Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer
1 Kommentar

Sozialwohnungen: Stadt will mehr Mietern helfen

Von Die Zahl der Mieter mit der Berechtigung für eine Sozialwohnung steigt. Der Grund dafür ist eine Änderung der Einkommensgrenzen.
Frankfurts neuer Planungsdezernent Mike Josef. Foto: Andreas Arnold/dArchiv Frankfurts neuer Planungsdezernent Mike Josef. Foto: Andreas Arnold/dArchiv
Frankfurt. 

Durchschnittsverdiener haben es in Frankfurt schwer, eine Wohnung zu finden. Deshalb hat nun der Magistrat mit der Fortschreibung des „Frankfurter Programms für sozialen Mietwohnungsbau“ den Kreis der Berechtigten für eine Sozialwohnung erweitert. Das Stadtparlament hat im Sommer bereits zugestimmt.

Die neue Regelung sieht so aus: Haushalte, deren Einkommen bis zu 20 Prozent über der Grenze liegt, unterhalb derer Anspruch auf eine Sozialwohnung besteht, können gleichfalls in eine geförderte Wohnung einziehen. Nach einer Untersuchung des Instituts für Wohnen und Umwelt (IWU) fallen dadurch 49 Prozent aller Frankfurter Mieterhaushalte in diese Kategorie. Bereits vor dieser kürzlich beschlossenen Neuerung hatten schon bisher 41 Prozent der Mieterhaushalte so wenig Einkommen, dass sie das Recht auf eine bezuschusste Wohnung haben. Machten alle Berechtigten ihren Anspruch geltend, bräuchte Frankfurt rund 140 000 Sozialwohnungen. Es gibt aber nur etwas mehr als 30 000.

Wenig Eigentümer

Woher das IWU das weiß? Tatsächlich macht die amtliche Statistik keine Angaben darüber, wie viele Mieterhaushalte nach dem „Frankfurter Programm für sozialen Mietwohnungsbau“ sozialwohnungsberechtigt sind. Daher hat das IWU auf zwei stichprobenbasierte Haushaltsbefragungen zurückgegriffen und die ermittelten Quoten auf Frankfurt hochgerechnet.

Der Anteil der Haushalte, die in Frankfurt in einer Eigentumswohnung leben, ist im Vergleich zu anderen Städten vergleichsweise gering. 18,1 Prozent waren es nach der Mikrozensus-Erhebung aus dem Jahr 2010, aktuellere Zahlen liegen nicht vor. Die Eigentümerwohneinheiten verfügten durchschnittlich über 105,8 Quadratmeter Wohnfläche und wurden von 2,1 Personen genutzt. Im Vergleich hierzu waren die Mietwohnungen 64,7 Quadratmeter groß und wurden von 1,8 Personen bewohnt. Es gibt in Frankfurt rund 350 000 Wohnungen, davon sind über 30 000 Sozialwohnungen.

58 000 Euro brutto

Nach den neuen in Frankfurt geltenden Grenzen kann eine Person ein Jahreseinkommen von brutto rund 26 250 Euro beziehen, ohne den Anspruch auf eine Sozialwohnung zu verlieren. Das bisherige Limit (Stufe 1) liegt bei rund 22 000 Euro brutto im Jahr. Ein Zwei-Personen-Haushalt darf brutto knapp 40 000 Euro im Jahr beziehen (früher 33 200 Euro), jede weitere im Haushalt lebende Person 9050 Euro (früher 7550 Euro) Das bedeutet, dass ein Alleinverdiener mit Frau und zwei Kindern ein Bruttojahreseinkommen von knapp 58 000 Euro verdienen kann und immer noch in einer Sozialwohnung leben darf.

Fünf Euro je Quadratmeter

Die alten Stufen behalten aber ihre Bedeutung. Wer in den in Klammern angegebenen niedrigeren Gehaltsgruppe ist, zahlt eine Sozialmiete von fünf Euro pro Quadratmeter (5,50 Euro im Passivhausstandard). Sozialmieter in der höheren Gehaltsgruppe zahlen dann sechs Euro bzw. 6,50 Euro.

Auch die Größe der Wohnung ist festgelegt: Die Sozialwohnung für eine Person darf 40 bis 45 Quadratmeter groß sein, für zwei Personen bis zu 60 Quadratmeter. Bei drei Personen beträgt die Wohnungsgröße 72 Quadratmeter, für einen Vier-Personen-Haushalt sind bis zu 84 Quadratmeter zulässig. Jede weitere Person hat Anspruch auf zwölf Quadratmeter.

Derzeit sind nach Angaben von Mark Gellert, Sprecher des Planungsdezernenten Mike Josef (SPD), rund 10 000 Haushalte auf der Warteliste für eine Sozialwohnung. Durch die Neuregelung könnte diese Liste länger werden, auch wenn Gellert keinen rasanten Anstieg befürchtet. Wer bereits eine bezahlbare Wohnung hat, melde sich nicht für eine Sozialwohnung.

Um den Mangel an Sozialwohnungen zu beheben, schreibt die Stadt bei neuen Bebauungsplänen eine Quote von 30 Prozent geförderten Wohnraums vor. Jeweils die Hälfte davon entfällt auf klassische Sozialwohnungen und die Förderung aus dem „Mittelstandsprogramm“. Die städtische ABG Holding hat sich sogar verpflichtet, 40 Prozent ihrer Neubauen als Sozialwohnungen anzubieten.

Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2016 Frankfurter Neue Presse