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Neuer Thriller in der Bankenstadt: Tatort Bahnhofsviertel - Frankfurt als Kulisse für neuen Krimi

Vom «Tatort»-Komissar zum Krimi-Autor: Schauspieler Gregor Weber schreibt seit einigen Jahren Bücher. Sein neuer Thriller spielt in der Bankenstadt Frankfurt. Für Weber war das auch eine kleine persönliche Zeitreise.
Bordelle und Bars im Bahnhofsviertel von Frankfurt (Symbolfoto). Foto: Boris Roessler (dpa) Bordelle und Bars im Bahnhofsviertel von Frankfurt (Symbolfoto).
Frankfurt.  Früher ermittelte er als «Tatort»-Kommissar im Fernsehen, inzwischen lässt Gregor Weber andere ermitteln. Der frühere Hauptdarsteller der ARD-Krimi-Serie im  Saarland ist schon vor einigen Jahren unter die Schriftsteller gegangen. In seinem neuen Werk «Asphaltseele» lässt Weber den Frankfurter Kommissar Ruben Rubeck im Bahnhofsviertel der Main-Metropole auf Verbrecherjagd gehen. In der Stadt, die Weber noch aus seiner Studienzeit gut kennt.

Das Frankfurter Bahnhofsviertel gilt als raues Pflaster. Das Stadtquartier, gelegen zwischen dem Bankenviertel mit seinen Wolkenkratzern und dem Hauptbahnhof, ist die Heimat von Zuhältern, Drogendealern und manch anderen zwielichtigen Gestalten. Nicht selten wird es zum Schauplatz von Verbrechen. Gleichzeitig hat sich in den vergangenen Jahren vieles verändert, einige Straßenzüge erinnern zuweilen eher an ein hippes Viertel als an einen sozialen Brennpunkt.

Das alles ergibt einen reizvolle Kontrast und eine gute Kulisse für einen Krimi, wie Weber findet. «Ich habe ja vier Jahre in Frankfurt gewohnt Anfang bis Mitte der 90er Jahre», erzählt er. «Das Bahnhofsviertel war damals aus Sicht von uns Studenten die "roughste" Ecke in der Innenstadt von Frankfurt.»

Um das Bahnhofsviertel herum sei vieles sehr reich, sehr gediegen und großbürgerlich, mit vielen Banken und riesigen Konzernzentralen, sagt Weber. «Und da ist mittendrin dieser "Schandfleck", mit dem die Frankfurter ja auch bis heute schlecht umgehen können.» Das Bahnhofsviertel mit Drogen, Prostitution und Kriminalität reibe sich an der ganzen Stadt. «Und wo sich Sachen reiben, da werden Geschichten interessant.»

Webers Krimi-Protagonist Ruben Rubeck soll diese Widersprüche Frankfurts widerspiegeln. Weber hat ihm eine Abstammung aus gutbürgerlichen Verhältnissen und einen alttestamentarischen Namen verpasst. Zugleich kommt der Ermittler ziemlich abgehalftert daher, wohnt selbst im Bahnhofsviertel, ist Alkohol und Rotlichtmilieu nicht abgeneigt. Wie kam Weber auf den Namen? «Ich hatte einen Schulkameraden, der mit Nachnamen Rubeck hieß. Und ich fand den Namen, der klang sofort nach Türeintreten und nach Robustheit», erzählt er. Rubeck - «das war eine Mischung aus Erinnerung und Klang.»

Als Polizist strebt Rubeck in dem Kriminalroman nicht nach Höherem - der 47-Jährige trägt immer noch den Rang eines Kriminalkommissars und möchte dienstlich am liebsten seine Ruhe haben. Das mit der ruhigen Kugel schieben klappt aber nicht mehr, als Rubeck nach Feierabend in eine Schießerei im Bahnhofsviertel verwickelt wird. Plötzlich findet er sich mitten in einem Thriller und Verwirrspiel wieder, in dem auch ein LKA-Ermittler mitmischt. Und dann wird Rubeck noch von seiner Vergangenheit als Bundeswehrsoldat im Kosovo eingeholt.

Auch die Bundeswehr kennt Weber aus eigener Anschauung. Nach dem Abitur war der heute 49-Jährige bei der Marine, vor wenigen Jahren ging er als Feldwebel der Reserve nach Afghanistan und betreute dort Medienvertreter. Weber dürfte vielen noch besser als Schauspieler bekannt sein: Zehn Jahre lang gab er den Ermittler Stefan Deininger im «Tatort» des Saarländischen Rundfunks.

Seine Zeit als TV-Kommissar hilft ihm jetzt beim Schreiben. «Ich hatte die Chance, mich viel mit Polizisten zu unterhalten.» Er habe dabei aufgeschnappt, wie Polizeiarbeit funktioniert. Über die Schauspielerei habe er viel über Dialoge oder den Spannungsaufbau von Szenen gelernt. «Das hat mir auf jeden Fall viel Grundhandwerkszeug mitgegeben, auf dem ich dann beim Schreiben aufbauen konnte», sagt Weber.

Der Krimi «Asphaltseele» ist nicht Webers erster Krimi. Zuvor hatte er zwei Bände mit Ermittler Kurt Grewe geschrieben. «Der hat sich aus Verlagssicht wohl nicht gut genug verkauft, um auf eine Fortsetzung zu vertrauen», räumt Weber ein. Vielleicht hilft ja nun Frankfurt: Die ersten beiden Krimis hatten in einer erfundenen Stadt gespielt - nun ist das Bahnhofsviertel zum Tatort geworden.

(dpa)

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