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Teuer ist das Trekkie-Leben

Besucher der Science-Fiction-Messe „Destination Star Trek“ mussten für ein Treffen mit ihren Stars tief in die Tasche greifen. Doch hartgesottene Trekkies schreckten die hohen Extra-Kosten nicht davon ab, die Halle 3 der Frankfurter Messe in ein galaktisches Konferenz- und Partyzentrum zu verwandeln.
Harte Schale, weicher Kern: Wer Star Trek gesehen hat, der weiß, dass Klingonen eigentlich recht umgängliche Zeitgenossen sind. Für Thomas Sailer aus Dresden sind die Aliens mit der markant gefurchten Stirn daher die absoluten Stars der weltberühmten Science-Fiction-Reihe.	Fotos: Chris Christes Harte Schale, weicher Kern: Wer Star Trek gesehen hat, der weiß, dass Klingonen eigentlich recht umgängliche Zeitgenossen sind. Für Thomas Sailer aus Dresden sind die Aliens mit der markant gefurchten Stirn daher die absoluten Stars der weltberühmten Science-Fiction-Reihe. Fotos: Chris Christes
Frankfurt. 

Der Weltraum – unendliche Weiten. Die Halle 3 der Messe Frankfurt: unendliche Kosten. Die Star-Trek-Reihe ist für viele Fans Inbegriff der Vision von Weltfrieden und Toleranz durch technischen Fortschritt. In der legendären Science-Fiction-Serie ist Geld als Zahlungsmittel längst abgeschafft. In der Realität kostet ein Foto mit William Shatner alias Captain Kirk satte 50 Euro. Ein Bild mit Michael Dorn, der sich von 1987 bis 1994 als chronisch übelgelaunter, aber stets loyaler Klingone in die Herzen der Fans spielte, gibt es bereits für 30 Euro.

Unkostümiert halten die einstigen Serienhelden während der dreitägigen Science-Fiction-Messe „Destination Star Trek“ in Frankfurt Hof und bitten ihre in Trekkie-Uniformen gewandeten Fans zur Kasse. Auch die meisten übrigen Messe-Highlights kosten Geld: Ein Foto auf dem Nachbau der Enterprise-Brücke kostet 15 Euro. Wer sich mitsamt der Stars von „Star Trek: The Next Generation“ (TNG) auf der Kommando-Brücke fotografieren lassen möchte, muss stolze 200 Euro berappen. Wer sein Geld lieber beisammen halten möchte, hat immerhin die Möglichkeit, in der Klingonen-Ecke (das sind die Aliens mit der markant gefurchten Stirn) mit Gleichgesinnten ins Gespräch zu kommen.

 

11 000 Besucher in 3 Tagen

 

11 000 Besucher strömten von Freitag bis Sonntag zur ersten Frankfurter Star Trek-Messe. Doch nicht jeder ist bereit, 59 Euro für das dreitägige Ticket oder 35 Euro für eine Tageskarte zu bezahlen. Vor den Türen der Messehalle steht der Kanadier Scott Mercer und macht sich unverrichteter Dinge wieder auf den Weg in sein Hotel. „Ich bin geschäftlich in Frankfurt und ein großer Star Trek-Fan“, sagt Mercer. Doch als er am Messe-Eingang las, dass nur wenige Programmpunkte im Eintritt enthalten sind, entschied er sich lieber zu einem spontanen Stadtbummel.
 

Hartgesottene Trekkies lassen sich ihr Hobby hingegen einiges kosten. Am längsten ist die Schlange vor der Autogramm-Box vom William Shatner. Ganz hinten stehen Sean Murphy und seine Freundin Janice Alen. Die beiden sind extra aus Irland angereist und lassen sich ihren Frankfurt-Kurztrip rund 1000 Euro kosten. 500 Euro hat Daniela Glaiß aus Chemnitz zur Seite gelegt, um ihren Stars für drei Tage nahe zu kommen. „Meine Große hat für ein Foto mit Pille 40 Euro bezahlt. Tuvok gab es schon für 20 Euro“, sagt die 38-Jährige, die seit fast 20 Jahren Star Trek-Fan ist. Am Freitag sei sie Tuvok-Darsteller Tim Russ auf der Eröffnungsparty begegnet. „Die Party ging bis nachts um halb zwei. Da hatten auch die Stars ihren Spaß“, sagt die Chemnitzerin.

Während sich die Trekkies ohne zu murren in die diversen Warteschlangen einreihen, warten die Betreiber der zahlreichen Merchandising-Stände auf Laufkundschaft. Eine originalgetreue Retro-Kapitänsuniform gibt es bereits ab 120 Euro, die Borg-Plastikmaske kostet nur läppische 40 Euro. Kostenfrei kann man einige durch Glasscheiben gesicherte Filmrequisiten wie Photonentorpedos, Uniformen und Borg-Accessoires besichtigen. Auch wer sich in der Klingonen-Ecke an einem martialisch gehaltenen Stuhl niederlässt, um sich mit einer Hellebarde fotografieren zu lassen, wird nicht zur Kasse gebeten.

Am Stand von Marcin Piosik wird indes ein ganz besonderes Highlight feilgeboten. Der aus London angereiste Piosik bittet seine Kunden in einen runden Raum, der entfernt an das Holodeck der Enterprise erinnert. In die Wand sind allerdings keine Replikatoren, sondern 64 Digitalkameras eingelassen. Hiermit werden lebensechte, 15 bis 25 Zentimeter große Star Trek-Figuren mit den Gesichts- und Körperkonturen des zu fotografierenden Auftraggebers angefertigt. Je nach Größe der Figur berechnet Marcin Piosik 120 bis 303 Euro. Das Anfertigen der Figuren dauert jedoch ein bis zwei Wochen. Gleichwohl kann sich der Brite nicht beklagen. Rund 100 Aufträge erhielt er bis Sonntagmittag.

 

Das Universum ist tolerant

 

Wenn die Besucher von „Destination Star Trek“ nicht gerade auf ein Autogramm, ein Foto oder einen Vortrag warten, sprechen sie einander auf der Suche nach einem kostenlosen Erinnerungsfoto an. Besonders oft fotografiert wird an diesem Nachmittag der Teilzeit-Klingone Thomas Sailer aus Dresden. Seit 1992 ist der 34-Jährige Star Trek-Fan und eifert seither seinem Vorbild Worf nach. Sailer freut sich über das „Wochenende unter Gleichgesinnten“. Dass das nicht unbedingt preisgünstig ist, weiß er bereits von seinen Besuchen der Düsseldorfer FedCon, Europas größter Science-Fiction-Messe. Hier kostet ein Wochenend-Ticket satte 135 Euro. Aber da Sailer seit Jahren Mitglied eines Dresdner Trekkie-Fanclubs ist, sind die Treffen mit alten und neuen Bekannten für ihn eine absolute Pflichtveranstaltung.
 

Bilderstrecke Trekkies unter sich: Die "Destination Star Trek" in Frankfurt
Isaiah (9) und Abigail Cochran (10) aus Kaiserslautern posieren auf dem Messegelände in Frankfurt.Abigail Cochran (10) aus Kaiserslautern posiert auf dem Messegelände in Frankfurt.Verkleidete Star-Trek-Fans posieren auf dem Messegelände in Frankfurt.

Neben Klingonen, Föderations-Offizieren und Vulkaniern tummelten sich auf der Messe auch exotische Spezies wie die Trill. Die Zwillinge Leonie und Anke Brockmann (27) sind extra aus Hamburg angereist, um sich unter Gleichgesinnte zu mischen. Die Messe sei zwar zu teuer. „Aber wenn es so etwas schon einmal in Deutschland gibt, dann muss man auch mitmachen“, sagt Leonie und verweist auf ihr günstiges und effektvolles Kostüm. Denn um sich in einen Trill zu verwandeln, braucht es lediglich schwarze Punkte, die von der Schläfe bis zum Fuß reichen.

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