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Oper und Schauspiel brauchen mehr Platz: Städtische Bühnen sollen aufgestockt werden

Von Die Theater-Doppelanlage am Willy-Brandt-Platz muss nicht nur umfassend saniert werden. Im Gespräch ist auch, das Gebäude um ein Geschoss aufzustocken. Denn Oper und Schauspiel arbeiten unter sehr beengten Verhältnissen.
Die städtischen Bühnen hätten in ihrem größtenteils aus den 60er Jahren stammenden Gebäude gerne mehr Platz. Foto: Daniel Reinhardt (dpa) Die städtischen Bühnen hätten in ihrem größtenteils aus den 60er Jahren stammenden Gebäude gerne mehr Platz.
Frankfurt. 

Zwei Stunden lang ließen sich die Mitglieder des Kulturausschusses des Stadtparlaments durch Oper und Schauspiel führen. Und zwar nicht durch die öffentlichen Bereiche, die ohnehin jeder Besucher zu sehen bekommt. Der Weg führte hinter die Kulissen, dort wo Schauspieler, Musiker und Bühnentechniker zum Teil unter äußerst schwierigen Bedingungen arbeiten müssen. Denn die ältesten Teile des Gebäudes sind mittlerweile mehr als 100 Jahre alt.

Stefan von Wangenheim (FDP) sprach nach dem Ortstermin von „unmenschlichen Arbeitsbedingungen“. Orchestermusiker hätten nur eine sehr beengte Garderobe zur Verfügung. Auch sonst mangle es an Platz. Auf den Gängen würden Container mit Bühnenbildern gelagert, das sei unter Brandschutz-Gesichtspunkten äußerst bedenklich. Und Renate Wolter-Brandecker (SPD) berichtete von Mauerrissen unter dem Zuschauerraum. Den Kommunalpolitikern sei aber versichert worden, dass keine Gefahr für die Besucher der Aufführungen bestehe.

„Gar nicht so schlimm“

„Das größte Problem ist die Haustechnik“, bilanziert Thomas Dürbeck (CDU). Insgesamt sei er aber von dem Gebäude eher positiv überrascht gewesen. „Es ist gar nicht so schlimm wie befürchtet.“ Statik und Konstruktion seien in einem guten Zustand. Zwar sei das Dach undicht, „aber deshalb muss man ja das Gebäude nicht abreißen“. Er ist deshalb wie viele seiner Kollegen überzeugt, dass eine Sanierung der Doppelanlage möglich ist. Die BFF-Fraktion hingegen bezweifelt angesichts der Mängel, dass das eine „nachhaltige Lösung“ sei. Es sei unbegreiflich, dass die schwarz-rot-grüne Koalition einen Abriss und Neubau an gleicher Stelle ausschließe. Doch das tut sie gar nicht, wie Wolter-Brandecker betont. Klar sei nur, dass man am Standort Willy-Brandt-Platz festhalte. Eine Entscheidung über Sanierung oder Neubau werde erst fallen, wenn das zum Zustand der Bühnenanlage in Auftrag gegebene Gutachten vorliegt. Das soll im späten Frühjahr der Fall sein. Dann stehen auch die Kosten der verschiedenen Varianten fest. Im Raum stehen Summen von bis zu 400 Millionen Euro.

Sollte sich die Politik doch für einen Abriss entscheiden, haben einzelne Stadtverordnete bereits eine Übergangslösung im Auge: So könnte während der Bauzeit für Oper und Schauspiel ein Zelt nach Vorbild großer Musical-Theater aufgestellt werden. Als Standort käme der Kulturcampus in Bockenheim in Frage.

Geprüft wird auch, ob die Bühnen mehr Platz bekommen können. So sind etliche Einrichtungen auf andere Standorte ausgelagert, auch für die Verwaltung wurden externe Büros angemietet. Eine Erweiterung sei aber nicht so einfach, sagte Wolter-Brandecker. „In die Breite kann nicht gebaut werden.“

Gegen Rekonstruktion

Deshalb kommt nur eine Aufstockung in Frage – was wiederum statische Probleme mit sich bringen könnte. Dürbeck stellt den Raumbedarf nicht in Frage, betont aber auch, dass nicht alle Wünsche erfüllt werden könnten. Und die künstlerischen Leistungen von Oper und Schauspiel würden unter den heutigen Bedingungen offensichtlich nicht leiden.

Unterdessen wirbt der PR-Fachmann Jürgen Aha weiter für die Rekonstruktion der Fassade des Schauspielhauses von 1899. Für die Koalition kommt das nicht in Frage. „Die heutige Fassade hat eine gewisse Faszination“, meint Wolter-Brandecker.

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