E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 15°C

Nahverkehr: Streckenausbau: Betriebsstart der U5 verzögert sich

Die Stadt will die Trasse vom Europaviertel ins geplante Neubaugebiet am Römerhof verlängern. Die Inbetriebnahme der U5 wird sich - insbesondere wegen Kampfmittelräumung - deutlich verschieben. Mit dem Betriebsstart ist jetzt erst 2024 zu rechnen.
Die Verlängerung der U5 ist erst im Jahr 2024 zu erwarten. Foto: Michael Faust Die Verlängerung der U5 ist erst im Jahr 2024 zu erwarten.
Frankfurt. 

Die U-Bahn ins Europaviertel geht erst im Laufe des Jahres 2024 in Betrieb, nicht im Dezember 2022, wie es bislang geplant war. Das sagte Ingo Kühn, der Projektleiter der Stadtbahn Europaviertel Projektbaugesellschaft (SBEV), bei einer Veranstaltung an der Hauptwache. Auch der Magistrat rechnet laut einer aktuellen Stellungnahme mit einem Betriebsstart im Jahre 2024.

Als Grund führte Kühn die Suche nach Weltkriegsbomben aus dem Zweiten Weltkrieg und ihren Überbleibseln an. „Bei der Kampfmittelsondierung haben wir Bombenreste gefunden. Nun müssen wir den Boden Lage für Lage abtragen und sondieren“, sagte Kühn. Das sei aufwendig und koste Zeit. Die Arbeiten würden von einer Spezialfirma ausgeführt, die dafür eine besondere Genehmigung erhalten habe. Die Räumung der Kampfmittel in der Startbaugrube an der Europa-Allee sei abgeschlossen, am Güterplatz werde noch nach Bombenresten gesucht.

Bau wird teurer

Durch die Verzögerung erhöhten sich auch die Kosten. Kühn. „Wir haben eine Kostensteigerung, definitiv.“ Wie hoch die ausfallen werde, sagte er auf Nachfrage nicht. Bislang wurde für den Ausbau der Linie U 5 ins Europaviertel mit Kosten von 281 Millionen Euro gerechnet. Davon würden der Bund und das Land 157 Millionen Euro übernehmen.

Bilderstrecke U-Bahn Frankfurt: So gefährlich ist der Job im Frankfurter Untergrund
Es ist einer der gefährlichsten Jobs der Stadt: Wir waren mit einem Reparatur-Trupp der U-Bahn unter Frankfurt unterwegs.Es ist einer der gefährlichsten Jobs der Stadt: Wir waren mit einem Reparatur-Trupp der U-Bahn unter Frankfurt unterwegs.Es ist einer der gefährlichsten Jobs der Stadt: Wir waren mit einem Reparatur-Trupp der U-Bahn unter Frankfurt unterwegs.

Mit der Linie U 5 soll das Europaviertel erschlossen werden, das in Zukunft 30 000 Arbeitsplätze und 3800 Wohnungen bieten soll. Der CDU-Verkehrspolitiker Frank Nagel, der die Veranstaltung organisiert hatte, nannte den Ausbau das „wichtigste Projekt zur Erschließung des Stadtteils“. Die SBEV gehört zu 51 Prozent der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF), zu 49 Prozent der Stadt.

Bislang sind vier Haltestellen vorgesehen im Europaviertel, eine unterirdische Station am Güterplatz sowie drei oberirdische Stationen an der Emser Brücke, am Europagarten und am Wohnpark – wobei die Namen „Arbeitstitel“ seien. Die Projektbaugesellschaft nehme noch Vorschläge für die Benennung entgegen.

Über die bisherige Endstation Wohnpark hinaus, sei eine Verlängerung der 2,8 Kilometer langen Strecke möglich, sagte Kühn. Diese Erweiterung stünde im Zusammenhang mit den Planungen der Stadt, Am Römerhof ein Neubaugebiet mit 2000 Wohnungen zu errichten. Wie der Magistrat mitteilte, könnten die beiden neuen oberirdischen U-Bahn-Haltestellen am Kreisel Schmidtstraße und in der Nähe des geplanten Schulstandorts an der Straße Am Römerhof entstehen. Dies werde geprüft. Langfristig sei eine Verlängerung der U-Bahn aus dem Europaviertel in Richtung Nied und Höchst möglich. Aus der Kreis der Besucher bei der Veranstaltung wurde gefragt, warum die U-Bahn-Haltestelle Emser Brücke keinen barrierefreien Zugang zur S-Bahn-Station Emser Brücke habe. Dies sei aber nicht Teil der Planung, sagte Kühn. Zur Frage, warum zu der Zeit ums Jahr 2000, als die Deutsche Bahn den Güterbahnhof räumte, kein Tunnel für die U-Bahn-Strecke unterhalb der Europaallee gebaut wurde, verwies der Projektleiter auf frühere politische Entscheidungen.

Tunnelbohrung

Die Tunnelbohrmaschine, welche den 1,2 Kilometer langen Tunnel zwischen Güterplatz und Platz der Republik graben wird, soll erst 2019 in Betrieb gehen. Auch hier kommt es zu einer Verzögerung. Zuletzt hieß es bei der Verkehrsgesellschaft Frankfurt, die 580 Tonnen schwere Maschine werde „in der zweiten Jahreshälfte 2018“ anfangen zu graben. (fle)

Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen