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Staunende Kinder und ein Schaf

Von In der Kita Grashüpfer verbringen die Kinder ihren Tag im Freien, zusammen mit vier Schafen, drei Hunden und einem Stall voller Kaninchen. Einer der Höhepunkte im Kita-Alltag ist die Schafschur.
Nur Schafdame Mia (ganz rechts) schaut ostentativ in die andere Richtung: Begeistert verfolgen die Kita-Knirpse die Schafschur. Bilder > Foto: Salome Roessler Nur Schafdame Mia (ganz rechts) schaut ostentativ in die andere Richtung: Begeistert verfolgen die Kita-Knirpse die Schafschur.
Preungesheim. 

Neugierig sitzen die Kinder auf dem Zaun. Gebannt schauen sie zum Schafstall hinüber. Dort hat Frank Buchenhorst, Schäfer aus Bergen-Enkheim, sich Schaf Emma geschnappt, sie vorsichtig auf ihr Hinterteil gesetzt, die Elektroschere in die Hand genommen und begonnen, das Tier zu scheren. Nur Schafdame Mia, die älteste der vier Schafe im Tier- und Naturkindergarten „Die Grashüpfer“, interessiert das Ganze nicht. Vielleicht ist sie einfach froh, dass sie die notwendige, aber ungemütliche Prozedur bereits hinter sich hat.

Einmal ist Jahr ist Buchenholz hier im Neubaugebiet Frankfurter Bogen zu Gast, um die Schafe des Kindergartens von ihrem Winterkleid zu befreien. Dabei hat er eigentlich mit den eigenen Tieren – rund 350 Schafe zählt seine Herde, die zurzeit am Enkheimer Ried grast – genug zu tun. „Im April habe ich angefangen. Nach und nach werden alle geschoren, mal zehn, mal 15 Schafe am Tag.“ Rund ein Dutzend hat noch sein Wollkleid, „aber die sind morgen oder übermorgen auch an der Reihe“.

Höhepunkt des Jahres

Für die Kinder ist die Schafschur einer der Höhepunkte des Jahres. Viele haben das noch nie gesehen, so wie die vierjährige Jenna. „Die blutet ja“, sagt sie, als sich am Hals von Emma ein roter Fleck bildet. „Das ist nicht schlimm. Wir Menschen schneiden uns beim Rasieren ja auch ab und zu. So etwas bleibt nicht aus“, erklärt Tierarzt Lance Gardner, der die Schafe heute impft und ihnen eine Wurmkur verpasst.

Nur fünf Minuten braucht Buchenhorst, um ein Schaf zu scheren. Nach 20 Minuten können die Tiere wieder gemeinsam von der kleinen Koppel vorm Stall auf das große Außengelände der Kita, auf dem sie sich – wie die Kinder – den ganzen Tag über tummeln.

Der selbstverständliche Umgang mit Tieren gehört zum Konzept des Kindergartens, erklärt Teamleiterin Denise Kreutz. „Zwischen Frühstück und Mittagessen, das um halb Zwei ist, verbringen die Kinder ihren Tag mit den Tieren.“ Außer den vier Schafen gibt es mehrere Kaninchen. Aber auch drei Hunde von Mitarbeiterinnen laufen hier herum. Und im kleinen Gemüsegarten wachsen Erdbeeren, Johannisbeeren und allerlei Gemüse.

„Ab und zu nehmen die Kinder Kontakt zu den Tieren auf, streicheln sie etwa. Ein Junge hat mal erzählt, dass er den Schafen seine Geheimnisse verrät – denn sie können sie ja nicht weitererzählen.“

„Die Kinder lernen aber auch, Verantwortung zu übernehmen und sich auf andere Lebewesen einzustellen“, sagt Kita-Mitarbeiterin Birgit Jäger. „Die Kinder schauen, wie sich die Tiere fühlen. Etwa: Es ist heiß heute, da liegen die Schafe unter einem Baum im Schatten.“

Kinder versorgen Tiere

Verantwortung übernehmen die Kinder morgens, indem sie helfen, die Tiere zu versorgen. Dann werden die Schafe und Kaninchen gefüttert und bekommen frisches Wasser. Die Ställe der Kaninchen müssen gereinigt werden. „Nach dem Morgenkreis schauen wir an jedem Tag, welche Kinder sich heute um die Tiere kümmern.“

Gekauftes Spielzeug gibt es hier nicht, so Kreutz. „Natürlich haben wir viele Bastelmaterialien. Ansonsten spielen die Kinder mit dem, was es auf unserem weitläufigen Gelände an Ästen und ähnlichen Dingen gibt.

Auch die Eltern werden einbezogen, müssen sich reihum am Wochenende sowie während der Schließzeiten der Kita um die Tiere kümmern. „Darüber müssen sich Eltern klar sein, die ihre Kinder hier anmelden“, so Kreutz. Trotz kurzer Öffnungszeiten von 7.30 bis 14.30 Uhr gibt es eine lange Warteliste. Betreut werden 20 Kinder ab drei Jahren. Infos im Internet unter grashuepferfrankfurt.blogspot.de.

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