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Nachbarschaftspreis: Stadt würdigt Engagement mit 5000 Euro Preisgeld

So viele Bewerber waren es noch nie: 78 Projekte kämpften in diesem Jahr um den mit 5000 Euro dotierten Nachbarschaftspreis der Stadt. Fünf Hauptpreise wurden vergeben, wir stellen die Gewinner vor.
Classic for Kids ist in Sossenheim zu Hause. Classic for Kids ist in Sossenheim zu Hause.
Frankfurt. 

Bereits zum 17. Mal hat die Stadt nun schon den Nachbarschaftspreis vergeben – als Auszeichnung für das vielfältige Engagement der Menschen, die sich mit kreativen Projekten und Initiativen für ein gutes Für- und Miteinander einsetzen. Damit tragen sie dazu bei, dass Frankfurt stets ein bisschen lebenswerter und als Wohnort noch attraktiver wird. 78 Bewerber zählte das Sozialdezernat in diesem Jahr – so viele wie noch nie. Mit dem Hauptpreis ausgezeichnet wurden fünf Projekte in den Kategorien „Nachbarn für Nachbarn“, „Chancen im Quartier“, „Kultur vor Ort“, „Alt und Jung“ sowie „Picobello“. Sie erhalten jeweils 1000 Euro:

  Frühstücken und sprechen: Geflüchteten Menschen am Wochenende außerhalb ihrer Einrichtungen die Gelegenheit geben, Deutsch zu lernen – diese Idee steckt hinter dem spendenfinanzierten Projekt, das die Niederräderin Christiane Kewitz vor zwei Jahren mit zwei Mitstreitern ins Leben rief, die sie im Netzwerk Migration Frankfurt kennengelernt hatte. Seitdem bieten sie und ihr elfköpfiges Team – allesamt ehrenamtliche Helfer aus der Nachbarschaft – alle zwei Wochen ein gemeinsames Frühstück mit anschließenden Sprachspielen in den Räumen der Paul-Gerhardt-Gemeinde an. „Ich habe selber viel im Ausland gelebt und weiß, was es bedeutet, fremd zu sein“, sagt Kewitz. Längst seien sie und ihre Kollegen für die Menschen, die das Frühstück besuchen, viel mehr „als nur die Organisatoren“. Auch unter der Woche habe man Kontakt, sei Ansprechpartner bei Fragen oder Problemen. „Wir sind wie eine große Familie“, freut sie sich über den Erfolg. Mehr Informationen gibt es im Internet unter www.frankfurt4u.de.

  Welche Schule für mein Kind?: Es gibt mehr als das Gymnasium, um später im Beruf Fuß fassen zu können – diese Botschaft wollte Hannah de Graauw-Rusch mit ihrer Informationsveranstaltung in der Nordweststadt an viele verzweifelte Eltern übermitteln. Mit Erfolg: Beide Veranstaltungen wurden von den Eltern aller vier Grundschulen im Stadtteil hervorragend besucht. Ähnlich gut angenommen wurde das zweite Projekt von de Graauw-Rusch, das sie mit dem Verein „Brücke 71“ realisierte. „Auch ich habe eine Stimme – bei der Bundestagswahl sogar zwei“ war vor allem für Erstwähler eine gute Orientierungshilfe vor der Bundestagswahl 2017.

  Kinderkultur in Sossenheimer Schulen: Der Kultur- und Förderkreis Sossenheim – aktuell zählt er 300 Mitglieder – möchte noch enger mit Kindergärten, Schulen und sozialen Einrichtungen zusammenarbeiten. So wurden in den beiden Grundschulen im Stadtteil, sie haben viele Schüler mit Migrationshintergrund, bereits verschiedene Kulturprojekte realisiert, die auch Sprachbarrieren überwinden. Etwa bei „Classic for Kids“. Da wird gemeinsam mit den Kindern gesungen und diese werden dabei an klassische Musik herangeführt. In diesem Jahr ist zudem eine Malaktion unter dem Motto „800 Jahre Sossenheim“ geplant.

  Denk’-mal!-Pflege: An die 23 Bewohner des ursprünglichen Henry-und-Emma-Budge-Heimes am Dornbusch erinnert die Gedenkstätte, die seit 2011 vor dem jüdisch-christlichen Seniorenheim in Seckbach steht. Gepflegt wird es von den Sechstklässlern der Friedrich-Ebert-Schule. Die Schüler besuchen gemeinsam mit ihren Lehrern in Kleingruppen die Einrichtung und verrichten dort kleinere Gartenarbeiten an der Gedenkstätte oder führen Interviews mit den Bewohnern im Rahmen des Generationendialogs.

  Paul-Arnsberg-Platz-Initiative: Seit einem Jahr machen sich Jeannette Kaupp und ihre Mitstreiter von der Initiative Paul-Arnsberg-Platz viele Gedanken darüber, wie sich die große dreieckige Fläche zwischen der Rü-
ckerstraße und der Ostendstraße verschönern lässt. Die Mitglieder der Initiative möchten darauf eine grüne Oase entstehen lassen, sie wünschen sich unter anderem Hochbeete, widerstandsfähigere Bäume und eine teilweise Entsiegelung der Betonfläche im Ostend. Ungewiss ist bislang noch, wann mit der Umgestaltung begonnen wird und wie diese im Detail aussehen wird. Dass sich dort etwas verändern muss und wird, hat die Stadt Frankfurt der Initiative versichert. Frankfurts Umweltdezernentin Rosemarie Heilig unterstützt die engagierten Anwohner in deren Bestreben und hatte deren Mitglieder aufgefordert, verschiedene Entwürfe für einen grüneren Platz zu gestalten. Gudrun Schmidt von der Initiative hofft, dass das Beispiel aus dem Ostend nach getaner Arbeit Schule macht und andernorts in Frankfurt als Vorbild dient: „Immerhin gibt es noch eine ganze Reihe anderer hässlicher Plätze.“

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