen eingehalten werden.

Den Vorwurf des Landesrechnungshofs, dass die Stadt Frankfurt generell zu hohe Kostensätze an die Träger der Erziehungshilfe zahle, hat das Sozialdezernat schon im vergangenen Jahr zurückgewiesen. Da man sich zum Zeitpunkt der Prüfung in einer Umstellungsphase befunden habe, hätten nur zwei Verträge mit aktuellen Konditionen vorgelegt werden können. Dabei handle es sich aber um Vereinbarungen mit Trägern, die eine „hohe Kostenstruktur“ haben. Deshalb seien die vom Rechnungshof angegebenen Mittelwerte nicht aussagekräftig. Bei neuen Vereinbarungen seien Einsparungen zu erwarten.

Sinkende Fallzahlen

Die Prüfer empfehlen darüber hinaus, die Fall- und Angebotssteuerung zu verbessern. Damit ist gemeint: Es sollten geprüft werden, welche Hilfen bei welcher Problemstellung am besten geeignet sind. Auch könne mehr darauf geachtet werden, wie eine (besonders teure) stationäre Unterbringung von Jugendlichen vermieden werden könnte.

Das Sozialdezernat verweist auf neue Richtlinien zur Hilfeplanung. So seien die Fallzahlen in den vergangenen Jahren trotz wachsender Bevölkerung deutlich gesunken – von 4239 (2010) auf 3568 (2016). Auch dadurch sei die Kostenbelastung gesunken.

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