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Verkehrsberuhigung: Tempo 30 in der ganzen City?

Von Große Teile der Innenstadt sollen zu einem „verkehrsberuhigten Geschäftsbereich“ werden. Die schwarz-rot-grüne Koalition im Römer will damit Fußgänger schützen und Raser bremsen. Allerdings muss der Magistrat erst noch prüfen, ob sich der Plan auch umsetzen lässt.
Ein Verkehrsschild weist auf eine Tempo-30-Zone hin. Foto: Bernd Wüstneck/Archiv Ein Verkehrsschild weist auf eine Tempo-30-Zone hin.
Frankfurt. 

Es war im Juli 2016 eine der letzten Amtshandlungen von Grünen-Stadtrat Stefan Majer als Verkehrsdezernent: Er ließ am Kaiserplatz vor dem Frankfurter Hof die Ampel zugunsten einer Rechts-vor-links-Regelung abschalten, ordnete Tempo 30 an und verlegte den Radverkehr auf die Fahrbahn. Frankfurts erster „verkehrsberuhigter Geschäftsbereich“ war installiert.

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Nach eineinhalb Jahren Erfahrung habe sich gezeigt, dass sich die neue Verkehrsregelung bewährt hat, findet Wolfgang Siefert, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen im Römer. „Der Verkehrsfluss ist besser als vorher und alle teilen sich gleichberechtigt den Straßenraum.“ Jetzt lässt die Koalition aus CDU, SPD und Grünen prüfen, ob diese Regelung auf große Teile der Innenstadt ausgedehnt werden kann. „Zurzeit gelten unterschiedliche Tempolimits und Verkehrsregeln, die Struktur stammt teilweise noch aus Zeiten der autogerechten Innenstadt“, sagt der verkehrspolitische Sprecher der Grünen, Wolfgang Siefert, auf den der Antrag zurückgeht. Er verspricht sich eine verbesserte Aufenthalts- und Lebensqualität in der Innenstadt.

Eine Route ausgenommen

Die schwarz-rot-grüne Koalition denkt daran, in einem von Konrad-Adenauer-Straße, Berliner Straße, Neuer Mainzer Straße und Hochstraße begrenzten Gebiet Tempo 30 und eine Rechts-vor-links-Regelung einzuführen. Davon ausgenommen ist neben den Fußgängerzonen und den Straßen, die den verkehrsberuhigten Bereich begrenzen, auch die einzige Durchgangsroute vom Eschenheimer Tor über Börsenstraße, Rathenauplatz, Goetheplatz und Großer Gallusstraße bis hin zur Neuen Mainzer Straße. Wegfallen könnten einige Ampeln, etwa am Eschenheimer Tor oder am Roßmarkt. Auch in der Stephan- und Stiftstraße könnten sie entfallen. „Darüber werden doch nur die Seitenstraßen der Zeil angebunden“, sagt Siefert. Der Fahrradverkehr könne im verkehrsberuhigten Bereich generell auf die Fahrbahn geführt werden.

Der Grünen-Politiker verspricht sich von der Regelung vor allem mehr gegenseitige Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer. In der Töngesgasse zum Beispiel werde häufig zu schnell gefahren. „Autoposer“ würden dort mit lauter Musik auch die Anwohner belästigen. Am Fußgängerüberweg der „Neuen Kräme“ komme es immer wieder zu Konflikten. Durch eine einheitliche Regelung in der Innenstadt werde das Tempolimit besser akzeptiert, ist Siefert überzeugt. Ausweicheffekte auf andere Straßen seien nicht zu erwarten.

IHK wird einbezogen

Er verweist darauf, dass die betroffenen Innenstadtstraßen überwiegend dazu dienen, die Parkhäuser zu erreichen und die Geschäfte zu beliefern. Diese Funktion sei auch weiterhin gewährleistet. „Die Verkehrsbedürfnisse aller werden angemessen berücksichtigt“, sagte Siefert. „Wir erwarten vom Magistrat zeitnah einen mit allen Interessensgruppen abgestimmten Umsetzungsvorschlag.“

Konkret wird im Antrag die Industrie- und Handelskammer (IHK) genannt. Die Belange des Einzelhandels müssten berücksichtigt werden. Unter anderem geht es auch darum, wo Lieferzonen eingerichtet werden, wie sie auch Bestandteil des „verkehrsberuhigten Geschäftsbereichs“ rund um den Kaiserplatz sind.

Verkehrsdezernent Klaus Oeserling (SPD) kündigte an, den Vorschlag zügig zu prüfen.

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