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"March for Science" gegen US-Präsident Donald Trump: Tausende Teilnehmer erwartet: "Wir müssen Haltung zeigen"

Heute gehen Wissenschaftler in Frankfurt auf die Straße. Mit dabei sind auch der Oberbürgermeister Peter Feldmann, Unipräsidentin Birgitta Wolff und Frank Dievernich, Präsident der University of Applied Sciences. Mit ihm hat FNP-Redakteur Thomas J. Schmidt gesprochen.
"March for Science" an der Bockenheimer Warte Foto: Holger Menzel "March for Science" an der Bockenheimer Warte

Tausende Menschen weltweit wollen am Samstag für die Bedeutung der Wissenschaft und gegen US-Präsident Donald Trump demonstrieren.

Sie nehmen am „March for Science“ am heutigen Samstag teil. Gegen wen richtet sich die Demonstration?

PROF. FRANK DIEVERNICH: Ich möchte lieber sagen, für was wir demonstrieren. Wir demonstrieren für eine Wissenschaft, die faktenbasiert ist, die verschiedene nachprüfbare Meinungen akzeptiert, für eine Wissenschaft, die frei ist. Unsere Haltung steht für Demokratie und Denkfreiheit, und das müssen wir zeigen – und damit ein Zeichen setzen gegen alle Trends, die in die gegenläufige Richtung zielen.

Prof. Frank Dievernich ist Wirtschaftswissenschaftler und Hochschulpräsident. Bild-Zoom Foto: Rainer Rüffer (Rainer Rüffer)
Prof. Frank Dievernich ist Wirtschaftswissenschaftler und Hochschulpräsident.
Warum nehmen Sie teil?

DIEVERNICH: Vom „Science March“ habe ich schon vor Wochen gehört, als dann klar war, dass es einen solchen auch in Frankfurt gibt und ich gebeten wurde, eine Rede zu halten, habe ich mich sehr gefreut. Denn es ist mir ein echtes Anliegen. Wir als Hochschule für Angewandte Wissenschaften gehören zum Wissenschaftssystem des Landes und der Stadt und müssen unsere Haltung zeigen .

Wie groß ist die Gefahr, die der Wissenschaft droht?

DIEVERNICH: Es gibt nicht nur Donald Trump und seine „alternativen Fakten“. Es gibt etwa eine massive Bedrohung der Wissenschaftsfreiheit auch in Ungarn mit deren neuem Hochschulgesetz, es gibt sie in der Türkei und an anderen Orten. Wir müssen den Anfängen wehren.

Waren Forscher in der Vergangenheit zu brav?

DIEVERNICH: Viele haben das Wissenschaftssystem einfach zu geschlossen wahrgenommen, zu wenig durchlässig in die Gesellschaft hinein. Wir müssen den „Elfenbeinturm“ verlassen, müssen Wissen viel sichtbarer in die Gesellschaft tragen. Dann kommt es auch viel leichter zu einem Transfer der Gesellschaft in die Wissenschaft.

Andererseits: Wenn Forscher parteiisch werden, gefährdet das nicht die Glaubwürdigkeit?

DIEVERNICH: Nicht, wenn sie sich für die Vielfalt der Meinungen und Ansichten einsetzt, die aber selbstverständlich an den Fakten orientiert sind.

Wer soll am „Science March“ teilnehmen?

DIEVERNICH: An der Frankfurt University of Applied Sciences werben wir bei Studenten, Mitarbeitern und Professoren für die Teilnahme. Ich wünsche mir, dass die Bevölkerung sieht, dass sich Wissenschaft für Pluralität, Freiheit und Demokratie einsetzt, geradezu darauf basiert. Das ist dann keine Demonstration für Sonderinteressen, sondern es geht alle an, und alle sollten teilnehmen.

500 Demonstrationen weltweit geplant

Weltweit demonstrieren heute Forscher beim „March for Science“ gegen dagegen, dass Politiker wie Donald Trump mit ihren „alternativen Fakten“, die Ergebnisse der Wissenschaft ignorieren.

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