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Luftuntersuchung: Stickstoffdioxid-Grenzwerte am Erlenbruch deutlich überschritten

Von Jetzt ist es amtlich: Die Stickstoffdioxid-Grenzwerte werden am Erlenbruch deutlich überschritten, wie Messungen der Stadt belegen. Messen will die Stadt auch während des Baus des Riederwaldtunnels und danach.
Obwohl hier weniger Autos fahren, sind die Stickstoffdioxidwerte an der Straße Am Erlenbruch höher als an der Friedberger Landstraße. Foto: Leonhard Hamerski Obwohl hier weniger Autos fahren, sind die Stickstoffdioxidwerte an der Straße Am Erlenbruch höher als an der Friedberger Landstraße.
Riederwald. 

Stickstoffdioxid sei ein „Reizgas“, das nicht zu unterschätzen sei, sagt Philipp Wolfrum. „Gesunde Menschen beeinträchtigt es wenig. Aber bei jenen, die mit Atemwegserkrankungen vorbelastet sind, kann es Entzündungen hervorrufen.“ Auch deshalb messe das Umweltamt, bei dem Wolfrum arbeitet, auf Bitten des Ortsbeirats 11 langfristig am Erlenbruch und der Pestalozzischule den Gehalt von NO2, wie Stickstoffdioxid abgekürzt wird, in der Luft. Erste Ergebnisse stellte Wolfrum in der Sitzung des Stadtteilparlaments vor: An den beiden Messstationen an der Straße Am Erlenbruch sind die Werte sogar höher als an der vielbefahrenen Friedberger Landstraße.

Am Erlenbruch wird der Jahresmittelwert von 40 Mikrogramm ständig überschritten. Ein Mal im Monat wertet das Umweltamt die Daten der sogenannten Passivsammler aus. Das sind kleine Plastikröhrchen, die in 2,5 Metern Höhe an Laternen- oder Schildermasten hängen.

Grenzwerte überschritten

Eine Messstelle liegt auf Höhe der künftigen westlichen Ausfahrt des Riederwaldtunnels. Die andere ist zu Vergleichszwecken in Höhe der Flinschstraße, die von den künftigen Tunnelportalen weit entfernt ist. Der Jahresmittelwert lag von Mai 2016 bis Mai 2017 bei 53,4 und 53,1 Mikrogramm – also deutlich über dem Grenzwert. Für 2017 erwarte er Werte zwischen 55 und 56 Mikrogramm, sagt Wolfrum. Der höchste Monatsmittelwert lag im September 2016 bei 70 Mikrogramm. An der Pestalozzischule sei er mit 24,9 Mikrogramm geringer.

Zwar sei der Verkehr auf der Friedberger Landstraße dichter als Am Erlenbruch, sagt Wolfrum. Die höheren Werte dort entstünden durch häufigen Stop-and-Go-Verkehr. „Würde der Verkehr hier besser fließen, wären auch die NO2-Werte deutlich geringer.“

Hauptquelle für Stickstoffdioxid sei der Autoverkehr, vor allem Diesel-PKW, sagt Wolfrum. Anders als bei Lastwagen bekomme man das Problem bei Personenwagen bislang nicht in den Griff. Dass die Grenzwerte an Hauptstraßen überschritten werden, sei kein Frankfurter Phänomen, sondern in allen großen Städten so. Der Riederwald sei auch nicht Frankfurts Spitzenreiter. Für die Mainzer Landstraße errechnete das Umweltamt einen Jahresdurchschnitt von 60 Mikrogramm.

Baustelle nah an Schule

Dass die Werte an der Pestalozzischule niedriger seien, erklärt Wolfrum damit, dass sich NO2 mit Abstand zur Quelle deutlich verflüchtige. Sinnvoll sei es trotzdem, hier zu messen. Misst das Umweltamt doch auch während und nach dem des Baus des Riederwaldtunnels. Und die Baustelle rückt nah an die Schule heran. Für die Zeit, in der der Straßenverkehr um die Baugrube herumgeleitet wird, rechnet Wolfrum mit steigenden NO2-Werten vor der Pestalozzischule – wie hoch, könne man aber nicht vorhersagen.

Der Sprecher des Aktionsbündnis Unmenschliche Autobahn (AUS), Friedhelm Ardelt-Theeck, mahnte an, die Stadt solle auch direkt am künftigen westlichen Tunnelportal messen und nicht an der 25 Meter entfernten Straße Am Erlenbruch. Ein Vorschlag, den Wolfrum gut findet und deshalb mit seinen Kollegen besprechen will.

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