Frankfurter Neue Presse, Frankfurt
Tanz um Dein Leben
von Alexandra Flieth
Stadtteilbotschafterin Isabella Rosastro lädt Kinder aus dem Gallus zum Casting für einen Kurzfilm ein
Isabella Rosastro liebt das Tanzen. Und so will sie als Stadtteilbotschafterin unter dem Motto „Tanz ist unsere Sprache“ Mädchen und Jungen aus dem Gallus den Spaß an Bewegung näher bringen. Jetzt lud sie Kinder zu einem Casting für einen kurzen Film.
Gallus. 

Als die Tür zum Tanzstudio geöffnet wird, steht Isabella Rosastro (26) bereits vor der großen Spiegelwand und performt zur Musik. Sie ist konzentriert, lässt sich ganz auf die Melodie des Songs ein, bewegt ihren Körper rhythmisch dazu. Rosastro ist Stadtteilbotschafterin der Stiftung Polytechnische Gesellschaft und hat sich ein ganz besonderes Projekt für Kinder und Jugendliche aus dem Gallus überlegt. „Ab Januar soll es bis Juli, außer in den Ferien, jeweils an einem Wochenende im Monat Tanzworkshops für Kinder zu verschiedenen Themen geben“, erzählt sie. Über den Tanz sollen die Kinder ihre eigenen Stärken entdecken sowie das Selbstbewusstsein und das Gemeinschaftsgefühl gefördert werden. Jedes Kind könne das, was es an Fähigkeiten mitbringe, beim Tanzen weiterentwickeln. Dabei spiele es keine Rolle, ob es sonst Fußball oder Basketball spiele oder auf dem Skateboard fahre.

 

Kein Lampenfieber

 

Bei ihrem Projekt wird sie von dem Frankfurter Choreografen Kelechi Onyele unterstützt, der ihr auch für das Casting sein Tanzstudio, das „Plattform Dance Studio“ in der Schmidtstraße 12 zur Verfügung stellt. Insgesamt zwölf Kinder im Alter von 6 bis 15 Jahren sind ihrem Aufruf gefolgt und gekommen. Rosastro freut sich, dass die Mädchen und Jungen trotz Sommerferien und warmen Wetters dabei sind. Von Lampenfieber ist bei den Kindern nichts zu spüren, ganz im Gegenteil: Emely (12), Pia (10) und Laura (14) freuen sich schon auf das gemeinsame Tanzen mit Rosastro, die von allen einfach Bella gerufen wird. „Wir haben uns schon manchmal selbst aus Spaß eine Choreographie überlegt. Ich finde, das ist eine tolle Möglichkeit, um zu sehen, wie so etwas funktioniert“, sagt Emely. Und Laura fügt hinzu: „Ich tanze gerne und möchte mehr Erfahrungen sammeln.“

Um das Casting zu stemmen, hat die Stadtteilbotschafterin ganz viele Helfer. Das Team kümmert sich um die Anmeldungen, die Getränke oder macht in den Pausen Spielangebote für die Kinder. Bevor es mit dem gemeinsamen Tanzen im Studio losgeht, führt Welday Mebraktu die Teilnehmer noch kurz in das Verfahren ein und erklärt ihnen zwei Handzeichen. „Sind Zeige- und Mittelfinger zu einem V geformt, gehen die Beine auseinander, sind die beiden Finger wieder geschlossen, schließen sich auch die Beine wieder.“ Nachdem die Mädchen und Jungen im Studio sind, stellen sie sich ganz selbstverständlich hinter Rosastro auf. Sie legt gleich los und macht einen ersten Schritt, einen sogenannten „Move“ vor, die Kinder tanzen ihn so gut es geht nach. Es geht in eine Hockposition und es wird gewippt. Sie drehen sich, klatschen in die Hände oder treten fest mit den Füßen auf den Boden. „Macht mir einfach alles nach“, ruft sie in den Raum. Spielerisch lernen die Mädchen und Jungen so nach und nach eine erste kleine Choreographie. Ziel ist es, mit ihnen einen ganz bestimmten Tanzmove einzustudieren, der das Erkennungszeichen für das Projekt werden soll. Die Mädchen und Jungen sind konzentriert und geben allesamt ihr Bestes, auch später, als jeder noch einmal seine ganz persönlichen Fähigkeiten vor Isabella Rosastro zeigt. „Wir haben alles auf Video aufgenommen und werten dies jetzt gemeinsam mit Kelechi Onyele aus.“ Die Ergebnisse sollen heute bekanntgegeben werden. „Wir haben für alle Kinder Platz. Es geht vor allem darum, wer welche Rolle im Film übernimmt.“ Hierfür sollen diese nämlich nicht nur tanzen, sondern beispielsweise auch skateboarden, Gummi-Twist- oder Fußball spielen.

 

Ein Film als Werbung

 

Rosastro selbst tanzt seit eineinhalb Jahren bei Kelechi Onyele. „Mit 16 Jahren war ich mal Cheerleaderin, tanzen habe ich aber erst hier wirklich gelernt.“ Onyele ist nicht nur Fernseh-Juror beim KI.KA Live Dance Award, sondern arbeitete bereits mit Stars wie Kylie Minogue, Bands wie Culcha Candela sowie mit Teilnehmern der Casting-Show „The Voice of Germany“ zusammen. „Die Dreharbeiten zu dem Trailer sind für das kommende Wochenende vorgesehen. Gedreht wird von der Galluswarte zur Schmidtstraße.“ Der Film soll erstmals zum Stadtteilfest im September präsentiert werden. „Wir möchten damit in die Schulen gehen und das Projekt vorstellen.“ Außerdem sei eine Homepage geplant. Beim Casting konnte Kelechi Onyele zwar nicht dabei sein. Rosastro sagt: „Er wird uns aber beim Filmdreh unterstützen und die Kinder anleiten.“

Weitere Informationen unter www.stadtteilbotschafter.de im Internet.

Artikel vom 12.08.2013, 03:30 Uhr (letzte Änderung 13.08.2013, 21:54 Uhr)
Artikel: http://www.fnp.de/lokales/frankfurt/Tanz-um-Dein-Leben;art675,599146

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