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Streit um Schule in Niederrad: Stadträtin will doch lieber eine Integrierte Gesamtschule

Die Gründung der neuen Gesamtschule in Niederrad steht unter keinem guten Stern: Im Sommer war sie mangels Anmeldungen geplatzt, nun streitet die Römerkoalition darüber, ob sie eine integrierte oder kooperative Form haben soll.
Symbolbild Schule Foto: Arno Burgi/Symbol Symbolbild Schule
Frankfurt. 

Der Anlauf war unglücklich, aber nun steht die Forderung im Raum: Das Schuldezernat unter Führung der SPD-Politikerin Sylvia Weber möchte in Niederrad doch keine Kooperative Gesamtschule (KGS) mit insgesamt sechs parallelen Klassen eröffnen. Stattdessen soll 2017 eine vierzügige Integrierte Gesamtschule (IGS) an den Start gehen. So steht es in einer Vorlage aus dem Dezernat, die Weber kürzlich ohne vorherige Warnung ihren Magistratskollegen vorgelegt hatte – womit sie einen schon beigelegt geglaubten Streit neu entfachte.

Einmal gescheitert

Denn im ursprünglichen Entwurf zum Schulentwicklungsplan war eine IGS für Niederrad vorgesehen. Aus dieser wurde dann im Zuge der Diskussion innerhalb der damals noch schwarz-grünen Koalition eine KGS. Die CDU zog die Schulform mit getrennten Bildungsgängen vor, weil sie glaubte, die hohe Nachfrage nach Gymnasialplätzen so besser bedienen zu können. Doch außer der Schulform wurde wenig beschlossen, das Dezernat konnte keinen Standort benennen, ein Konzept gab es nicht. Schließlich musste die Schuleröffnung mangels Anmeldungen abgesagt werden.

Nun soll die Schule im Sommer 2017 an den Start gehen, doch die CDU hat bislang nichts übrig für die neuen Pläne. Mit Zahlen versuchten Weber und ihre Mitarbeiter die Christdemokraten bei einem Treffen zu überzeugen. Für eine vierzügige IGS bräuchte man im ersten Jahr einhundert Kinder, da sie anfänglich zusammen unterrichtet werden, wäre es gleichgültig, welchen Schulabschluss sie anstreben. „Wir gehen davon aus, dass wir diese Zahl zusammenkriegen“, so Rüdiger Niemann, Referent im Schuldezernat. Für die geplante KGS seien die Anmeldungen schwieriger einzuwerben: „Wir müssten drei Gymnasialklassen mit je 30 Schülern füllen, dazu zwei Realschulklassen mit je 16 und eine Hauptschulklasse mit mindestens 13 Kindern“, so Niemann. „Und die Anmeldungen müssten sich genau so aufteilen. Sonst könnten wir nicht eröffnen.“

Deshalb sei die IGS die bessere Lösung, zudem sei für sie leicht eine Adresse zu finden: „Wir wollen die Schule am Standort der Salzmannschule ansiedeln. Auch weil wir denken, dass es das ist, was die Eltern in Niederrad wollen.“

Ob das stimmt, wird das Dezernat nicht lange diskutieren können, denn nach den Herbstferien beginnen die Eltern der Viertklässler, nach der geeigneten weiterführenden Schule zu suchen. Der Stadtelternbeirat hatte es gerade klar gemacht: Man warte dringend auf Entscheidungen. Auch zum aktuellen Schulstreit in Niederrad haben sich die Eltern in diesem Sinne zu Wort gemeldet.

Weber muss also innerhalb der Koalition schnell Überzeugungsarbeit leisten. Wobei sie die Grünen schon auf ihrer Seite hat: „Wir würden eine IGS bevorzugen. Sie bietet den besseren Bildungsaufstieg“, sagt deren Fraktionsvorsitzender Manuel Stock. Doch die Schulformänderung sei nicht das Allerwichtigste: „Wichtig ist uns, dass im kommenden Schuljahr überhaupt eine weiterführende Schule in Niederrad eröffnet. Das darf nicht noch einmal schief gehen.“

Werbung ist alles

Da geht auch die CDU mit, aber sie hält an einer KGS fest – komme, was wolle. Das sagt die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion, Sabine Fischer. „Wir haben uns im Beteiligungsprozess zum Schulentwicklungsplan auf die KGS geeinigt.“ Für Niederrad, die Schüler und die Eltern sei dies die beste Lösung. Angst, dass der Start der Schule aufgrund zu weniger Anmeldungen wieder verschoben werden muss, habe die CDU nicht. „Sie wurde nicht richtig beworben, Konzept und Standort waren nicht bekannt, deshalb haben die Eltern diese Schule nicht angewählt“, ist Fischer überzeugt. Das müsse man nun machen.

(jlo, ing)
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