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Therapiehund in „Krabbelhausen“: Tierisch fest im Griff

Von Ob im Garten oder im Gruppenraum: Die Kinder in der U3-Kita „Krabbelhausen“ lieben Burner, den Australien Shepherd, der seit einigen Monaten das Erzieher-Team der Kita ergänzt. Bald fängt Burner seine Therapiehundeausbildung an.
Burners Rückzugsort in der Kita ist das Büro. Bilder > Foto: Heike Lyding Burners Rückzugsort in der Kita ist das Büro.
Hausen. 

Mit knapp elf Monaten ist Burner noch nicht in dem Alter, in dem man üblicherweise ans Arbeiten denken muss – weder als Mensch noch als Hund. Dennoch beginnt der Australien Shepherd-Rüde bald seine Ausbildung zum Therapiebegleithund. Durch ihn lernen die Kinder eine ganze Menge. Ein Monatsgehalt bekommt er für seinen Einsatz zwar nicht, dafür aber eine Menge Leckerlis.

Kita-Leiterin Michaela Bock hatte seit vielen Jahren über einen Kita-Hund nachgedacht. Die 33-Jährige und ihr Mann sind beide ganztags berufstätig: „Wenn überhaupt, war ein Hund nur in Kombination mit dem Berufsalltag möglich. Dass wir mit Burner nun so einen gelehrigen und lieben Hund haben, der sich für die Therapiehundeausbildung bestens eignet und sie nun bereits nach seinem ersten Geburtstag beginnen kann, war für uns wie ein Sechser im Lotto.“

 

Träger unterstützt

 

Denn das war eine der Voraussetzungen, die der Kita-Träger „Verein zur Unterstützung berufstätiger Eltern“ (BVZ), Bock nannte, nachdem sie ihre Idee in einem Konzept vorgestellt hatte. „Ich durfte Burner nur vom Welpenalter an in die Kita mitbringen, weil klar war, dass er in spätestens einem Jahr seine Ausbildung beginnt.“ In den vergangenen Monaten konnte er sich so an die vielen Kleinkinder in seiner Umgebung gewöhnen: Bock ist sich sicher, dass das in der Ausbildung und auch für die Zukunft noch von Vorteil ist. Und auch an der knapp 2000 Euro teuren Ausbildung will sich der Verein zu einem Viertel beteiligen.

Denn die Arbeit mit so kleinen Kindern sei für einen Hund immer wieder eine Herausforderung, auf die er mit Spezialtrainings vorbereitet werden muss, sagt Bock. „Viele Kinder im Alter zwischen ein und drei Jahren sind, was Tiere angeht, noch völlig unerfahren, können ihre eigene Kraft schlecht einschätzen. Da wird ein zärtlich gemeintes Streicheln schon mal zur Geduldsprobe für Burner.“ Auch sein Instinkt als Hütehund ist für die Arbeit mit Kindern wichtig. „Wenn die Kinder im Garten toben und Burner seine Herde nicht zusammenhalten kann, macht ihn das schon manchmal ein bisschen nervös. Das bekommt er aber mit Übung in den Griff.“

 

Kommandos und Lob

 

Geübt haben Matilda, Henrik und ihre Freunde mit Burner reichlich. Die Kinder geben dem Rüden schon die ersten Kommandos und freuen sich jedes Mal aufs Neue, wenn er tatsächlich einmal aufs Wort „Sitz“ macht und ihnen danach Leckerlis aus der Hand stibitzt. Und auch wenn etwas mal nicht klappt, lässt sich Matilda, die bald zwei Jahre alt wird, nicht beirren: „Burner, bleib!“, sagt sie immer wieder, als der Hund mit ihr fürs Foto posieren soll. Dass er es tatsächlich tut, liegt aber vor allem am Stück Fleisch in Bocks Hand.

Als Therapiehund soll es Burner der Kita ermöglichen, intensiver mit behinderten Kindern zu arbeiten, die bislang in U3-Kitas eher zu den Ausnahmen zählen. Krabbelhausen hat damit schon gute Erfahrungen gesammelt: „Wir betreuen hier ein Mädchen mit Progerie, eine Krankheit, die Betroffene um ein Vielfaches schneller altern lässt. Das Zusammensein mit Burner nimmt sie mit allen Sinnen wahr, da sie Probleme mit dem Sehen hat. Das tut ihr gut“, sagt Bock.

Doch auch alle anderen Kinder profitieren im Krippen-Alltag vom Umgang mit Burner. „Das fördert bei vielen Kinden nicht nur die soziale Entwicklung, sondern auch die sprachliche und feinmotorische. Die Kinder lernen, mit ihm zu sprechen, ihm geschickt Leckerlis zu geben und durch das gemeinsame Spiel auch den Umgang mit Bällen“, erklärt Bock. Die Eltern, die einstimmig einverstanden waren mit dem Neuzugang in der Kita, sind begeistert: „Sie sind froh, dass wir in der Kita einen Hund haben. So bleibt das Quengeln nach einem eigenen Hund doch bei vielen der Kinder noch aus.“

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