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Nidda: Storchenpaar in Harheim: Yukiko Kaneko fotografiert die Vögel für ihren Blog

Von Nein, früher habe sie sich nicht für Störche interessiert, erzählt die Harheimerin Yukiko Kaneko. Erst seit sie regelmäßig im Norden Frankfurts Station machen, interessiert sie sich für die Vögel. Fast täglich besucht sie das Nest im Westen Harheims, um die Vögel zu fotografieren.
Eine Kamera hat Yukiko Kaneko immer dabei, wenn sie die Störche besucht, die im Westen Harheims nahe der Nidda brüten. Foto: Leonhard-Hamerski Eine Kamera hat Yukiko Kaneko immer dabei, wenn sie die Störche besucht, die im Westen Harheims nahe der Nidda brüten.
Harheim. 

Als Yukiko Kaneko um die leichte Kurve des Feldwegs biegt, bleibt sie wie angewurzelt stehen. Nun kann sie die beiden Störche in ihrem Nest sehen. Rücken an Rücken haben sie sich aufgestellt, die Hälse nach oben gereckt, die markant roten Schnäbel nach unten gelegt, dicht ans Gefieder. Langsam geht die Harheimerin einige Meter weiter, immer am Saum des Gehölzes entlang, das sich zwischen der Wiese und der Nidda erstreckt. Dann bleibt sie stehen, zieht vorsichtig den Fuß des Einbein-Stativs heraus und bringt ihre Kamera in Position, sie macht zwei, drei, vier Aufnahmen.

Seit 2014 zum ersten Mal Störche das Nest besuchten, das die Stadt auf dem Alten Flugplatz Bonames aufgestellt hatte, interessiert sich die gebürtige Japanerin für die eleganten Vögel. Weil die Störche das auf einem hohen Pfahl angebracht Nest nicht akzeptierten, obwohl die Stadt die Wiese abgesperrt hatte, stellte die Stadt zwei weitere in Harheim und eines in Fechenheim auf. Und siehe da: Seit 2015 macht ein Pärchen in Harheim Station, in dem Nest ganz im Westen des Stadtteils, im Niddabogen. 2016 und 2017 gab es den ersten Nachwuchs. „Eigentlich ist mein Freund, ein studierter Geologe, der Naturfotograf von uns beiden. Er hat mich angesteckt“, verrät Kaneko.

Hier können Sie die Fotos von Yukiko Kaneko sehen!

Fast jeden Tag sei sie im Niddabogen und beobachte das Nest, mache ein paar Fotos und veröffentliche sie auf ihrem Blog im Internet. „Meist komme ich auf dem Weg zur Arbeit mit dem Fahrrad hier vorbei. Das ist ein kleiner Umweg für mich, aber das ist es wert.“ Denn wenn sie zurückkommt, ist es meist bereits dunkel. Um Fotos zu machen, hat sie dann stets ihre kleine Kamera dabei. Die große wäre zu sperrig um sie samt Stativ mit zur Arbeit zu nehmen.

Störche als Glücksbringer

„Ich betrachte diese wundervollen Vögel als Glücksbringer, seit ich sie in Bonames zum ersten Mal sah“, sagt Kaneko. Ein wenig Glück brachten sie ihr auch tatsächlich, fand sie doch eine Arbeit nicht lange nach ihrer Ankunft. Zwar keine Vollzeitstelle, aber immerhin. „So habe ich wenigstens Zeit, Fotos von den Störchen zu machen. Für die Menschen, die den ganzen Tag arbeiten und keine Zeit haben, selbst hierher zu kommen.“

In ihrer japanischen Heimat gebe es auch Störche, betont sie. „Es ist der Schwarzschnabelstorch. Er hat einen schwarzen Schnabel, ansonsten sieht er so aus wie jene in Deutschland.“ In Russland, China, Südkorea und Japan ist der Vogel geschützt, vor 20 Jahren wurde die Population auf nur noch 2500 Vögel geschätzt. „In Japan war er bereits ausgestorben. Es gibt Zuchtprogramme, um ihn wieder dort anzusiedeln“, sagt Kaneko.

Ihr Wissen über die eleganten Vögel habe sie vor allem aus dem Internet, sagt Kaneko. „Viel gelernt habe ich auf der Seite storchenelke.de, wo es auch Bilder von Storchen-Webcams gibt.“ Webcams von rund 460 Storchennestern in ganz Europa sind dort verlinkt.

Im Internet gelernt

Durch die Erklärungen zu den Bildern habe sie auch gelernt, das Verhalten der Vögel einzuschätzen, sagt Kaneko. Etwa wann sie paarungsbereit sind, ob sie bereits Eier gelegt haben oder der Nachwuchs schon geschlüpft ist. Letzteren könne man als Menschen vom Boden aus meist erst nach ein paar Tagen sehen, wenn die Jungvögel zum ersten Mal ihre Köpfe nach oben strecken, über den Nestrand.

In ihrem japanischsprachigen Blog, der kurze deutsche Ortsangaben zu den Fotos enthält, stellt Kaneko täglich neue Bilder ein. Wie die Störche schnäbeln, im Nest stehen oder sitzen oder vor dem Hintergrund des benachbarten Berkersheim auf Harheims Feldern nach Leckerbissen suchen.

Am 23. Februar seien die Störche nach Harheim zurückgekehrt. Kurz seien sie wieder verschwunden, wohl um bei der Eiseskälte Futter zu finden. Seit dem 5. März sind sie wieder da.

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