Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 19°C
1 Kommentar

Wohnquartier im Nordend: Thermische Winde lüften das „Innovationsquartier“

Das Wohnquartier „Günthersburghöfe“ im Nordend ist unter anderem wegen der klimatischen Auswirkungen umstritten. Ein Gutachten zeigt: Die Bebauung ist vertretbar – mit einigen Einschränkungen.
So vehement protestierten Kleingärtner gegen den Bau des „Innovationsquartiers“ und forderten den Erhalt ihrer Grünflächen per Banner in einer     Sitzung des Ortsbeirats 3. Sie wollen damit unter anderem auch die Frischluftzufuhr erhalten. So vehement protestierten Kleingärtner gegen den Bau des „Innovationsquartiers“ und forderten den Erhalt ihrer Grünflächen per Banner in einer Sitzung des Ortsbeirats 3. Sie wollen damit unter anderem auch die Frischluftzufuhr erhalten.
Nordend. 

Das Institut für Klima- und Energiekonzepte aus dem nordhessischen Lohfelden ist in Frankfurt bekannt. Für die Mainstadt hat das Team um Professor Lutz Katzschner unter anderem den Klimaplan-Atlas erstellt, der zeigt, auf welchen Wegen Kaltluft in die Stadt gelangt. Das Institut hat im Auftrag des Stadtplanungsamtes die sechs städtebaulichen Entwürfe für das Baugebiet „Günthersburghöfe“ geprüft. Im bisher als „Innovationsquartier“ bekannten Baugebiet sollen 1500 Wohnungen entstehen.

Das Fazit des Gutachters Sebastian Kupski, das sich auf verschiedene Simulationen stützt, ist eindeutig: „Keiner der sechs Entwürfe ist aus klimatischer Sicht abzulehnen.“ Zwar sei eine Abschwächung des bodennahen Windes „naturgemäß gegeben“, jedoch werde die Friedberger Landstraße dank des Wasserparks auch nach der Bebauung ausreichend belüftet. Einige „Störfaktoren“ könnten aber beseitigt werden. Um das Innenklima im neuen Viertel zu verbessern, seien oft nur Standorte von Bäumen zu verändern.

Die Jury, der auch Prof. Katzschner angehörte, hat sich für den Entwurf von Torsten Becker Stadtplanung, Stefan Bernard Landschaftsarchitekten sowie Kölling und Voigt Architekten ausgesprochen. In diesem sieht Katzschners Mitarbeiter Kupski Vor- und Nachteile. Die Grünflächen im Norden und Süden sorgten für eine gute Belüftung. „Thermische Winde werden durch die Strukturen unterstützt“, heißt es in der Stellungnahme.

Positiv: Durchlässe

Allerdings werden auch Probleme ausgemacht: Das 16-geschossige Wohnhochhaus im Nordwesten des Areals könne Turbulenzen verursachen. An der Kreuzung Friedberger Landstraße/Münzenberger Straße im Südwesten des Wohnquartiers sei eine Verschlechterung der Belüftungsverhältnisse und der Lufthygiene sowie ein Anstieg der Temperatur zu erwarten. Positiv wertet der Gutachter die Durchlässe im Erdgeschoss. Diese könnten aber auch nicht verhindern, dass sich der zentrale Innenhof stark aufheizt.

Kupski empfiehlt, die südliche Grünschneise zu vergrößern und Barrieren zu reduzieren, um die Durchlüftung zu verbessern. Generell seien großzügige Grünflächen im Süden effektiver als im Norden. In geschlossenen Innenhöfe sollten großkronige Bäume gepflanzt werden. Wenn das nicht möglich ist, müsse auf andere Weise für Belüftung gesorgt werden.

BI sieht Schädigung

Die „Bürgerinitiative zum Erhalt der grünen Lunge am Günthersburgpark“ wertet das Gutachten als Warnung vor dem Siegerentwurf. Sie sieht sich in ihrer Auffassung bestätigt, dass durch die Bebauung und die Rodung von Bäumen die Luftqualität sinkt. So würden die an der Friedberger Landstraße entstehenden Abgase nicht mehr ausreichend gefiltert. „Das Innovationsquartier schädigt die Qualität unserer Atemluft und die Gesundheit der Frankfurter Bürger“, schreibt Vorstandsmitglied Peter Beckmann in einer Stellungnahme. Kritisch sieht er auch das geplante Wohnhochhaus an der Friedberger Landstraße. Es sei ein Fremdkörper und versperre eine wichtige Frischluftschneise. Die Bürgerinitiative fordert deshalb, die Planungen sofort zu stoppen.

(mu)
Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse