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Verkehr: Stadt Frankfurt schafft 1400 Rad-Parkplätze

In Kalbach, Rödelheim und Niederrad: An zahlreichen Plätzen entstehen Abstellmöglichkeiten für Fahrräder. Die Pläne stellte Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) gestern vor. Die Radfahrer-Lobby vermisst vor allem große Lösungen für enge Viertel wie das Nordend.
Symbolfoto Foto: Frank Rumpenhorst (dpa) Symbolfoto
Frankfurt. 

Kritik an der Fahrradpolitik der Stadtverwaltung übt Bertram Giebeler, verkehrspolitischer Sprecher des ADFC-Ortsgruppe Frankfurt. „Der Bedarf ist bei Weitem nicht gedeckt“, sagt er mit Blick auf die gestern von Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) vorgestellten Pläne zur Schaffung von stadtweit rund 1400 neuen Fahrrad-Parkplätzen. Grundsätzlich begrüße Giebeler die Bemühungen der Stadt. „Es ist gut, dass sich etwas tut“, sagt er. Doch um dem Bedarf gerecht zu werden, müsse noch weitaus mehr geschehen. „Wir fordern schon lange, zumindest in dem engeren Gründerzeitgürtel um die Innenstadt, jeden 40. Kfz-Stellplatz in einen Fahrradstellplatz umzuwandeln.“ Doch auf diesen Vorschlag reagiere die Verwaltung verhalten bis ablehnend. Auch in den dicht besiedelten Wohnvierteln, wie etwa im Nordend, in Sachsenhausen oder Bockenheim, fehle es an geeigneten Abstellmöglichkeiten. „Einmal habe ich allein an der Ecke von der Humboldtstraße zur Glauburgstraße 50 abgestellte Fahrräder gezählt“, sagt Giebeler.

500 neue Bügel pro Jahr

Konkret plant das Verkehrsdezernat rund um Stadtrat Klaus Oesterling, pro Jahr künftig 500 neue Bügel zum Abschließen der Räder zu schaffen. „Im Zuge von Straßenbaumaßnahmen sollen die Bügel automatisch mit installiert werden“, erklärt der Dezernent. Als Beispiel nennt er die Baustelle an der Eschersheimer Landstraße zwischen den U-Bahn-Haltestellen Hügelstraße und Weißer Stein. Dort sollen im Bereich von Kurhessenstraße bis Hügelstraße insgesamt 120 solcher Bügel entstehen, die Platz für bis zu 240 abgestellte Fahrräder bieten. Zudem sind rund 1000 überdachte Abstellplätze in Planung. Am Pendlerparkplatz in Kalbach etwa entsteht eine doppelstöckige Anlage mit Platz für 32 Fahrräder; am Rödelheimer Bahnhof werden auf dem Baruch-Baschwitz-Platz die 32 bereits vorhandenen Stellplätze auf 56 aufgestockt; und auf dem neuen Arthur-Stern-Platz soll es neben Bügeln und doppelstöckigen Anlagen auch zwölf abschließbare Fahrradboxen geben. „So entstehen rund um den Bahnhof Rödelheim 208 Abstellplätze“, so Oesterling

Mehr Boxen gegen Diebstahl

„Diese Boxen nehmen viel Platz weg“, bemängelt ADFC-Sprecher Giebeler. Die doppelstöckigen Fahrradabstellanlagen, die seit August an der Konstablerwache stehen, bieten Platz für 96 Fahrräder. „Hätte die Stadt dort 96 Boxen gebaut, wäre die gesamte Konstablerwache voll.“ Zwar zeige die Erfahrung, dass sich Boxen gut vermieten ließen. „Die sind in der Regel schnell weg“, so Giebeler. „Doch es geht in Frankfurt um tausende Räder, die eine diebstahlsichere Abstellmöglichkeit benötigen, und nicht nur um zehn.“ Weitere doppelstöckige Abstellmöglichkeiten sollen am Gravensteiner Platz in Preungesheim (32 Plätze), an der Nordseite des Bahnhofs Höchst (156 Plätze), an beiden Seiten des Lokalbahnhofs (32 Plätze) sowie an der U-Bahn-Haltestelle Heddernheim (124 Plätze) entstehen. Die Umsetzung ist für den Sommer geplant. Zudem gibt es weitere Planungen für den West- und den Südbahnhof, die S-Bahn-Stationen Galluswarte, Griesheim und Niederrad sowie die U-Bahn-Haltestelle Bergen Enkheim.

So erfreulich die Bemühungen der Stadt sind, ADFC-Sprecher Giebeler gehen sie nicht weit genug; Frankfurt hinke in diesem Punkt anderen Großstädten hinterher. „Im niederländischen Utrecht etwa gibt es rund um den Bahnhof allein 10 000 Abstellmöglichkeiten für Fahrräder.“

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