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Vermieter hat die Räume gekündigt: Stadtteilinitiative Koblenzer Straße ist bald heimatlos

Von Nach rund elf Jahren muss die Stadtteilinitiative Koblenzer Straße (SIKS) ihre Räume in der Koblenzer Straße aufgeben. Damit ist allerdings auch das vielseitige kulturelle Angebot in akuter Gefahr.
Ende dieses Jahres ist hier Schluss: Die Räume in der Koblenzer Straße wurden gekündigt. Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA Ende dieses Jahres ist hier Schluss: Die Räume in der Koblenzer Straße wurden gekündigt.
Gallus. 

Die treuen Fans und Nachbarn haben es zuerst erfahren, nun hat sich die traurige Nachricht auch bei den Stadtteilpolitikern herumgesprochen: Der Stadtteilinitiative Koblenzer Straße (SIKS) wurden die Räume zum Jahresende gekündigt. Deshalb verabschiedete der Ortsbeirat 1 einstimmig einen Antrag der Grünen an den Magistrat, SIKS als Akteur der „Sozialen Stadt“ und kultureller Veranstalter bei der Suche nach neuen Räumen im östlichen Gallus zu unterstützen.

Gute Arbeit gemacht

Ortsvorsteher Oliver Strank (SPD) sagte seine persönliche Hilfe zu: „Diese Initiative macht nicht zuletzt mit dem Koblenzer Straßenfest eine gute Arbeit. Es wäre ein Jammer, wenn sie die nicht fortsetzen könnte.“ „Die GbR Petri hat diese Räume fristgerecht zum 31. 12. 2017 gekündigt“, ist derweil an der Fensterscheibe des „Knobbe“ in der Koblenzer Straße 9 zu lesen. Nach einem Dankeschön an die Stammgäste wird aufgezählt, was im östlichen Gallus künftig alles fehlen wird: Regelmäßige Barabende am Donnerstag, das Koblenzer Straßenfest im August, das Repair Café sowie zahlreiche Konzerte und Ausstellungen.

„Die Sorge, dass diese Räume irgendwann gekündigt und hochpreisig auf den Markt geworfen werden, kommt nicht überraschend“, erklärt Grünen-Ortsbeirätin Jessica Purkhardt, gelegentlicher Gast bei den Barabenden. „Ein Stück weit war damit zu rechnen, wir hatten schon seit längerer Zeit nur noch Jahresverträge, während wir gleichzeitig versuchten, die Barabende aus Rücksicht nach drinnen zu verlegen und zu verkürzen“, räumt auch Manuel Barth von SIKS ein. „Und doch kam diese kurze und knappe Kündigung gefühlt wie aus dem Nichts.“

Die Petri GBR weist auf Anfrage dieser Zeitung Spekulationen auf finanzielle Interessen durch eine Neuvermietung zurück und bezieht sich lediglich auf die Barabende, Konzert- und ähnliche Veranstaltungen, die aus ihrer Sicht den mietvertraglichen Verpflichtungen „diametral entgegenlaufen“. Darauf habe man die Mieter in mehreren Schreiben hingewiesen und mahnend auf die vertragsrechtlichen Folgen aufmerksam gemacht. Von einer völlig überraschenden Kündigung könne somit also keine Rede sein.

Die SIKS hält dem entgegen, dass in der schriftlichen Kündigung vom vergangenen Januar keine Gründe genannt worden seien, während zeitgleich ein achtzigjähriger Mieter im Hinterhaus zwangsgeräumt wurde und die durch das Sozialamt nachträglich beglichenen Mieten nicht mehr entgegengenommen wurden. Außerdem sei der Vertrag mit dem vorherigen Vermieter, der eine Nutzung der Räume für die Zwecke des Vereins erlaubte, niemals verändert worden. Und nachdem SIKS zur Mitte des vergangenen Jahrs die Länge und Lautstärke der Barabende erheblich reduzierte, habe sie auch längere Zeit keine E-Mails der Petri GbR mehr erhalten.

Schon vor ein paar Jahren kündigten sich nach der Übernahme des Hauses durch die Petri GbR und nach ersten Beschwerden über Lärm gewisse Differenzen an. „Für den Ortsbeirat 1 war ein Antrag vorbereitet, um SIKS im Falle einer Kündigung nach Ersatzräumlichkeiten zu helfen“, sagt Jessica Purkhardt. Dann habe man diesen Antrag wieder zurückgezogen, da sich die Lage zwischenzeitlich entspannt habe.

Das Gallus wird kälter

Einfach dürfte die neue Raumsuche freilich nicht werden: „Die Mieterstruktur ändert sich, alternative Räume für kulturelle Events und gesellige Barabende werden offenbar nicht mehr gebraucht“, sagt Anna Hartnagel, Mitglied bei SIKS. Bedauerlicherweise sei von Vermieterseite keinerlei Gesprächs- und Verhandlungsbereitschaft mehr gezeigt worden. Bislang konzentriert sich SIKS auf die noch ausstehenden Termine, darunter das Koblenzer Straßenfest am 19. August. „Das Gallus wird kälter“, heißt es auf einem der ausgedruckten Postings an der Fensterscheibe.

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