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Asta: Studenten protestieren an Goethe-Uni gegen Belästigung

Von Rund 300 Studenten protestierten gegen sexuelle Belästigung. Anlass ist ein publik gewordener Fall. Die Demo des Asta richtete sich auch gegen vermeintliche Versäumnisse in der Beratung.
Harte Kritik: Auf dem Transparent warfen Studenten dem Gleichstellungsbüro vor, eine von Belästigung betroffene Studentin nicht gut beraten zu haben. Die Uni-Leitung verwahrt sich gegen die Vorwürfe. Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA Harte Kritik: Auf dem Transparent warfen Studenten dem Gleichstellungsbüro vor, eine von Belästigung betroffene Studentin nicht gut beraten zu haben. Die Uni-Leitung verwahrt sich gegen die Vorwürfe.
Frankfurt. 

Eine Studentin der Goethe-Universität war durch einen Dozenten sexuell belästigt worden. Nachdem die FAZ und dann diese Zeitung über den Fall berichtet hatten, schlugen die Wellen hoch – auf beiden Seiten: Der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta) glaubt, dass die Beratung der Studentin unzureichend war, die Universität sieht die Beraterin verleumdet. Der Asta hatte für gestern zu einer Demonstration aufgerufen. 300 Studierende beteiligten sich. „Es ist traurig, dass wir hier sind“, rief die Asta-Vorsitzende Anna Yeliz Schentke. Um sie herum wurden handgeschriebene Pappschilder hochgereckt: „Fuck Sexism“ stand darauf oder „Campus ohne Gewalt“. Schentke verlas die Forderungen des Asta: Eine unabhängige Beratung für betroffene Studentinnen, so dass die Beraterinnen keine Angst haben müssten, wenn sie gegen Mitarbeiter der Universität vorgehen. Die Universität sollte also außeruniversitäre Beratungsstellen unterstützen und beispielsweise in die Erstsemester-Tasche die jüngst erstellte Info-Broschüre zu dem Thema packen. Damit die Betroffenen auch wissen, wo sie sich beraten lassen können.

Ob es ein Massenphänomen ist, die sexuelle Belästigung an der Hochschule? 1500 Fälle könnte es jährlich in Frankfurt geben, ergaben Hochrechungen, die auf bundesweiten Befragungen beruhen.

„Die meisten von uns sind sehr jung, gerade erst von zu Hause weg“, sagte Studentin Elena Weber. „Wir lernen erst, darüber zu sprechen.“ Sie selbst wurde noch nicht belästigt, eine Kommilitonin aber schon. Dr. Anja Wolde, die Gleichstellungsbeauftragte der Universität, begrüßte die Demonstration: Dies schaffe Öffentlichkeit für das Thema. Sie und Vizepräsident Prof. Enrico Schleiff bieten dem Asta Gespräche an. „Das Präsidium nimmt diese Kritik sehr ernst“, hieß es gestern. Es erkennt an, dass sich die bereits an der Universität bestehenden Angebote für Opfer sexueller Übergriffe weiter verbessern lassen.

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