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Urteil Ende April erwartet: Streit im "Gibson" endet tödlich: Schläger vor Gericht

Von Nach vier Monaten Verhandlung steht der Prozess um eine Disco-Schlägerei mit tödlichem Ende vor dem Abschluss. Das Landgericht Frankfurt wird voraussichtlich am 28. April das Urteil gegen die drei Angeklagten verkünden. Einer der Männer soll einen 41-Jährigen im Mai 2015 derart geschlagen haben, dass er starb.
Symbolbild Symbolbild
Frankfurt. 

Vor allem für den 39 Jahre alten Hauptangeklagten Murat Ö. geht es in dem Prozess um einiges. Er wurde von der Staatsanwaltschaft nach dem gewaltsamen Tod des 41 Jahre alten Diskothekengastes in der Nacht zum Pfingstsonntag (24. Mai) 2015 wegen Körperverletzung mit Todesfolge angeklagt. Und an diesem Vorwurf hielt die Anklagevertreterin auch in ihrem Schlusswort fest. Die Staatsanwältin beantragte für den Angeklagten eine Haftstrafe von sechs Jahren. Ö. habe mit seinen beiden kräftigen Faustschlägen in das Gesicht des ihm nicht bekannten Opfers dessen Tod verursacht. Der 41-jährige starb kurz nach der Attacke an inneren Blutungen im Kopf.

Fahrlässige Tötung

Während die Körperverletzung vorsätzlich verübt worden sei, müsse sich der Angeklagte den Tod des Opfers als Fahrlässigkeit zuschreiben lassen, hieß es in dem Plädoyer. Die beiden anderen 26 und 31 Jahre alten Angeklagten hatten mit der schwereren Tat nichts zu tun – sie sollen lediglich wegen Körperverletzung eines anderen Gastes zu Bewährungsstrafen verurteilt werden.

Der Hauptangeklagte hatte in dem seit Dezember vergangenen Jahres laufenden Prozess stets beteuert, das spätere Todesopfer überhaupt nicht angerührt zu haben. Er habe nur aus der Entfernung beobachtet, dass es Ärger gegeben habe. Dass Ö. kurze Zeit später ins Visier der Kripo und der Staatsanwaltschaft geriet, ist mehreren ihn belastenden Zeugenaussagen zu verdanken, in denen von zwei gezielten Schlägen in das Gesicht des Opfers die Rede war. Auch die Einlassungen der beiden Mitangeklagten gingen in diese Richtung, so dass Murat Ö. angeklagt wurde.

Im selben Verfahren wurden auch seine beiden jüngeren Freunde angeklagt – eine Verbindung zu den Misshandlungen und dem späteren Tod des Opfers war aber nicht herzustellen. Es blieb bei der Misshandlung des anderen Gastes, der in jener Nacht auch reichlich getrunken und das dreijährige Bestehen des Clubs mitten auf der Zeil feucht-fröhlich gewürdigt hatte.

Der Verteidiger des Hauptangeklagten spielte die seinen Mandanten belastenden Aussagen herunter. Die Mitangeklagten seien selbst in einer misslichen Situation und somit bestrebt, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen.

Auch der Gehalt der anderen Zeugenaussagen sei nicht dergestalt, dass daraus eine Verurteilung seines Mandanten herzuleiten sei. Murat Ö. lebe privat in schwierigen Verhältnissen. Bei der Geburt seiner Tochter starb die Mutter. Das Kind sei ein Pflegefall und lebe bei der Großmutter.

Milde Strafen beantragt

Die Rechtsanwälte der beiden anderen Angeklagten schlossen sich entweder der Staatsanwaltschaft an (im Falle der für einen der Männer beantragten Bewährungsstrafe von 22 Monaten) oder beantragten ebenfalls milde Strafen, die nicht mehr abgesessen werden müssten. Zusätzliche Bedeutung erhielt die Beweisaufnahme auch durch die Zusammenhänge der Angeklagten mit der zwischenzeitlich nach diversen Polizeieinsätzen ins Gerede gekommenen Rockervereinigung „Die Osmanen“.

Insbesondere die Gespräche auf einem am Pfingstsonntag 2015, also am Tag nach dem Vorfall im „Gibson“, anberaumten Grillfest auf dem „Osmanen“-Gelände in Sprendlingen riefen das Interesse von Gericht und Staatsanwaltschaft hervor. Ein direkter Zusammenhang zwischen dem Rocker-Club und dem Tod des Diskothekengastes freilich besteht nicht.

Die Schwurgerichtskammer hat sich reichlich Zeit ausbedungen bis zur Urteilsverkündung. Möglicherweise soll am 28. April aber auch noch über diverse Hilfsbeweisanträge eines Verteidigers entschieden werden.

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