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Drogenkonsum: Studie: Frankfurts Jugendliche greifen seltener zum Joint

Das Tütchen bleibt kalt, das Schnapsglas leer: Viele Jugendliche in Frankfurt lassen von Drogen offenbar lieber die Finger. Kündigt sich in Hessens größter Stadt eine Trendwende an?
Foto: Oliver Berg/Archiv
Frankfurt. 

Frankfurts Jugendliche greifen einer Studie zufolge deutlich später und seltener zu Cannabis als in den vergangenen Jahren. Wie aus dem jährlich durchgeführten Monitoring System Drogentrends (MoSyD) der Stadt hervorgeht, lag 2017 das durchschnittliche Alter, in dem Frankfurter Jugendliche den ersten Joint rauchten, bei 15,3 Jahren (2016: 15,0 Jahre). Zugleich ging die Zahl der Konsumenten im Vergleich zum Vorjahr um die Hälfte zurück. Stadtrat Stefan Majer (Grüne) sprach am Montag von «erfreulichen Ergebnissen». Die Vermutung, dass der Cannabiskonsum nach mehrjähriger Zunahme seinen Höhepunkt überschritten habe, habe sich bestätigt, sagte er.

Auch mit anderen Drogen kommen die Schüler in Hessens größter Stadt deutlich später in Kontakt als bislang: Bevor sie das erste Mal in ihrem Leben Alkohol trinken, sind sie inzwischen 14 Jahre alt. Zum ersten Mal zur Zigarette greifen sie mit 14,3 Jahren. Im Jahr 2002 waren sie in beiden Fällen noch keine 13 Jahre alt. Zugleich hat die Abstinenz unter den Schülern einen Höchststand erreicht: 40 Prozent der 15- bis 18-Jährigen gaben an, weder legale noch illegale Drogen zu nehmen, zehn Jahre zuvor waren es nur 25 Prozent.

Die meisten Jugendlichen wenden sich von Drogen ab, weil sie nach eigener Darstellung «einfach kein Interesse» daran haben. Jeder Vierte fürchtet sich vor den gesundheitlichen Schäden des Rauchens, jeder Fünfte trinkt aus religiösen Gründen keinen Alkohol. Harte Drogen wie Crystal Meth oder Heroin und Crack spielen überhaupt keine Rolle, sondern stoßen im Gegenteil auf strikte Ablehnung. Zugenommen hat hingegen die Verwendung von Lachgas aus Sahnespender-Kapseln. Es wird zunehmend als billige Party-Droge in Luftballons gefüllt und dann eingeatmet.

Seit dem Jahr 2002 untersucht das Centre for Drug Research der Frankfurter Goethe-Universität im Auftrag des Drogenreferats den Drogenkonsum und und das Freizeitverhalten von Jugendlichen in der Stadt. Für die repräsentative Studie wurden die Angaben von rund 1000 Schülern ausgewertet, die zwischen November 2017 und März 2018 an 29 Schulen befragt wurden. Frankfurt ist nach eigener Darstellung die einzige Stadt in Deutschland, die ein solches Drogenmonitoring betreibt. Die Untersuchung kostet jährlich rund 32 000 Euro.

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