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Bornheimer nutzen kaum Sharing-Angebote: Teilen in Bernem kein Trend

Die Ökonomie des Teilens („Sharing Economy“) spielt in Bornheim keine große Rolle – zu wenige Bewohner interessieren sich für das gemeinschaftliche Nutzen von Ressourcen. Dieses Ergebnis legt eine nicht repräsentative Studie der University of Applied Sciences nahe.
Student Simon Klein (Rednerpult) stellt die Ergebnisse der Studie vor. Foto: Holger Menzel Student Simon Klein (Rednerpult) stellt die Ergebnisse der Studie vor.
Bornheim. 

Teilen liegt im Trend, könnte man meinen. Sogenannte „Sharing-Angebote“ für Autos, Fahrräder, Schlafplätze, Werkzeug und viele weitere Ressourcen oder Gegenstände machen immer öfter von sich reden: Die einen orientieren sich eher am sozialen Gedanken des Teiles, die anderen mehr am Aspekt des Geldverdienens. Eine nicht repräsentative Studie des Forschungszentrums Demografischer Wandel an der Frankfurt University of Applied Sciences (ehemals Fachhochschule) legt allerdings nun nahe, dass die Ökonomie des Teilens noch immer keine große Rolle spielt – zumindest nicht in Bornheim.

Im Sommer hatten acht Studenten des Master-Studiengangs „Forschung in der Sozialen Arbeit“ unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Klocke das Projekt „Teilen in Bornheim“ begonnen. 3000 Wurfsendungen wurden dazu an zufällig ausgewählte Haushalte in Bornheim verteilt, um die Ökonomie des Teilens im Viertel zu erforschen. Die Wissenschaftler wollten erfahren, wer überhaupt „Sharing-Angebote“ kennt und nutzt, wer bereit ist, eigenen Besitz zu teilen, und ob es dafür einen Zusammenhang mit Geschlecht, Bildungsgrad, Einkommen, Wohnform oder politischer Neigung der Befragten gibt.

Geringe Rücklaufquote

Die jetzt vorgestellten Ergebnisse deuten nun zunächst einmal an, dass sich die Bornheimer nur wenig für das Teilen interessieren: Gerade einmal 7,5 Prozent der angeschriebenen Bewohner füllten den Online-Fragebogen aus. Andreas Klocke berichtete allerdings, dass auch Umfragen großer Forschungsinstitute „selten“ mehr als 20 Prozent Rücklauf erzielten, weshalb die Studenten sich auch „ganz zufrieden“ über das Ergebnis zeigten. Als besonders einzustufen gilt dabei, dass rund 75 Prozent der Befragten einen akademischen Bildungsabschluss besitzen. Dies lasse die Vermutung zu, so Studentin Christine Leyhe, dass sich Akademiker mehr für das Teilen interessierten oder einfach nur größere Bereitschaft zeigten, an einer Befragung teilzunehmen. Der Student Max Hosung wies darum auf ein gestiegenes Bewusstsein der Bevölkerung in Sachen Datenschutz und auf die heutige Überflutung durch Werbung und Meinungsumfragen hin.

Insgesamt ließen sich aber keine nennenswerten Zusammenhänge zwischen der Bereitschaft zum Teilen und etwa dem Bildungsgrad, der Wohnform oder dem Einkommen feststellen. Andreas Klocke schloss daraus, dass „nicht aus wirtschaftlicher Not“ geteilt werde: „Eher verhält es sich so: Eigentlich geht es uns gut und wir teilen aus Überzeugung.“

Tendenzen erkennbar

In Bezug auf das Alter, das Geschlecht und die politische Neigung zeigten sich dagegen Tendenzen: Unter-40-Jährige kennen und nutzen ein „Sharing-Angebot“ mehr als Menschen über 40 Jahre. Die untersuchte Altersspanne begann bei 20 Jahren und endete bei 72. Außerdem bieten Frauen im Durchschnitt 1,4 „Sharing-Angebote“ mehr an als Männer. Politisch gesehen nutzen Wähler linksorientierter Parteien (SPD, Grüne, Linke, Piratenpartei) zudem 1,7 Angebote mehr als Wähler von CDU, FDP und AfD. Was unter allen Befragten hauptsächlich kostenlos geteilt wird, sind Wissen (99 Prozent), Filme (91), Bücher (69), Musik (68) und Internet (61). Gemietet werden hingegen Filme (75 Prozent), Autos (69), Bücher (68), Internet (64) und Sportausrüstung (58).

(peh)
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