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Sudfass: Bauantrag wird eingereicht

Noch vor Weihnachten soll der Bauantrag für das Sudfass-Areal im Ostend eingereicht werden. Weil der Bebauungsplan allerdings wegen der Höhe der geplanten Neubauten geändert werden muss, rechnen die Investoren frühestens im dritten Quartal 2015 mit der Fertigstellung des Projekts.
Diese Animation der Neubaupläne von Architekt Stefan Forster für das Sudfass-Gelände zeigt noch die dunkle Fassade des höheren der beiden Gebäude (links). Nach Protesten der Anwohner wird der 32 Meter hohe Wohnturm heller gestaltet. Diese Animation der Neubaupläne von Architekt Stefan Forster für das Sudfass-Gelände zeigt noch die dunkle Fassade des höheren der beiden Gebäude (links). Nach Protesten der Anwohner wird der 32 Meter hohe Wohnturm heller gestaltet.
Frankfurt. 

Architekt Stefan Forster hat auf die Kritik von Anwohnern bei der Anhörung im Ortsbeirat 4 (Bornheim, Ostend) zum Neubauprojekt in der Oskar-von-Miller-Straße – in Nachbarschaft zum Neubau der Europäischen Zentralbank (EZB) – reagiert. Im Stadtteilparlament war der „hässliche schwarze Klotz“ bei den Bürgern durchgefallen, der auf dem derzeitigen Sudfass-Gelände geplant war. Im Fokus stand der höhere der beiden Neubauten, der mit dunklen Platten verkleidet werden sollte. Forster hat umgedacht, denn „die Ecke säuft komplett ab“, zumal bereits auf der gegenüberliegenden Seite ein dunkler Neubau errichtet wurde. Forster will statt dessen seinem markanten Eckgebäude mit einer rot-braunen Fassade ein freundlicheres Gesicht verleihen.

Bilderstrecke Sündig, legendär, Sudfass
Die Tage des Edel-Bordells »Sudfass« im Ostend sind gezählt. Die Gebäude werden abgerissen, weichen modernen Wohnhäusern. Eigentümer Dieter Engel hat sein Erotik-Imperium schon vor Monaten für 10,5 Millionen Euro verkauft. Wir zeigen Bilder aus dem Inneren des Hauses. Alle Fotos: Martin Weis„Das ist ein Frankfurter Kulturdenkmal, das da verloren gehen wird,“ sagte Peter Zingler vor einer Weile über das Freudenhaus. Für den Autor, Drehbuchschreiber und Kenner des Etablissements ist das „Sudfass“ eine Institution - „es ist meiner Meinung nach bekannter als das Goethehaus“.Alles im Innern erinnert an einen Tempel der Lust, der das „Sudfass“ nun auch war und ist. Die Menge der Ausstellungsstücke - Bilder, Skulpturen und andere Objekte - genügt locker, um ein Erotikmuseum zu füllen, ist aber nur ein Teil dessen, was der ehemalige Betreiber Dieter Engel besaß.

Der bestehende Bebauungsplan muss geändert werden, weil der Forster-Komplex mit maximal 32 Metern erheblich höher wird als die bestehende vier- bis fünfgeschossige Bebauung. Neben der dunklen Fassade war in der Ortsbeiratssitzung auch an der Höhe heftige Kritik geübt worden, doch in diesem Punkt dürften Forsters Pläne realisiert werden.

 

Boarding-House

 

Wie berichtet, unterstützt die Stadt den Bebauungsvorschlag des Frankfurter Architekten Stefan Forster für
die Neugestaltung dieses prägenden Eingangstors zum
Ostend. Forster hatte sich in einem kleinen Wettbewerb mit vier Büros durchgesetzt. Grundstückseigentümer und Investor ist die Oskar Grundbesitz GmbH Co. KG.

Forsters Pläne sehen auf dem rund 9000 Quadratmeter großen Gelände zwei neue Häuser vor: an der Flößerbrücke ein zehnstöckiges, 32 Meter hohes Boarding-House mit etwa 60 möblierten Appartements und ein angrenzendes, achtgeschossiges Haus mit rund 30 Eigentumswohnungen.

Den Weg für das Projekt frei gemacht hat das städtische Liegenschaftsamt. Der Kommune gehören einige kleine Grundstücke direkt an der Flößerbrücke, die zurzeit vom Eroscenter als Parkplätze genutzt werden und ohne die das Neubauprojekt nicht umgesetzt werden könnte.

Über den Kaufpreis wollte sich Liegenschaftsamtsleiter Alfred Gangel nicht äußern, weil das Stadtparlament dem Verkauf noch zustimmen müsse. Im Gegenzug zum Grundstücksverkauf hat der Investor zugesichert, die Grünanlage unterhalb des Bordell-Areals neu zu gestalten. Allerdings könne dies, so Gangel, nicht in dem Umfang geschehen, wie es ursprünglich geplant war. In dem Uferstreifen verlegte Ferngasleitungen erlaubten lediglich eine kleine Lösung.

Bevor überhaupt mit den Arbeiten für die Neubebauung des Grundstücks begonnen werden kann, muss zunächst der neue Bebauungsplanentwurf, der zurzeit ausgearbeitet wird, öffentlich ausgelegt werden. Das dürfte nach Auskunft von Mark Gellert, Sprecher von Planungsdezernent und Bürgermeister Olaf Cunitz (Grüne), voraussichtlich im kommenden Frühjahr der Fall sein.

 

Einwände möglich

 

Der Entwurf müsse einen Monat öffentlich ausliegen, so Gellert. In dieser Zeit können Einwände erhoben werden. Sind diese schwerwiegend, würde das Projekt weiter verzögert. Gellert geht aber davon aus, dass dies nicht der Fall sein wird. Demzufolge könnte der Bauantrag, den Architekt Forster noch vor Weihnachten bei der Stadt einreichen will, im Anschluss an die Offenlegung des Bebauungsplanentwurfs genehmigt werden. Mit der Verabschiedung des neuen Bebauungsplans sei dann jedoch erst Ende des kommenden Jahres zu rechnen, sagte Gellert. Unabhängig davon könnte nach der Genehmigung des Bauantrags mit dem Abriss der Gebäude auf dem Sudfass-Areal begonnen werden.

 

Dieter Engel

 

Der gebürtige Kölner Dieter Engel (76), im Jahr 1971 Gründer und langjähriger Betreiber des Rotlicht-Etablissements, hat unseren Informationen zufolge mit den Investoren vereinbart, dass die derzeitigen Mieter und Nutzer der Gebäude von der Genehmigung des Bauantrags an ein halbes Jahr Zeit haben, um die Gebäude zu räumen. Zudem werde mit dem Bauantrag die restliche Summe des Kaufvertrags fällig.

Engel hatte die Sudfass-Immobilien im April dieses Jahres für 10,5 Millionen Euro an die Oskar Grundbesitz GmbH verkauft. Dipl. Ing. Günter Hägele (Dreyer & Kollegen Real Estate GmbH), von den Investoren mit dem Projekt beauftragt, wollte unsere Infos nicht bestätigen mit dem Hinweis, mit Engel sei Stillschweigen über den Vertrag vereinbart worden. Hägele nannte eine Bauzeit von 15 bis 18 Monaten und das dritte Quartal 2015 als Fertigstellungstermin, wenn alles optimal läuft.

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